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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-01-16 · Heft 3 (16.1.1854) · p. Seite 37

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 3 (16.1.1854)
Date
1854-01-16
Page
Seite 37 (sequence 11)
Language
German
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37 „Allerdings, Meister, trieb mich die Sehnsucht, Dich zu sehen, aber nicht -diese allein.,.." ,Flun, was zögerst Du? fahre fort...." „Ach, Rabbi, eine neue,' unerhörte Schreckensthat ist geschehen, und ich bin ausersehen, sie Dir'zu verkünden...." „Nun, fürchtest Du, daß ich die Kunde nicht ertragen werde.,... glaubst Du, ich hätte gewähnt, das Maaß des Unheils sei schon voll, ckas in jener Stadt des höchsten Segens und höchsten Fluches gefüllt werden soll— — darum sprich nur...." „Auch Aristobul, der herrliche Jüngling - Mariamne's Bruder, ist nicht mehr unter den Lebenden...." Der Greis war aufgesprungen, er stand da, die mächtige Gestalt, mit gespreizten, wie festgewurzelten Füßen,- mit ausgestrecktem Arm, wie eine Bildsäule.... „Aristobul.!".... waren die Laute, die seinem Munde entfuhren. Endlich sank sein Arm, und er auf den Divan nieder. „So ist es aus mit uns, zu Ende mit dem Volke, wir können heimgehen — Du hast gesiegt, elender Idumäer...." Und seine Faust ballte sich, und seine Augen sprühten Feuer. Nach einiger Zeit war Schammai seiner wieder mächtig geworden. Er hatte das Haupt in die Linke gestützt, und sprach zu dem Jüngling: „Verkünde mir, Isaak, wie dies gekommen." Isaak erzählte. „Es tst Dir wohl bekannt, mein Lehrer, daß Herodes, nachdem er den Thron bestiegen, die Hohepriesterwürde dem Priester Ananel verlieh. Es war dies ein ganz unbekannter Mann aus Babylonien, aber dem Idumäer ergeben auf Leben und Tod. Die Priester waren empört, das Volk murrte. Was sollten sie aber thun? Einen Augenblick war die Rede, die Priester sollten unter diesem Hohenpriester nickt amtiren: dann wäre ja aber der Dienst des Herrn unterbrochen worden, und Herodes hätte Dem ruhig zugesehen. Endlich entschloß sich die Schwiegermutter des Herodes, Alerandra, zum Tyrannen zu gehen, und ihm Vorstellungen -zu machen — ach, zu unserm Unglück! Nachdem Hyrcan unfähig geworden, gebühre die Hohepriesterwürde allein ihrem Sohne Aristobul, und warum übergehe der König feinen eigenen Schwager? Anfangs wies Herodes sie ab. Aber ihre Bitten wurden von allen Seiten unterstützt, sie schrieb selbst an Marcus Antonius, sie wandte sich an die ägyptische Königin Cleopatra.—" „O unvernünftige Mutter! sah sie nicht, daß sie den Untergang ihres Sohnes beschleunigte!..." ' " ,/HerodeS gab nach — er entkleidete den unwürdigen Ananel der Würde, und übertrug diese dem Aristobul. : Ach, Meister, das war eine Freude in Jerusalem! Männer, die Herodes feindlich gesinnt waren, drängten sich zu ihm und sicherten ihm ihre Treue zu; wo der König erschien, wurde er mit jubelndem Zuruf empfangen aber freilich! der junge Hohepriester mit nock lauterm —"; „Hü! das muß dem ehrgeizigen Idumäer tief in das - Herz gebissen haben — erim Abglanz eines HaSmo» - näers — nein! das konnte er nicht ertragen...." mur-; melte' Schammai. „Unverständiges Volk, Gott! warum schütztest Du uns nicht vor unfern Feinden?.... Doch! weiter!" „Das ganze Volk schien von neuer Frömmigkeit ety - griffen, immerfort strömten die Massen zum Tempel und - füllten die Vovhöfe; die Opfergaben flössen ihm in lang nicht dagewesener Fülle zu. Endlich kam der große Tag der „Versöhnung" heran. Zum ersten Male sollte das hochheiligste Opfer des Tages von der Hand Aristobul'S - dargebrachl werden — Du kannst Dir den Zulauf des Volkes, die außerordentlichen Znrüstungen zum Feste dens- - ken, ich will sie Dir nicht beschreiben, eben so innig waren die Gebete, daß Gott das Werk in der Hand des jungen Hasmonäers gedeihen lasse. O den ehrfurchtsvollen^ Freudenruf, als Aristobul wohlbehalten auS dem Allerheiligften zurückkehrte, als er begeistert den hoch-' preislichen Namen Gottes auSrief, die herrliche Gestalt in den weißen Byffus gekleidet, daS begeisterte Antlitz wie von himmlischem Feuer geröthet, von göttlichem Lickte durchstrahlt. . . . Und noch mehr, als nach Untergang der! Sonne der große Festzug sich ordnete, um den Hohen» prikster nach seinem Hause zu geleiten, alle Straßen mit;• Teppichen belegt, 'müe Häuser mit Lampen und- Fackeln' 3 bedeckt, nie endender Siegesruf —" „Ha! das war sein Todcsurtheil, Isaak. — " „Du sprichst es, Niemandem ist eS zweifelhaft...." „Und wie geschah das Entsetzliche?...." „In den Zwischentagen deS LaubhüttenfcsteS ging der Hohepriester nach Jericho, sich zu erholen; und bald erfuhr man die Trauerkundeer wäre ertrunken, als er gegen Abend mit einigen Freunden in einem Bassin gebadet. ...^; „Ha!" , ' /; : „Aber die Wahkheit blieb nicht verborgen. Der Mörder in Purpur schickte einige von seiner gallischen Leibwache ab, die sich in der Dämmerung unter die Genossen Aristobul'S mischten, und während er schwamm, ihn auf

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