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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-11-22 · Heft 48 (22.11.1852) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 48 (22.11.1852)
Date
1852-11-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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xvi. Jahrgang. Allg e meine No. 48. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion:' Dr. Ludwig Philippson, l>r. B. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 22. November 1852. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registersu.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes d erselben d i e allgem einste V erbreitun g zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit S Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr.. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 */a Ngr. (18 gDr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sächf. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhal t. Leitend er Artikel: Die jüdische Schule. V., Zeitungsnachrichten: Deutschland: Steinfurt, München, aus Württemberg, Sondershausen. Preußen: Berlin, aus der Provinz Posen, aus der Provinz Posen. O esterreichischer Kaiserstaat: Wien, Mißlitz. Großnien: London. Korrespondenz: London. Leitender Artikel. Magdeburg, 15. November. Die jüdische Schule. V. JVit. -ie Ellern. Wir haben in einem frühern Artikel versprochen, noch einmal auf die Notwendigkeit der jüdischen Schule im Detail zurückzukommen, und es ist dies an der Zeit. Wir wollen hier ganz vom Gesichtspunkte des materiellen Bedürfnisses ausgcHen, wenn man nämlich bei der Schule das Bedürfniß nach einem bestimmten Lehrstoff, nach gewisser Begrenzung und Färbung, deS Lehrstoffs das materielle Bedürfniß der Schule nennen kann. Und ein Solches findet in nicht zu verkennender Verschiedenheit und Individualität für die jüdische Zugend im Allgemeinen statt. Diese Verschiedenheit ist begründet theils in der besondern Stellung der Juden, theils in ihrer nicht wegzuleugnenden Individualität. Dies wollen wir mit Wenigem näher erwägen, und bemerken dabei : die Welt sagt es unS jetzt sehr klar und ohne im Geringsten hinter dem Berge zu halten, waS fie mit unS vorhat, und in welche ausnahmsweise Stellung —'' nicht bloS der Staat — sondern die gauze Gesellschaft unS immer mehr wieder zurückdrängen will; wir haben daher um so weniger Grund und Ursache, irgendwie mit der vollen Wahrheit auch unsrerseits hinter dem Berge zu halten, und der große Zweck, der unS vorschwebt, dem. Judenthume die wesentlichste Stütze wieder aufzurichten und in regelrechte Stellung zu bringen, ist zu heilig, als daß er anders als durch die ganze Wahrheit erreicht werden könnte. Die bürgerliche und soziale Stellung der Juden ist eine exklusive; selbst die Zeiten der Humanität, die jetzt hinter unS liegen, ich meine, der zu Ehren und Herrschaft gekommenen Humanität — denn wo finden wir diese jetzt? bei welcher Partei? bei welcher Fraktion? ... Bei keiner!— Humanität ist ein veraltetes Wort geworden, ein Zopf, bei dessen Erinnerung aber noch viele Thränen stießen werden— selbst die Zeiten der Humanität vermochten sie nicht zu ändern, wie viel weniger die, welche um unS und vor uns liegen! Lassen wir die äußeren und inneren Gründe heut bei Seite, und beschäftigen unS nur mit dem Faktum. Gehört die größere Zähl der Juden noch immer dem Handel an, fo lebt doch selbst in den Glaubensgenossen, welche den Handwerken und anderen Gewerben sich gewidmet haben, eine Richtung über sich hinausein Streben nach Weiterm und Höherm, nach einem Aeußern, das die Stellung des Individuums — wenn auch nur mit Goldpapier beklebe. Tadelt mir dies ja nicht! ES kann lächerlich, es kanii

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