Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 5 (30.1.1854)
- Date
- 1854-01-30
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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18. Jahrgang. Allgemeine M S. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Heraus gegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Magdeburg, Leipzig, den 30. Januar 1854. Diese Zeitung ersckeint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quartan<N heS-Wteks-'Knistert'^U, Umfassen. Sn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu stechen, ist der Preis außerst ni-edE: «rit Ä Thlr. für den Jahrgang; — l Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr 12 gGr.f für sechs Monate — 22 Va Ngr. (18 gG.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Aeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; d»evHüüptspeditidn' f§r ideid/ketztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen., ........ I n h a i t Leitende Zlptikelr Die Erziehung, l. — Die drei großen geschichtlichen ^ätze. j Fortsetzung.). , , ZbitUngsnachrrchte,»: Dentfchland': Altona, München, München. Preußen: Berlin, and der Provinz Posen. '«'• Oesterreichischer Kaiferstaat: Wien, Wien. Großbritannien: London. Belletristisches: Maria,mne. (Fortsetzung.); Leitende Artikel. Magdeburg, 22. Januar. Die Erziehung. I. Wenn wir unsre Befürchtung aussprechen: daß es mit den Juden rückwärts gehe so meinen wir heute Nicht hie bürgerlichen Verhältnisse, auch nicht, daß hie Md da ein orthodoxes Gelüste .sich geltend macht, die Synagoge wieder zur „Judenschul" zu machen, sondern viel Wichtigeres als Beides, nämlich,/daß die jungen Generätiönen in entschiedenem Uebergewicht so diel Schlaffheit, hes Geistes,, einen solchen Nachlaß an Schärfe und Energie des Geistes, einen solchen Mangel M Talent und Gewandtheit bezeugen, daß. wir darüber erfchrvckeüi «Wir haben es schon in großen Länderstrichen erlebt, baß, wo in unsren Stümmgenossen der Geist so. aüiS' der Masse weicht', dann unter den vielen judenungünstigen Momenten nothwendig her Juden, ganze Bedeutung, ihr Besitz* und Erwerbthum in materieller und geistiger Pcziohuug dermaßen sinkt, daß sie eine Stellung west un tjep säyMtlichen Landesbewohnern einnehmen.- Noch freilich! ist es mehr. Befürchtung, als wirkliches Wissen; d.enn am Ende konnte unsre Beobachtung nur local, provinciellm drgl. sein. .Wer in derThat sehen wir/sejt einer,ReM Hpy HihW sich weit weniger .Namen MeuM hMusachch ten>als früher, und das geistige'^eben in gesellschaftlicher und wissenschaftlicher Beziehung nimmt an Njegsflynkeit und Frische ab. Man höre sich Ms Eisenbahnen Mh Reisen um, man wird noch Beweglichkeit, aber -wenig Geistesregsamkeit gewahren; , das^ Interesse an Wissen Md Erlernen ist geschwunden; die Sucht nach Erwerhr Md der Hang zu Vergnügungen Md Prunk hat Alles pM drängt; darum eine Leere , die oft anwidept; ,frggt bei den Buchhändlern nach, ihre schlechtesten Kunden stutz unsre Glaubensgenossen, es. fällt ihnen nicht ein, ein Buch zu kaufen, denn .sie lesen auch keines; hoch, halt! — ja, die Frauen und Mädchen lesen sehr viele Rouzane, und die schlechte französische Maare ist hi« gesuchteste.... - Run, man mag unsre Befürchtung bestätigen odex für verfrüht halten — Eines bleibt sicher, baß drohenden Unheil vorgebeugt werden muß! Wodurch? Es ist bald gesagt: durch bessere Erziehung! Nur durch die Erziehung, allein durch die Erziehung!... Ich sage Euch: die Erziehung ist bei unseren Glau-