Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-02-20 · Heft 8 (20.2.1854) · p. Seite 90

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 8 (20.2.1854)
Date
1854-02-20
Page
Seite 90 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/3224737-3225877-3225886--13690-3243145
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

hofft und wünscht, daß nie ein Jude westfälischer Schulze wich,, ob ein Rerche Asche^rger urtheilt-Hsistr JubestM^ fülltest ^A'ö^tiÄ^,!lt^rÄ^sch^r Zu^HMeEEe^uüg um diese zu erfüllen, müßten wir uns ziemlich unfichtbar und unbemerkllch machen — alles dies ist sehr gleichi gültig, denn wir Juden haben, bereits eine Menge politischer, literarischer- ND'ßAaler» NÄÄilÜättNv zu nennen, - die noch lange die Zeiten durchleuchten werden, wenn keines Reichenspergers und kejnes Mallinckrodts mehr gedacht wird — aber daß die Wahrheit und' düsRecht: im dchr gesetz- ' geberischen Hause des Preußischen Staates zur Geltung komme, das ist für Menschen und Juden, von großer Wichtigkeit. . . Läßt uns sonst die Antipathie des. Herrn von Mal-, linckrodt kalt, so können - wir nur lachen über die Liebe eines. Herrn von Gerlach, und versichern ihm, daß sie nicht die geringste Gegenliebe in unS hervorruft, daß wir ihm vielmehr den Schalk Amor ganz allein überlassen. Der Jude im Preußischen Staatsamte. Äe „Allg. Zeit. deS JudenthumS^ repräsentirt nicht die Meinung eines Einzelnen, auch nicht die der Redaction. 'Obgleich wir daher andrer Ansicht über die Sachlage sind , so halten wir es doch für unsre Pflicht, folgende Mittheilung hier zu machen. Vor Kurzem erschien deö im August 1853 verstorbenen K. Preüß. Majörsder Ärtill'ene, Ritters des rothen AdlerordenS rc. Burg „Geschichte'meines Dienstlebend, Berlin 1854,'^ von ihm selbst 1847 geschrieben und bis zum Mai 1853 fortge? fützrt dieser Mann, der, von MreligiöM Ueberzeugung durchdrungen, obgleich er die Ehren, der Könige der Erden'so hoch schätzte, daß er nach Empfang beS rothen Ählerördend Gott auf den. Knieen dankte ^), doch selbst' durch die Münsche detz höchsel. Königs und die Aussicht aus 'völlige'Z.urucksetzung sich nicht bewegen ließ, feine Religronzuverlassen, hat, ohne jemalS im Kriege gefochjeit zu haben,! eine schöne militairische Carriöre 'in Preuß'en gemacht/ In 'der Vorrede spricht er sich nun folgendermaßen aus: „Ich hätte mich überzeugt, daß diese meine Dienst '*) S: tstne Skizze seines Lebens in Nö. ^1. 2 2 Ms --Jüdischen VolksLlättes." i - - - •V'ijm : **)< S.! vie citirte Schrift S> 130. '! geschichte nicht ohne Interesse sein, vielmehr von meinen theuren und LKben Freunden, von meinest CameAden, von-^ll^enRueiner Wkau?ef8gH»MeG und^nümrütllch von'M SnWn TheÜ' ^rftlbtnÄr cheMahÄeHeM» werden wird. Und fm" diese ist auch die nachfolgende Geschichte meines Dienstlebens vorzugsweise niedergeschrieben. Sie soll den jüdischen Jüngling ermutbigen, sie soll ihm''zeigendaß äuch^istuNftrist Väterlande der Jude zu Staatsämtern gelangen kann und in seiner öffentlichen Laufbahn nicht aufgehatten wird, vorausgesetzt, daß der 5devtrMMSdieNstL sich -widmende jüdische Jüngling von vornherein bemüht ist, seine Pflichten in ihrem ganzen U^lfqnge zu. erfüllen; daß er sich bestrebt, das Vertrauen und die Liebe seiner Vorgesetzten zu erwerben; daß er dabei vor Allem Gott im Herzen und seine Stellung und sein Ziel vor Augen hat. Ich habe die feste und auf eine lanMhrige Erfahrung gegründete Ueberzeugung, daß auch der jüdische Jüngling das vorgesteckte Ziel erreicht, wenn er muthig und vertrauungSvoll darauf loSgeht und sich durch//Hindernisse! sticht gleich abschrecken, nichtugleich vom geraden Wege abbringen läßt.' Diesi Hindernisse werden vielmehr bei einem regen Eifer und bei'Kuem^HMächglichen Grad von Festigkeit nstr dä^U dienen, seinen Ehrgeiz anzuspornen und seine Kräfte zu übendenn ohne Kampf kein Sieg!, Wenn der jüdische Jüngling durch die entsprechenden Prüfungen dargethan, daß er etwas Tüchtiges erlernt hat- und daS Erlernte auch praktisch 'äMwenben versteht; Äestn er mif heit und ohne Anmaßung und Ueberfchätzung^aufttitt, wenn er nicht durch eine zu weit getriebene Empfindlich kei t jede ihm verlebend ffchkikenöe Aeußerung gleich als das Ergebniß eines gehässigen Vorurtheils, vielmehr als eine Harmlose, mehr scherzhafte, .in vielen Fäsley ^unbroeun er endlich^ durch ein freies, zuvorkommendes, ehrenhaftes und unbefangenes Betragen därthuf, daß er denjenigen Grad von Bildung in sich ausgenommen hat; den man für die bvn ihm' gewünschte Stellung mit Recht beanspruchen kann, so wird er, davon bin ich überzeugtäüch in ünserm Väterlände denjenigen Platz 'im öffentlichen Staätöleben erhalten, welcher seiner Persönlichkeit, seinen Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht. Es wird zwar für jetzt noch ausnahmsweise geschehen, allein es geL schieht! - Dafür bürgt wir meine Erfahrung üstd vor W lem die hohe Gerechtigkeitsliebe und die He^estsgüte un^ strö' weisenünd hUinaNen Königs uüd Herrn! 'Nur müssest WJttdM r'üW, däbei aber beharrlich Und kräM

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.