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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-03-06 · Heft 10 (6.3.1854) · p. Seite 118

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 10 (6.3.1854)
Date
1854-03-06
Page
Seite 118 (sequence 6)
Language
German
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von dem Oberräth (Vf -etfhfienetr Rescripte, das Vör> tragen des ^2 und' das Tragen des Kittels u. dergf mehr betreffend, sind bisjetzt in sehr wenigen Gemeinden befolgt worden. Die daraus entstandene Indignation hat sogar Suppliken und Deputationen aüs fast allen Gemeinden des Landes vor den Großherzog gebracht und obgleich directe Vortheile dadurch bis seht noch nicht geworden, so scheint eS doch, als sei darauf Rücksicht genommen, indem' die Neügebürt „Synagog.-Unordnung" bis' heute noch nicht das Lebenslicht erblickte und wie es beißt, auch dann Weniges und Unwesentliches an der alten Syn.-Ordn. verändern wird. h/. h': :;'- Das Hauptaugenmerk scheintaber unser Oberhirte auf die ''uniiv gerichtet zu haben, wetze denenwenn nicht ein anh (Zwickscheere) bei ihnen zu finden ist. Die bessern Lehrer haben theils das Land verlassen, theils sind fie eS im Begriffe zu thuNi Der Prediger Berg in Bützow hat seit Neujahr eine Buchhandlung daselbst übernommen, Nibnitz, Ludwigslust und Stavenhagen verlieren ihre tüchtigen Lehrer zu -Ostern. Aus letzterer Gemeinde hatte sogar der Lehrer Neustadt' durch Ministerial- Rescript weichen und binnen drei Tagen das Land verlassen müssen, weil er von Dr. Lüppschitz suspeNdirt worden und zwar deshalb, weil aus Oberraths- Akten hervorging, wie jener nur an ein zukünftiges geistiges Jerusalem glaube. - Preußen. Aus der Provinz Posen, 9. Februar-. (Privatmitth.) In Lissa ist vor einigen Tagen — durch Verfügung des König!. Appellations-Gerichts zu Posen — ein Arzt jüdischer Confession, Herr -vr. Schayer, als G e ri ch ts ar z t an der dortigen Gefangenen- Anstalt' mit einem (wenn auch kleinen) firirten Gehalte ängestellt worden. — Ein anderer jüdischer Arzt Liffa's, Herr vr. Scherbe!, ist . neulich nach Venedig zu einer daselbst'lebenden Polnischen Adelsherrschaft berufen worden und — wie wir hören, — auch wirklich nach der Lagunenstadt abgegangen. — Die unlängst in Lissa gegründete KrankenverpflegungS-Societät ((Sfyema Kadischa) gewinnt immer mehr an Ausdehnung. Wie wir erfahren, sollen sich derselben schoN über zw ei Drit theile der sämmtlichen Gemeindemitglieder angeschlossen Habens Es muß gesagt'weriis den -5 d'aß die Käuflieute Sünv- Weil und-M: Bibvr^ feld (Ersterer als Vorsitzender ünd' Letzterer als^Mit^ glicd deS Gemeinde-VerwaltungS-Amts) sich der Sache des gedachten Vereins bisher am wärmsten angenommen hab'eM'^ : •; ■ i -»W - In der Synagoge zu Wöllstein-ist:am 28/v. M. (Sabbath Wäera) ein jüdischer Zögling -der dasigen Provinzial- Blinden -Anstalt c o n f i r Mi r t worden. — Nach dem 'Ruryer Warszawski vom 31 v. Tt: befanden sich in - dem verflossenen Schuljahre: in der Stadt Warschau:' 5 - südische Elementarschulen i für K Mmbe n Mit 318 Zöglingen--1 - jüdische'Elementarschule-für M ä dchen mit 133 Zöglingen , undeine R ab b inersch ule fürjüdische Jün gl in ge mit 134 Zöglingen. Alle diese' Schulen find öfsenMiched/ h. unmittelbar uttter dev Regierung stehende Anstalten. An den Elementarschulen waren -10 jüdische Lehrer angestelft. — In Miloslaw soll ein Gotteshaus nach neuem Styf erbaut werden.' BirrrbÄüm, 20. Februar. (Privatmitth.) Wir haben jetzt hier zum ersten Male in der Provinz Posen erlebt, daß ein Jude königlicher Beamter geworden. - Herr Jacob?Holde, Wer das nöthige Eramett gemacht, ist den 1. d. M. zum Deposital-Rendanten und Calculator beim hiesigen Kreis-Gericht ernannt worden. /v: in:, ■;! J Berlin, den 24. Februar. (Privatmitth.) Die bedeutungsvolle Repräsentantenwahl unsrer Gemeinde ist gestern unter dem Vorsitze' des königlichen Commiffarius Herrn -: Regierun gsrath Gerber vollzogen worden , und diese erste directe- Wahl war von einer erfreulichen GemeindegesittnuNgi getragen, so wie: sie auch von einer, nach Zahl und Charakter - der .Wähler-starken Theilnahme begleitet war *): - ES ist zwar das- Resultat noch nicht bekannt, da die beauftragten Wächter der Unrew am gestrigen Abend nur an'200 Stimmzettelprüfen- und ordnen konnten -^ aber i doch find schon jetztzwei - Erscheinungen zur-Aktnühme/M den Beobachter jüdischern Verhältnisse gesichert:-die eben genannte Gemeindegesinnung vvr, unddie warme Theilnahme b ei der- Wahl.- nMesonst so. noble Gemeinde Moses Mendelssohns und David-FriedländerS *)'-Von i 1650 - stimmberechtigten Mitgliedern' hatten sich'1120 eingefunden.' - . " .n-.-j'u

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