Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1854-01-02 · Heft 1 (2.1.1854) · p. Seite 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
18 (1854)
Issue
Heft 1 (2.1.1854)
Date
1854-01-02
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/3224737-3225877-3225879--13600-3243048
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

diiser hat sich somit selbst als unbefähigt gebrandmarktdie bürgerlichen Rechte und Verhältnisse der Juden zu vertreten, da er die Rechte der Juden in der eigenen- Gemeinschaft mit Füßen getreten; und für den Sir Moses Montefiore- Baronetist eS schlimm, denn er hat sich damit mit den Verfolgern und Bedrückern der Juden auf ein Niveau gestellt; er hat gezeigt daß in einem Reiche solcher Juden, wie er I ist, alle Glaubensfreiheit ein Ende hätte, und Beschränkung und Ausschließung, Bann und Verbannung an der Tagesordnung sein würden.... Mit welchem Rechte trägt dieser Mann den christlichen Bavonettitel? mit welchem Rechte nennt er sich Sir! MoseS Montefiore? warum nennt er sich, nicht Rabbi j Mansche den ic.; weiß er nicht, daß dies D-nan npn j ist? warum trägt er europäische Tracht? schwarzen Leibrdck, weiße Halsbinde- Glacehandschuhe rc.; weiß er nichtdaß diech r>pn ist? warum läßt er sich! den Bart nicht stehen, die Seitenlocken abschneiden? B Str Moses, thun Sie Buße,. Sie sind ein großer Sünder- und haben nicht das Recht, Vorsitzender eitles bösrä of Deput. von f o l ch e m Kaliber zu sein.... Doch halt! ich lasse mich zu sehr Hinreißen, Strafe genug, daß Sir Moses mit allen Jntriguen und BeschWatzMgen und Bestechungen doch nur 22 Stimmen unter 45 erlangen konnte. Warnt euch dies nicht, > ihr Mättner des Bannes? Sehet ihr nicht, daß das j . Ende eurer Herrschaft herannaht? Die sich mindernde! Zahl eurer Anhänger — selbst unter den englischen Juden giebt euch hinlänglich Kunde, daß auch euer Tag sich zu Ende neigt. Sir Moses Montefiore und Genössen mögen sich vorerst neben Sir Robert Jnglis und anderen JudenemancipationSfeinden ruhig niederlassen - er hole sich von der ,;Kreuzzeitung" und der ,-deutschen Volkshalle" Belobungszeugniffe — aber er erinnere sich auch, daß . mehr als die Hälfte der englischen Juden ihn gänzlich verworfen haben, und schwerlich noch lauge seine Glaubensdespotie tragen werden, die er mit so vieler Ostentation ihnen aufgebürdet. Literarische Nachrichten. 27. December. Vor Kurzem ist die 28ste MferUNg des Ult Bölndes des Phi lippson'scheu Bibdlwerkes ausgegebdn worden, und in den nächsten Tagen Md die 29fle fertig, welche bis in das Liste Kap. des zweiten Buches Chronik reicht, so daß also nur noch wenige Kapitel von der ganzen heiligen Schrift übrig sind. Magdeburg, 28. December. . Wir haben in diesen Blättern noch keinen Bericht über die zweite Ausgabe des israelitischen Predigt- und Schulmagazins von Dr. Ludwig Philippson, die vor Kurzem erschienen, gegeben. Es ist aus. den Ankündigungen ersichtlich gewesendaß diese zweite, theils vermehrte, theils verminderte Ausgabe 14 Sabbath-, 17 Festprcdigten, 6 Confirmationspredigten, . 7 Grabreden und 8 Traupredigten enthält. Von diesen sind 1 Fest- Predigt,- 3 Confirmationspredigten und sämmtliche Grabreden und Traupredigten neu. Außerdem enthält diese zweite Ausgabe eine Auswahl von Abhandlungennämlich: die isxaelitische Religionsschule zu Magdeburgihre Geschichte und Einrichtung; über die beste Methode des Confirmationsunterrichtes; Bemerkungen über Schule und Erziehung; über die Bestimmung des jüdischen Predigers; Longin's Bemerkungen über das Erhabene; zwei Vorlesungen über den moralischen Werth der Geschichte Israels; und über die Erfahrung Israels; dann geschichtliche Aufsätze - die jüdisch-griechische Literatur, kleine. Philonianische Studien, wie verloren die Juden das.Bürgerrecht im west- und oströmischen Reiche? die Philosophie des Maimonides, die Vertreibung der Juden aus Spanien. Hinweggelaffen sind aus der ersten Ausgabe die zahlreichen Kritiken, mehrere Aufsätze, welche als veraltet angesehen werden mußten, und die belletristischen Artikel. Bemerkenswerth hingegen ist die neue Einleitung., welche, indem sie über die Anordnung dieser neuen Ausgabe Rechenschaft giebt, eine Menge fruchtreicher Bemerkungen über jüdische Homiletikjüdische Religionsschule und den Gang der neuern jüdischen Literatur aus der Erfahrung des Verfaffers einstreut. Sie wird jüdischen Predigern und Lehrern so manchen Wink ertheilen, der nicht unbenutzt gelassen werden möge. Wenn sich auch jüdische Homiletik extensiv ausgebreitet hatso kann man doch nicht sagen, daß sie in dem letzten Lustrum große Fortschritte gemacht hat, ja man könnte das. Gegentheil behaupten. Was die Predigten dieses Magazins in Verbindung mit des Verfassers zwei Bänden „Siloah" stets willkommen und nutzreich machen wird, das iß das Jüdisch- Innige, die Fülle der Sprache und die reme Form derselben. Mögen daher Lehrer und Prediger oft danach greifen - aber auA . Privatpersonen ,. welche sich erbauen und in den verschiedenen Lagen des Lebens religiös auf- 1*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.