Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-02-06 · Heft 6 (6.2.1854) · p. Seite 72

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 6 (6.2.1854)
Date
1854-02-06
Page
Seite 72 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3225877-3225884--13668-3243121
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

i 72 Also bestätigt eS sich hier wieder: Von Zion geht die Lehre aus und das Wort Gottes von Jerusalem. Im Orient ist also, trotz deS islamitischen Staatsprincip.eS, die Emancipation der Juden und Christen ein. fait accompli, und — das philosophische Deutschland mäkelt noch immer an unseren theüersten Rechten! Darum nicht verzagt! Denn von Zion geht die Lehre auS und das Wort Gottes wömJerufalem. Tefchen, 15. Januar. (Erwiederung.) In der mir eben erst zugekommenen Nr. 52 d. Bl. befindet sich-von Seiten des Vorstandes des Vereins zur Beförderung der Handwerke in Wien ein Inseratwelches sich auf die in Nr. 48 d. Bl. von mir gegebene Erklärung bezieht. Jener Vorstand scheint aber die Veranlassung zu dieser Erklärung gänzlich ignoriren zuwollen, daer sie sonst nicht als einen „Aufsatz, dem.'sonntäglichen Gottesdienst für Handwerkslehrlinge in Wien betreffend" bezeichnet hätte, sondern eingesehen haben würde, daß sie.lediglich; alseine Antwort auf die in: Nx. 43 d. Bl. an mich gestellte Frage: zu betrachten ist. Dieser Artikel „von der schlesischen Gränze", hatte offenbar keinen andern Zweck, als durch die Voraussetzung, - daß - der in Wien stattsindende Gottesdienst für Handwerker mit der hier getroffenen. Einrichtung gleich zu stellen sei, mich entweder zu einer Zurücknahme der Ansicht zu bringen,, die ich in Wien über den erwähnten Gottesdienst! ausgesprochen habe- oder, mich der Jnconsequenz zu zeihen,; daß ich in meiner jetzigen Stellung eine mit meiner theologischen Ueberzeugung und meinem Gewissen nicht im Einklänge stehende Amtshand-, lung. ausübe. Da. ich aber diese Alternative keines-! Wegs.zuzugeben habe, mußte ich jene Prämisse, daß die beiden besprochenen Einrichtungen als gleich zu betrachten, seien, entschieden negiren, und offen auSfprechett., daß einzig und allein, in der Verschiedenheit der.Motive,- welche diesen beiden Einrichtungen zu Grunde liegen, der Grund für die Divergenz, welche sich, in meiner Beurtheilung derselben ergiebt, zu suchen ist. Ich habe mich daher nur defensiv verhaltenda ich stets den Grundsatz befolge /: Einrichtungen, welche außerhalb meines Wirkungskreises liegen, nicht der Oeffentlichkeis preiszugeben. . Diesem Grundsätze getreu werde, ich auch: jetzt die Motive,- welche.meines Wissens dem sonntäglichen Gottesdienste für - die jüdischen. Handwerker in Wien zu Grunde liegen, ' nicht bekannt geben; und wenn mich'auch der erwähnte Vereinsvorstand hiezu „auffordert:" so habe ich doch weder eine positive noch eine moralische Verpflichtung, einer solchen „Aufforderung" - Folge zu leisten. Vevmuthet dieser Vorstand, daß meine in Nr. 48 -abgegebene Erklärung „zu Mißdeutungen Anlaß geben könnte," glaubt derselbe fernerdaß durch Veröffentlichung der Motive, welche die Einführung jenes GottesdienstesHerqrssaßten, -diesen /Mißdeutungen" vorgebeugt wird, so liegt es eben an ihm, diese Motive bekannt zu geben. Wenn dies geschehen sein wird, so werde ich — sollte es erforderlich scheinen — so Gott will! bereit fein, meine Behauptung, daß zwischen der hier und der in Wien getroffenen Einrichtung kein Vergleich statt finden kannöffentlich zu rechtfertigen. -;-'r :i - * Auf das, was in einer Privatmittheilüng aus Wien vom 5. December über mich' gesagt ist, will ich Nicht! eingehen; denn eS tragen jene Worte das-Gepräge einer Gesinnung, die man wohl nicht näher zu bezeichnen braucht*). . vr. Gugenheimer, Kreisrabbiner. Großbritannien. London, im Januar: (Privatmitth.) Wie froh' ist die ganze hiesige Welt, daß sie die Angelegenheit mitdem board los ist. Das board ist in „seines Nichts durchbohrendes Gefühl" zurückgekehrt, und die^ Margareth -Street-Gemeinde kümmert sich mm ihre- Ausschließung nicht einen Pfifferling. Am frohesten sind die zwei jüdischen Wochenblätter, denn schoss daß sie nur die Briefe pro et contra aufgenomm'ess und selbst eine zweideutige Miene gemacht, hat ihnen einige- Abonnenten gekostet,' wie der hebr. Obsefv. klagt. Jetzt können sie sich wieder begnügen, die : Wohlthätigkeits- Essen' der Londoner reichen Judess mit ,-feinsten Speisen und ausgesuchtesten Weinen,"^! wie stets ausdrücklich bemerkt wird, und mit den prahlt - haften Beiträgen, die' der Secretair öffentlich verlieft — eine Art des Gebens, die freilich viel unjüdischü' ist, als kein' Piut sagen , eine Ärt des Gebensdis man freilich nicht Hriöa* nennen kann - ausführlich zu beschreiben und die „merkwürdigen" Toaste' *) Da Herr vr. G. der an ihn Zergangenen Anffor-, berung zu genügen sich nicht hew.ogen fühlt, so müffm^jpir, hiermit'diese Äng elegenheit schließen. Das.Resultat ist ein-" fach-: in Wieck ist Sonntägsg0ttesdienst:fÄr die Handwer-^ ker, in Tefchen für die ganze Gemeinden - Med

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.