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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-01-09 · Heft 2 (9.1.1854) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 2 (9.1.1854)
Date
1854-01-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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' 18. Jahrgang. 9f f T « » m » { t. * unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Vr. Ludwig Philippson in Magdeburg. 18. Jahrgang. Leipzig, den 9. Januar 1854. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s.w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr, 12 für sechs Monate.-?- 22'/r Ngr. (18 g@.) für das Mertelja.hr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere . hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. I n ha 5 t. Leiteir-er Artikel: Die drei großen geschichtlichen Sähe.; . lFortsetzung.) Zeitungsnachrichten: Deutschland: WorMs., vom *' Rheine. Preußen: Groß Strehlitz, von der Warthe, aus Schlesien, aus der Provinz Posen. J ta l i en: Rom. Großbritannien: London, London. Spanien: Gibraltar. Belletristisches r Mariamne. Correfpondenz: Zur Geschichte der Juden Glogau's. Leitender Artikel. Magdeburg, den 3. Januar. Die drei großen geschichtlichen Sätze. sFottsetzung aus Nr. 1.) Sokrates, der der Speculation nur in unmittelbar praktischen Dingen ein Recht einräumte, erlaubte sich daher auch gar keine Speculation über die Gottheit; Er fußte auf dem Volksglauben, und sprach daher eben so oft von den „Göttern" wie vom „Göttlichen." Daß in seinem Geiste diese Götter sich zu Einem Wesen, per? schmolzen, dem er die höchsten Eigenschaften zudachtedem er Allwissenheit und Allmacht zuschrieb, können wir voraussetzen, ohne daß es in dem über ihn Ueberlieserten klar ausgesprochen ist. Wir können zwar mit Mesners in dem Ausdruck % lv navri <pQuvymg noch keinen eigentlichen Pantheismus finden, müssen aber hei unsrer lückenhaften und unsichern Kunde über Sokrates' eigentliche Ansichten eben nur berücksichtigen, daß er nur das ethische Element in Betracht zog, also alles Sittliche, wie er es kannte, in der Gottheit, vollendet setzte, ohne über das Wesen derselben und . ihr Verhalten zum Menschen .eine Ansicht zu construiren. Dieser einfachen Voraussetzung, welche also Gott nur für den Menschen als ein. Ideal hinstellt, traten -auch alsbald mit gleicher Naivetät Andere mit der entgegengesetzten Voraussetzung entgegen, wie die Cyrenaiker, welche *) das Vergnügen als das höchste Gut ansahen, daher der Tugend nur einen Werth beilegten, weil sie Vergnügen bewirkt — Ansichten, die für Gott und Unsterblichkeit keinen Platz übrig.hatten, welche letztere denn auch vom Th eo-- d o r u s geradezu bestritten wurden, Im Gegensatz kehrten die Megariker zu dem Satze des Parmenides zurück, daß nur Eins fei, das sich immer gleich, unveränderlich, ewig ist, und welches sie das Gute, wie Parmenides das Reale, nennen, so daß also auch ihnen Gott und Welt Eins sind, das Seiende s. An diese knüpften endlich die alftren Skeptiker an, Pyrrho und Timon, welche alle Erkenntniß für zweifelhaft. hielten, so daß sie *) Omne bonum in voluplate posuerunl, virtutemque censuerunt ob eam rem esse laudandam, quod efficiens esset voluplatis. Cicero offic. III, 33. 2) Id bonum solum esse dicebant, quod esset unum et simile et idem et semper. Cicero Quaesl. IVj 42. -

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