Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 47 (15.11.1852)
- Date
- 1852-11-15
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XVI. Jahrgang. Al l g t IN e i N t* Nv. 4V. Zeitung -es Zudenthmns. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Vr. Ludwig Philippson, Vr. D. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig,, den 15. November 1852. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. Zn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr.. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate22'/r Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhal t. Zeitungsnachrichterr: Deutschland: Hamburg, aus dem Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin, aus Baiern, Frankfurt a. M. Preußen: Posen, aus der Provinz Posen. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, .Wien. Literarische Nachrichten: Leipzig, Prag. Korrespondenz: Hoppstätten. Verhältnisse der Israeliten im Fürßenthüm Birkenfeld. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. Hamburg, im Oktober. (Privatmitth.) Von einem Arzte in Jena, dem vi. Zimpel, ist eine allen Israeliten gewidmete Denkschrift „Die Israeliten in Jerusalem" erschienen, die den ohne Zweifel wohlgemeinten Zweck erstrebt, die in dem ehemaligen Lande Juda, und namentlich die in den 4 Städten wohnenden Juden zu Ackerbauern zu erziehen, und zwar durch den Anschluß an einige dort ansässige christliche nordamerikanische Ackerbauer. Wir halten eS für angemessen, uns über diese Schrift und ihre Tendenz auszusprechen. WaS dieselbe über den erbarmenswürdigen und erbärmlichen Zustand der jetzt in Palästina lebenden Juden mittheilt, das bleibt weit hinter der Wahrheit zurück, und eS ist kein kleiner Beweis von dem Fonds von Moralität, den daS Judenthum auch in seinen verzerrtesten Gestalten beherbergt, daß diese Menschen nicht allen erdenklichen feigen Lastern völlig hingegeben sind. Auch wäre der Vorschlag, sie zum Ackerbau, zur Viehzucht, zum Seidenbau, zuv Bienenzucht u. dgl. anzuleitett, gewiß der beste unter den bewandten Umständen, insoweit daS größtentheils steinige Land um Jerusalem, die öffentliche Unsicherheit, zumal der Juden, und die Unfähigkeit der ASkenastm Grundeigenthum zu akquiriren (den Sefaradim oder sogenannten Franken ist es gestattet) keine unüberwindlichen Hindernisse darbieten. ES ist aber eine andere Seite dieser Angelegenheit in Betracht zu ziehen. Die allgemeine Grundlüge, auf deren Boden sich die Wortführer unserer jüdischen'Orthodoxen fast durchgängig stellen, ist die angebliche Sehnsucht nach einem Messias, nach einer Heimkehr nach Palästina. Don da aus führen sie ihre Angriffe gegen alle Reformen, von da aus begeifern sie ihre Mitjuden bei denjenigen Männern der Regierungen, wo ste sich einzuschmeicheln beabsichtigen, und bei denen ein empfängliches Ohr für alle Feindseligkeit gegen Juden überhaupt vorauSzusetzen ist. Wenn wir vernehmen, daß eiwteaktionärer Minister einen progressiven Landrabbinen mit den Worten entläßt: die orthodoxen Juden nur sind die besten Unterthanen; denn sie Walen sich nie um ihre Riegrerüngen, sondern denken nur an ihr wirkliches Vaterland, Jerusalem — so kann unS das nicht Wunder nehmen, .efcertfo wenig als wenn wir hören, daß eine gewisse geheime Audienz auf demselben- Gebiet sich bewegte. >;; :