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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-11-08 · Heft 46 (8.11.1852) · p. Seite 555

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 46 (8.11.1852)
Date
1852-11-08
Page
Seite 555 (sequence 11)
Language
German
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555 sein muffen! — Undwie?sehetgenauerzu,ist denn irgend Etwas, was da ist, nicht unsterblich? Auch der Staub> auch. das Körperliche M 'Unsterblich,> aber der Staub' ist unsterblich, indem er sich immerfort, zusammensetzt und auflöst, immerfort eine ganz andre Masse bildet — aber unser Geist ist einfach, einig, ohne Theile, ohne Glieder, er ist nicht zusammengesetzt, er kann daher auch nicht zertheilt und zersetzt werde«) darum ist er unsterblich, so wie er einmal ist, als ein einiges Wesen, dessen Kräfte sich immer mehr entfalten, immer weniger von den Banden.deS Leiblichen1 beschrankt werden) aber er ist, und darum must er fürder sein! Wolan! wir sind .unsterblich! uns ruft eS die Menschheit, die ganze Welt, Gott, unser eigener Geist zu; wir sind in unserm Ich, in unsrer Persönlichkeit, in unsrer Liebe, in unsrer Entwickelung, in ünserm ganzen Sein unsterblich. Hinweg Wahn, hinweg Zweifel, hinweg Trug — ha, dieser armselige Trug, der, weil noch Niemand zmückgekehrt von wo er nicht zurückkehren kann, zweifelt, leugnet.- So wahr Gott, so wahr die Welt, so wahr wir selbst sind — wir sind unsterblich! Auf, ihr Kinder des StaubeS, jubelt darob, ihr seid keine Kinder deS Staubes, ihr seid unsterblich^... Wie? der und der, mitten in diesem Jubel, seufzet darob — dich drückt die Erinnerung an deine Schuld, dich läßt fürchten, bangen, zittern der Gedanke an den Richter droben an daS Jenseits ... nicht doch, fasse die Hand, die der Vater dir reichet, Nichts bleibt ungeahndet, aber Nichts ist, was Gott nicht vergiebet, versöhne, versöhne dich, sühne, bereue, bessre dich ... dann gehest auch du einst lautrer zu den Pforten deS Jenseits ein — wir waren, sind und werden sein durch Gott, bei Gott, mit Gott! Amen. Chor. iNach der oben gegebenen Melodie.) ES ist der Mensch.hier Pilger nur, Drum ist auch seiner Heimath Flur Hoch oben; Und ob dem Leib das Grab man gräbt, Zur Heimath leicht sein Geist entschwebt Nach oben. O sicher, die Unsterblichkeit Eröffnet unsrem Geiste weit ' Die Pforte; ' j ' Dafür ist GOTT uns Bürg' und Pfand, Daß hier und dort ist Seine Hand . Zum Horte! .. . ' ■■ 3. Der Geistliche: San. ' Der Vorbeter: v-'vnin 2« *). Der Geistliche: Vater der Barmherzigkeit! Ja, wir erheben unsre Stimme heute zur Erinnerung an und zum Gebete für all die zahllosen Reihen derer, die im langen Laufe der Geschichte Israels das Bekenntniß 2HN 'ti „der Ewige ist einig und einzig!" mit ihrem Leben besiegelt haben, die da durch's Schwert gestorben um Deines Namens Verherrlichung, die da durch Feuer gestorben um Deine Anbetung, die da. durch Wasser gestorben um Deine Anerkenntniß — o daß ihre Geister im Jenseits die Ruhe gefunden, die ihnen hienieden durch Menschen versagt worden, daß. sie mit der Krone deS Sieges gekröiit worden, daß sie. im Änschauen Deiner den Lohn gefunden für die Schmerzen und Martern und Foltern, die sie hier erlitten —- — uns aber sei ihre Erinnerung zum Vorbilde, ihr Beispiel zum Muster, ihr. Gedächtniß zur Beeiferung, ihr Andenken zur Begeisterung, treu der Wahrheit, die wir erkannt, treu dem Glaubenden wir begriffen, treu dem Bunde, in welchem wir geboren sind, zu wandeln, zu leben und zu sterben, und Über unS zu nehmen, was uns auferleget wird. O daß unsre Treue nicht breche an diesem und jenem. Opfer, daß wir zu bringen, daß wir unS nicht lösen von der Gemeinde Jeschurun's um diese oder jene Last, die wir zu tragen, diese oder jene Entsagung, der wir uns' zu unterziehen haben! Gürte uns mit Kraft, rüste unS.mit Ausdauer, waffne uns. mit Treue! Heilige uns, versöhne unS, der Du der Gott der Versöhnung bist. Schreibe "uns Allefammt in das Buch deS Lebens ein! Amen. Chor. (Nach der Mel.: Wie sie schreitet, mitgetheilt in No. 44.) Laßt uns allweg danach ringen, . Daß unS Gottes Segen werd', Zu des Lebenswerks Gelingen, Zw der That am stillen Heerd, Wenn wir draußen rings Uns müh'n, Wenn, wir cküd' zur Hütte ziehn; ' Gottes Segen, wenn wir lieben Und der Liebe Werk nur thun, Wenn allein das Recht wir üben, Wenn wir nur im Frieden rnh'n, *) Natürlich mit Auslassung der Stellen, die für unsre Zeit nicht paffen. . - »

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