Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 2 (9.1.1854)
- Date
- 1854-01-09
- Page
- Seite 25 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3224737-3225877-3225880--13617-3243066- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
25 Jahre ertheilte 1450 der Herzog Wlodko nebst seiner Gemahlin Margaretha der Judenschaft ihres Antheils, nur wird ihnen darin untersagt, Geld zu leihen auf Kelche, Meßgewand, blutig Gewand, auf nasse und ge-, stohlene Kleider; gestattet aber wurde ihnen, in den herzoglichen Badstuben zu baden um ihr Geld, wenn sie es verlangten und sollten sie dabei in keinerlei Weise beschämt werden, Weib und Kind eines jüdischen Fricdensbrechers an ihrem Gute ungefährdet sein. — Ob die Anwesenheit des 1453 in Schlesien gegen Hussiten und Türken zu einem Kriegszuge auffordernden päpstlichen Voten Johann von Copistrano den Vekennern des Mosaismus in Glogau gleiche Verfolgung, wie denen in Schweidnitz, Liegnitz und Löwenberg gebracht, wird durch Nichts erwiesen; so viel aber ist gewiß, daß bald nachher verblendeter Glaubenseifer gegen Ketzer und Juden von Neuem zu rasen begann, gebilligt von Ladislav, dem jugendlichen, gleich seinen Zeitgenossen in Vorurtheilen befangenen Könige. — Die Treue, mit der die Juden Teschenschcn Antheils ihrer Wohlthäterin Margaretha von Cilly in harter Prüfungszeit dankbar ergeben blieb, strafte 1484 der grausame -Johann II. mit Entziehung der Güter und einer schmählichen Verweisung der Meisten, nicht Aller, aus Glogau, denn während der Belagerung 1488 erstickten am Abend des 19. Octobers 10 Juden in Pärchen in einer Baude, sieben starben eines natürlichen Todes, viele wurden in dem Pärchen begraben. Ein Unglück hatte die Juden Glogau's auch im Jahre 1442 betroffen. Damals nämlich brach ein starkes Feuer in dem Judenviertel aus und ein raubgieriger Pöbel mehrte durch Niedcrreißen der Synagoge und Plündern der brennenden Häuser den Schrecken der Unglücklichen. (Schluß folgt.) A « z e i g e. Herr B. S. Berendsohn Buchhändler in Hamburgs ist zu mehrerer Bequemlichkeit des betreffenden Publikums, von uus ermächtigt worden: Inserate für unsere Zeitschrift: „Zeitung -eS Judenthums," zur Beförderung, sowie deren Belauf, für uns anzunehmen. Leipzig, im November 1853. Baumgartners Buchhandlung. Eine sehr würdige Gemeinde mit einem sehr wohlgeordneten hebräischen Gottesdienst mit Chor und Orgel, bei strenger Heilighaktung. des Sabbats und der Festtage, in einer bedeutenden Stadt des Staates New-V.ork in Nordamerika, will, da ihr von ihr sehr verehrter Rabbiner und Prediger zu einer höhern Stelle berufen ist, einen andern befähigten Mann annehmen, dessen Hauptfunction die deutsche Predigt an Sabbat und Festtag ist. Es wird ein angemessener Gehalt gezahlt. Sie, hat die Wahl in die Hände des Herrn Rabbiner Dr. Philippson in Magdeburg gelegt, an den deshalb Qualificirte sich zu wenden haben. In der hiesigen israelitischen Gemeinde soll die Stelle eines Lehrers und Cantors, verbunden mir einem jährlichen Gehalt von 200 Thlr. nebst freier Wohnung wo möglich mit dem 1. März 1854 anderweitig besetzt werden.' Hierauf Refleetirende wollen baldigst ihre, Zeugnisse portofrei an uns einsenden. Steele a. d. Ruhr, den 1. Januar 1854. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde S. Rindskopf. A. B. Heywann. M. Nathan. Die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters in hiesiger israelitischen Gemeinde wird zum 6. Mai 1854 vacant. Refleetirende belieben sich wegen des Näheren an den Unterzeichneten Vorsteher zu wenden. Brüel in Mecklenb.-Schwerin, im December 1853. I. A. H-rzf-ld. Gesuch. Ein junger jüdischer Lehramts- Candidat, der auf zwei Instituten seine Bildung zum Lehrfache erlangt und die desfallsige Prüfung bei einer öffentlichen Prüfungscommission bestens bestanden hat, auch im Französischen und Pianofortespiel Unterricht ertheilen kann, wünscht ein Placement als Privatlehrer in einem recht soliden, jüdischen Hause. Hierauf Refleetirende wollen sich deshalb in frankirten Briefen an den israelitischen Lehrer Tannenbauw zu Wannfried (an der Werra) wenden.