Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 18 (1854)
- Issue
- Heft 1 (2.1.1854)
- Date
- 1854-01-02
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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metenbahnen zu einer Zeit ruhig beobachteten, als die Europäer vor solchen nöch^n wilden Schraken geriechen, sie 'verehrest Wö^en in ^den gOÄkeWn^ Hizächsten Ge- A «ib vfeitJeWift. ,;v. Endlich: alle diejenigen Völker, welche jetzt mehr oder weniger am großen Werke der Kultur betheiligt sind, tan Morgen- und Abendlawde, tn der alten und neuen Welt,- sie alle haben das a» ^Israel Zergangene,' in den heiligen * Schriften Jsrael's enthaltene Wort, ihnen allen ist die darin enthaltene Lehre, das darin ausgesprochene Gesetz j zur Grundlage ihres religiösen/ sittlichen mndrDjDDäM lichen Lebens geworden; durch den Islam im Osten, durch das Christenthum im Westen ist die religiöse Idee des Zudenchwns, wenn auch nicht in ihrer .Integrität , herrschend und in ihrer Aller Mitte das Iudenthum zu Deren Zeugenschaft geworden. Doch es soll dies nicht blos Phrase bleiben., gestatte. uns der Leser, diesen Gegenstand etwas genauer zu verfolgen. 'Währ ist es, daß die Mythölvgieen der -alten Volker nicht oberflächlich als aus blos dichterischen Figuren, ei-. nem Spiel der 'Phantasie, zusammengesetzt angesehen werden dürfen. In ihren Göttergestalten sind nach der ursprünglichen Anschauungsweise der Völker Begriffe personifizirt und symbolisirt, in ihren Göttergeschichten große Natur-- Und Geschichtsereignisse, und in ihren Göttersystemen das ganze Natur- und Geschichtsleben. Jndeß blieb es Hierbei nicht, und'um den ursprünglichen tiefsinnigen Äörn legte sich späterhin allerdings viel phantastisches ^Sprel, und was die Dichter ersannen, wurde vorn' Volke geglaubt. Zn der' Forschung auf diesem Gebiete must 'daher sehr vorsichtig zu Werke gegangen werden. 'Denn' zunächst muß das Spätere vom Ursprünglichen geschieden werden, uNP dies ist sehr schwer; und dann muß 'Symbol nach Symbol, Bild nach Bild, Personifikation - stach Personification aus' dem ganzen Bereiche dies er, und zwar Wer einzelnen , nationalen Mythölögie selbst erklärt und gedeutet werden, um nichts Frenides hineinzupsropfen — was Noch schwerer ist: Im andern Falle erhalten wir jenen Unsinn von mythologischer Auslegung , ' den S ch e l l in g in seiner letzten Phase in die Mythölogieen hineinzwängte, um eine vollständige Dialektik aus ihnen cherauSzuzwingen. ''' ' ' ' i Wie dem auch fei, die sämmtlichen Mythologien des Alterthums laufen! nicht allein auf Götzenthüm , auf'eine Viel-, mindestens Dreiöder Zwiefältigkeit des göttlichen WesenS Hinaus, sondern sie sind auch m ihrer Tiefe allesammt pantheistisch, indem ihre Gottheiten nur AersonifhpDionen von Naturgewaltsn sind, und ZGott und Mölk WÄ Identisch igstg^chäu^nstrdm. verweigen über die „Entwicklung der religiösen Idee" (Leipzig, 1847) S. 16. 7 Um aber den Erweis Mr die oben aufgestellten drei Sätze recht' treffend zu tzdben, ör'istnkre man sich, daß die Krone seines Denkens und Forschens das gesammte Alterthum in den Philosophien der Griechen gefunden. und r gHätte Ms drr ^Leser, die Lehre sämmtlicher griechischen Philosophen von Gott hier zu skizziren. Es wird da klar erscheinen, daß, so außerordentlich reich hier an Gestaltung, Ausdehnung und Liest das menschliche Denken war, dennoch durch cdaffelbr imr immer wieder der innere Widerspruch zü ^age kam, und ein höherer und syähvchaftiger Begriff E Gott wicht erreicht werden, konnte. Wie gesagt, muffen wir uns mit gedrängten Skizzen begnügen. Wie Aristoteles benlerkt l), haben die älteren Philosophen. nur nach den materiellen Ursachen -alles 'Däfeienden geforscht, und sich mit der Besiimmüng diestr begnügt. So war dem Th ales das Wasser der ursprüngliche Stoff, aus welchem Alles geworden. Pherecydes nahm Zeus, die Zeit und dir -Erde als die drei Gründwesen an, M nie entstanden sind, aber aus denen und durch die Alles geworden2 3). A n a x im ander sah das Unendliche (unagov) als das PMzip älltzs Porhaüdtznm Än / tWc dieses Unendliche ist ihm die-den Räum erfüllende Materie, und zugleich das Göttliche?). IHM stimmte Awär i m e n e S bei> LMnnyte.gher dieses Unendttchv als die, Mft?. kMst die Seele war ihm Luft, und Gott die unendliche Lust4). An die Seite dieser io n i sch eu Philosophen traten die Pythagoräer, welche die Zahlen {aQtd'fioi) als die Prinzipien aller Dinge ansahen. Sie stellten sich die Welt als ein großes, durch die Zahlen gewordenes harmonisches Ganzes vor, dem sie den Namen Kosmos beilegten.; und mitten in dieser Welt, in ihrem Mittelpunkte, als der vorzüglichsten Stelle, dachten sie sich Gott wohnen, welcher das Vollkommenste ist, nämlich das Feuer, und .als Zentralfeuer die Sonne5). Unter ihnen erkannte 1) Arist. Metaphys. 1, 3. 2) Diog. Laert. I, 119. 3) Arist. Physic. 3, 4. 7. 4) Cicero Näi. Debil*. 1, lö. 5) Arist. de cöel. II, 13.