Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 9 (27.2.1854)
- Date
- 1854-02-27
- Page
- Seite 111 (sequence 11)
- Language
- German
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§uf eizre; verpflichtet, die ich zu Ofen nicht vermag, \ Ihr hübet mir mehr als das Leben, denn Ihr habet das \ Leben der Königin, -aS öffenbar in Gefahr war, gerettet. Wie soll ich es Euch lohnen?'..." Her JüngUngverbeugtesich, und sprach: „Herr, wenn daS Volk sein eigenes Leben für daS der Königin einfetzt, thut es da mehr als seine Pflicht"?..." ' „Nun, Jüngling," erwiederte HerodeS mit etwüS spöt- ^scher-Miene, „vom „Volkes schweig, , denn,.das rannte und schrie nur und machte die Sache ärger, oder hältst 'Du Dich für das Volk?..." ' „Nicht für das Volk, aber a u s dem Volke, Herr! " erwiederte Isaak. - Herodes biß.sich auf. dir Lippe, und fuhr fort: „Du hast Dich wie ein Held benommen, Ben Babusch! Wer. hat Dir die Mast gegeben, daS Gitter aus den Steinen zu reißen \ werdas wüthende Thier auf die Hinterbacken mederzuschleuhern, und zugleich die.Königin zu sichern? wer .hat j>eS r'D.ix-'- überhaupt -.eingegeben:jp, zu handeln, wie es allein im -Augenblicke zur Rettung nothwendig war? sag' an... /' “ Isaak blickte in die Höhe - „Wer es mir eingegeben? wer mir die Kraft verlieh?, Herr, Der, welcher in aller Gefahr dem Bedrohten .einen Retter sendet, dem Gefangnen «inen Befreier, dem Gedrückten einen Erlöser...; Herodes entfärbte sich. „Und dünn, Herr, wer kann zurückstehen, wenn die Königin in Gefahr ist? wer wird sein Leben schätzen, wenn der Tod seine Hand, nach ihr ausstreckt? Gott berief mich zu seinem Werkzeug, und ihm Hab' ich ausmeinen Knieen gedankt, daß er mich dazu erkoren...?' ..Herodes' Antlitz.wurde.finster; er blickte in das Angesicht deS Jünglings, das. von der Flamme der Begeisterung geröthet war, der seiner vergessen zu haben schien — und sein Blick ward immer düstrer. Endlich hob er an: ,-Aber', Best Babusch, ein König kann nichts schuldig bleiben, und so sag',an, wie, soll ich Dir lohnen?" . : Isaak, senkte das HaM und -schwieg. . „Höre, Jüngling , . ich will Dich, zum Anführer einer. Cohorte machenin Dir steckt ein Held...." ' . : " Ben Babusch schrak zurück : „Herr, ich hin Levit...." „Was ckhut das? ' Leviten giebt's genug und Tausende können Dich ersetzen , aber tapferemuthige Führer von Cohorten giebt. es wenige,, und. ...fügte er langsam hinzu, „selbst die Königin wird Dich gern sehen in der goldglänzenden Rüstung Wechselnde WM.Md Watten , führewüber das. litz deS Jünglings. Nein, es waren' ihm keine verlockenden Bilder, die der König ihm mit lauernder Miene verzaubern zu wollen schien; eiskalt griffen ihm die Worte in das Herz.... „Ich kann nicht, Herr!. .sagte er leise., aber bestimmt. Herodes warf daS Haupt in den Nacken. „Weißt Du. nicht, Knabe, daß ich das Wort „ich kann nicht" niemals gelten lasse?... Doch halt! wenn Du bei mir nicht dienen willst, so werd' ich Dich im Dienste der Königin verwenden..... Du hast es ja bewiesen, daß ihr Niemand treuer gesinnt ist, so sollst Du, wenn ich auswärts bin, sie auf ihren Ausflügen begleiten, ihr gewärtig sein, sie bewachen und jede Gefahr von ihr abwenden ... Purpurröthe überströmte das Gesicht JsaakS — aber bald senkte er unter dem forschenden Auge deS HerodeS daS Haupt.... aber das heiße Blut drängte sich zu seinem Herzen, er fühlte wohl, daß er auf jetzt „Nein!" sagen müsse, aber er konnte es nicht, seine Zunge war unter der Wucht der Empfindungen wie gelähmt, und nur ein undeutliches Murmeln, vielleicht nur ein Seufzer, kam über seine Lippen . . .. In diesem Augenblicke erschien der Führer derer, welche in Isaaks Hause zurückgeblieben, an der Thüre deS Gemachs und winkte dem Könige. Dieser. wandte sich zu Ben Babusch, und sprach: „Nun gut, Jüngling, besinne Dich ob Deinem Entschluß, meine Diener werden Dir ein Gemach zu Deiner Bequemlichkeit anweisen, damit Du mich, morgen früh sogleich von Deiner Absicht in Kenntniß. setzen. kannst." Isaak wollte die Bitte aussprechen, ihn nach seinem Hause zu entlassen, aber der König winkte ihm abwärts 'und wendete sich' nach einer andern Seite, und einige Diener erschienen bereits in der' Pforte. Cr mußte sich ergeben. Kaum hatte Isaak" das Gemach verlassen, als ein Vorhang sich erhob, und ein ÄZeib hereinstürzte, das mit eben so vielem Triumph wie Höhn in Wort und Geberde äuSrief: „Habe ich es Dir' nicht gesagt, Herodes?!" .. Herodes sprach: „Was kann Mariamne^für die Frechheit'eines Knaben?" ... ' / '.DqS Weib antwortete giftig: „Und meinst Du , daß ein Knabe' so frech ist, die Augen zur Königin zu erheben, wenn er nicht ermuntert worden? Der Knahe^ist ja ihr Kunstwirker, und ein schöner Knabe ist er....." - „Geh, Schlange.'^ rief Herodes aus, und verließ düs Gemach. ES war Salome, die Schwester des Königs.' .1-.^ - ^Fortsetzung folgt.)