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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-03-27 · Heft 13 (27.3.1854) · p. Seite 152

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 13 (27.3.1854)
Date
1854-03-27
Page
Seite 152 (sequence 2)
Language
German
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152 christlichen Standpunkt aus dieses Recht abgesprochen werden muß, so erfordert». es.die christliche ^Gerechtigkeit-" daß ihresUeberhebung 'nichtlänger geduldet, und' daß sie selbst^ auf denjenigen Platz heruntergesetztderde, - der ihr allein noch zugestanden werden kann. Sie muß von der Höhe der Ebenbürtigkeit herunter, um auf der Stufe des Schützlings sich niederzulaffen; sie muß, sofern sie nicht auch ihr creatürliches Recht verwirkt, unter Protektorat gestellt werden. Der Türke kann, nach christlicher „Gerechtigkeit" nur Schutztürke sein. Nicht wegen seines Unrechts, auch nicht wegen seiner Religion, sondern wegen seiner Unchristlichkeit wird der Türke aus der Gleichberechtigung mit den Christen verwiesen und an den Platz der Unchristen. Das ist christliche „Gerechtigkeit!" So weit die Kreuzzeitung. In diese Zeitung des Judenthums gehören nicht diy Fragen : ob sie nicht viel weiter geht, als die russischen Forderungen, die sie zu vertheidigen beabsichtigt, ob wohl Viele von ihrer eigenen kirchlichen Partei mit ihr in diese Conseguenzen gehen mögen? Welchen Platz sie denjenigen Namenchristen anweist, die nach ihrer Ansicht gar keine Christen. sind, oder denjenigen europäischen Staaten, die sich nicht als specisisch christliche Staaten proclamiren? ob sie ihren Missionairen aufträgt, sich mit der obigen Erklärung bei den Höfen von Peking und von Teheran zu accreditiren? ob sie mit allen ihren Aussprüchen der Forderung, daß das fragliche Protektorat nur dazu dienen solle,: „Einen zu bereichern unter Allen!' nur irgend welchen Grund verschaffen? oder gar:, ob das die christliche Gerechtigkeit des Apostels Paulus und des heiligen Augustinus sei? und dergleichen mehr. Die Beantwortung dieser Fragen, in so weit sie nicht schon in ihrer Aufstellung liegt, gehört, wie gesagt, nicht hieher. Aber was hieher gehört, das ist: daß wir Akt nehmen, wie die Partei, die sich katerochän für die christliche giebt, die. Stellung Anders- oder Ungläubiger auffaßt und im Leben ausführt — das ist unser Vekenntniß, daß wir in diesem Ausbruch der herausplatzenden Wuth den Schlüssel zu dem Verfahren erkennen, das selbst sehr Viele, die da glauben, über diese Energumenen- Stufe hinaus zu sein, gegen uns, ihre Mitbürger, ihre Vaterlandsleute, ihre Pflichtgenoffen für erlaubt und für gerechtfertigt halten >— und daS ist endlich unser Dank für die Belehrung, für welches System man denn uns und unsere-Kinder anzuwerben sucht und:hofft!, Allein: auch eine ernste Pflicht gehört hieher, über: die die öffentlichen jüdischen Organe schon zu lange geschwiegen haben, Wenn in uns nun noch ein Funke südis^H.4dE»hls, .jüdischen Gemeingeistes.', letzt, so müffAlBvWtW. um das > Schicksals ünftrer ÄtittzrüMr im Orient, namentlich im Osmanischen Reiche bekümmern. Seit langer Zeit geht dieser Stamm dem äußersten Verfall entgegen. Seit dem vorigen Jahrhundert hören wir nicht einmal mehr^ von, großartigen! Kaufleuten und Banquiers und noch weniger von bedeutenden Theologen unter ihnen- und es.kann nicht lange währen, so ist die ganze Bevölkerung das , was ein großer Theil derselben schon jetzt ist: die Männer. Schuhputzer und Eckensteher, die . Weiber Venuspriesterinnen. Daran ist die erschreckliche, verdummende, unbegrenzte, unredliche Herrschaft der Rabbinen schuld. Wenn irgend eine Regierung es mit den Juden gut meint, so ist es gewiß die türkische; aber sie kennt keinen andern Weg, als den vermittelst des Chacham-Baschi, denselben Weg, durch den ihre Griechen so sehr demoralisier worden find. Jetzt sollen die Christen dort eine bürgerliche Gleichstellung erfahren, die Beschränkung des Zeugnisses eines Christen vor. türkischen Gerichr? ten hört auf. Werden die Juden — obzwar die rabbinischen Gesetze leider nicht diesem Geiste huldigen — an , dieser Gleichstellung Theil nehmen? Es ist zehn gegen eins zu wetten, daß die dortigen ChachamS Alles thun werden, um. eine Annäherung zu. Hintertreiben, so wie: sie vor wenigen Jahren die Verbreitung der türkischen Landessprache unter den Juden, wie sie den Erfolg der : Montefioreschen Bestrebungen, zur. Verbreitung des Acker- : baus hintertrieben haben. Und ist es nicht Pflicht, namentlich unserer reichsten europäischem Mitbrüder, für jetzt auf Theilnahme der.Juden an der bürgerlichen Gleichstellung, und späterhin, bei wiederhergestellter Ruhe auf dauerndere Maaßregeln hin zu wirken? Wir -wollen hier nur diesen Gegenstand oberflächlich berühren, in der Erwartung, daß dieser hochwichtige Gegenstand in dieser Zeitung und sonst ernsthaft besprochen wird und daß es dann mehr als bei bloßen ZeitungSdialogen bleibt. Für die „Allgemeine Zeitung des Judenthums" ist diese Frage nicht neu. Sie hat sie schon vor länger Zeit' ventilirt, aber mit welchem Erfolge? In dem Jahre 1840.'brachte diese Zeitung eine Reihe von Briefen aus Constantinopel. Um jetzt eine; Grundlage für neue Besprechungen zu gewinnen , müssen wir. uns: gestatten; Reinige Auszüge aus jenen Briefen zur

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