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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-01-23 · Heft 4 (23.1.1854) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 4 (23.1.1854)
Date
1854-01-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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18. Jahrgang. A l l g e in e i n e ,4. unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Heraus gegeben von . Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Magdeburg. Leipzig, den 23. Januar 1854. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montag-, und wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. des Titel-, Registers u.s.w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit'3 ,Thlr. für den'Jahrgang;— 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate— 22'/r Ngr. (18 gG.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und. Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-tLxpedition allhier unterzogen.; v In halt. Leitende Artikel: Warum die Junkerpartei überall so judenfe.indlich? — Noch einmal die jüdischen Commis und Burschen,- ZeituirHsnachtichten: Deutschland: Hannover, Bremen. PreLßeli: Berlin', Breslau, aus der Provinz Posen, äuS ' '-der Provinz -Posen/ Oesterreichischer Kaiserstaat:! Preßburg, Wien. Palästina: Jerusalem. Literarische Nachrichten: Magdeburg, Magdeburg. Leitende Artikel. Magdeburg, den 16. Januar. Warum die Junkerpartei überall so judenfeindlich? ES giebt eine ziemliche Anzahl Parten^ denen man daS Motiv ihres Judenhasses von vorn herein absieht. Warum der Manufacturhändler, der Schneider, jetzt sogar der Virtuos und Componist Judenhaß haben, ist sehr erklärlich; denn hat schon jeder Concurrent einen ansehnlichen Geiser auf seinen Concurrenten, wie. bequem ist es, diese unedle Leidenschaft mit Judenhaß zu verstärken und zu verdecken, und wie natürlich! Je weiter aber die Juden die Concurrenz jetzt treiben, da sie nicht blös in den schönen Künsten, in Mathematik und Rechnen, in Sprachen und Näturwiffenschasten Concürrenz machen, und nicht ohne Glück, sondern sogar dreist genug sind, die Bibel zü commentiren und hebräische Grammatik zu treiben, so sehe ich. nicht ab, warum man nicht überall auf diesen Gebieten Judenhaß haben, und mindestens durch stolzes Jgnoriren üben soll — haben und üben doch selbst jü- " diesen Judenhaß, und benützen und cititen zehnmal einen christlichen, ehe einmal' einen jüdischen Schriftsteller, d. h. Nota bene, wenn er nicht schon einige hundert Jahre, oder mindestens bald ein hundert Jährchen tödt ist, wie schon Mendelssohn anfängr dies Glück zu haben. - Aber warum die sogenannte Junkerpartei diesen wüthenden Judenhaß hat, den sie unaufhörlich in der „Kreuzzeitüng" und in allen Blättern ejusüem generis ausläßt, aber noch unermüdlicher in allen gesetzgebenden Instanzen zu bethätigen bestrebt ist, um möglichst die Juden wieder in die Ghetti'S zu sperren und mit dem Orden des gelben Läppchens zu zieren, dies ist die Frage? An Concurrenz im gewöhnlichen Sinne des Wortes ist da gar nicht zu denken, denn es haben ja die Juden von Beginn an immer auf A b st a m m u n g, aber nicht auf Geburt gehalten, sie haben bis auf die neuere Zeit meist nicht einmal Familiennamen gehabt, und. sich begnügt, ihren Vornamen durch ein 'p mit dem Namen ihres Vaters zu verbinden. Also an Ahnen gar nicht zu denken, wenn man nicht die Erzvater darunter versteht. Mit dem Erwerb von Rittergütern ist es bei den Juden auch immer noch wie mit dem Erwerb des Adels, es sind nur

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