Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1854)
- Date
- 1854-02-13
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
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cf’ war der Mann-/ des alle Umtriebe dagegen durch die üßerZeugende Spracht seines für Glauben und Lehr^ glüheüden Herzens zwbefeitigen verstand. Besonders aber war die leidenve Menschheit, Wittwen und Waisen, Greise, Kranke und die vernachlässigte Jugend Gegenstand seiner menschenfreundlichen Aufmerksamkeit, und wo es Bildung .nützlicher Stiftungen galt, war er eS, der freigebig die Hand reichte, um solche in's Leben zu rufen. Ihm verdankt die wohltätige Anstalt Lai^iv, ftia %e Ausdehnung und Blüthe; manche Bethäuser unh Schulen sind das Werk seiner Wohlthätigkeit; ganz hesonderS aber richtete sich sein frommer Sinn auf die Bedürfnisse der jüdischen Bewohner in den Bettler-Colonien, namentlich derer zu Seenhuize. Gr hatte den größten Antheil an der Stiftung der dortigen Synagoge, und die Hebung des dortigen religiösen Geistes und Zustandes ist fast ausschließlich der Erfolg seiner unermüdlichen Sorgfalt, was er selbst in seiner Anspruchlosigkeit als ein Gott gefälliges Werk betrachtete. Daß aber solchem hochstehenden, edeln Manne auch die Anerkennung seines Königs und seiner Mitbürger nicht entgehen würde, läßt .sich in unserm so.humanen Lande wohl voraussetzen. — 1844 wurde ihm denn auch die Auszeichnung zu Theil, den Niederländischen Löwenorden zu erhalten, waS gewiß zu der Annahme berechtigt, daß er durch seine ausgezeichneten Kenntnisse im Finanzfache einen großen Antheil an dem später zur Reife gediehenen Plane hatte, der die Grundlage zur jetzigen glücklichen Gestaltung der holländischen Finanzen bildete. — Im Jahre 1850 wurde er zum Stadtrath gewählt; auch hier wußte er sich in der öffentlichen Meinung einen so hohen Grad von Achtung zu erwerben, daß beim Eintreten der neuen Gemeindcordnung er, bei directen Wahlen, im nächsten Jahre einstimmig wieder gewählt und als zweiter auf die Liste der Gewählten gesetzt wurde. WaS er nun im Stadtrathe leistete, wie er auch dort das Interesse seiner Glaubensbrüder zu vertreten verstand, und wie ihm auch dafür die Achtung des Raths, gezollt wurde, ist bei unS noch im frischen Andenken und, wird gewiß lange unvergeßlich bleiben. — Mit welchem Eifer, mit welcher Liebe und Aufopferung er dem öffentlichen Dienste oblag, sahen wir daraus, daß selbst alsdann, als i seine zunehmende Krankheit die allgemeinste Besorgniß erregte, er dennoch seiner nicht geringen Aufgabe sich nicht entzog und sogar, schon sehr leidend, den anstrengenden Sitzungen der sogenannten Constituante beiwohnte, ungeachtet dort so Manches zu verfechten war und er manche ihm »mH gewordene Ansicht der Erhaltung deö Friedens oßfern: mußte. — Doch die Hoffnung, diesen MonstM, edeln Menschen noch länger uns echaltewzllWni/^väfd nicht - erfüllt; die schmerzvolle Krankheit nahm-immermehr zu, bis er am obigen Tage in die Seligkeit einging.— Selten hat wohl ein Sterbefall so viele Theilnahme gefunden und eine so allgemeine Trauer unter allen Ständen und besonders unter den Juden Hollands erregt, und der Tgroße Verlust, die Erzählung von seinen hohen Tu- MenUn und LWungen waren mehrere Wochen hindurch Gegenstand der Unterhaltung. Er hatte zwar in seinem Testamente, in welchem er religiöse und gemeinnützige Stiftungen reichlich bedachte, sichjede öffentliche Auszeichnung bei seiner Bestattung verbeten; dennoch , war gewiß kein Leichenbegängniß seit langer Zeit so feierlich als dieses. Aus der Nähe und Ferne strömten Freünbe und Bekannte herbei, um dem großen Zuge der hiesigen Bürger und Mmeindeglieder sich anzuschließen und dem edeln Verstorbenen noch die letzte Ehre zu erweisen. — Manches Rednertalent zollte seinen Tugenden daS gebührende Lob; manches warmfühlende Herz sprach seine tiefe Trauer über den herben Verlust rückhaltslos aus; doch lauter und eindringlicher verkündeten dessen frommes und wirkungsreiches Leben' die unzähligen ThrWett, did an dem Grabe deS Dahingeschiedenen geflossen find. — . T. Pollack Daniels hinterläßt gewiß seiner Familie einen Reichthum an irdischen Gütern; doch der größte Schatz ihres Orbtheils wird dauerhaft bleiben: sein unvergeßlicher Name und die Erinnerung an sein segenreiches Leben als Gatte, Vater, Bruder und Familienhaupt, als Jude, Bürger und als Mensch im edelsten Sinne des Worts. Nur schwach, aber wahr giebt eine Schilderung davon, wie sein Ableben empfunden und sein Andenken verehrt wird, das folgende Epitaph, durch eines Freundes Hand ihm gesetzt: IpVbafca ima m m» ttiibri -ina» -ivs' nnh fria i mit «nur ■ytam ab iea> p'rf m*a« tun ypsa*» *1» üxi •napa ü> lanb rwnÄri pritt! nattjv pvjlä’ 'pM wvw ‘ywinarn! Wie fein Leben Trost für die Menschen war, so werden diese göttlichen Vertröstungen seiner ftüh dahingeschiedenen Seele nur Wonne fein! ■ . -B.f. Druck von 3. D. Hirschfeld in techzi-.