Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 46 (8.11.1852)
- Date
- 1852-11-08
- Page
- Seite 552 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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552 tische Gemeinden auf. So ging es denn auch in Fritzlar und in Marburg: dort trennte sich ein großer Theil von dem KreiSrabbinen Wetzlar, hier sagten sie sich loS von ihrem Provinzialrabbinen Gosen. Die Marburger nannten sich „die Ueberzeugten", indem sie wahrscheinlich überzeugt waren, ihr Geld zu sparen. Diese traurigen Verhältnisse, in welche jüdische Gemeinden am Wenigsten verfallen sollten, weil sie hierdurch am Ehesten und mit Recht .wwöyi VttJöb werden müssen, sind nun zwar durch höhere Entscheidungen, wonach die Abgetrennten zur Zahlung ihrer seitherigen Beiträge verurtheilt wurden, theilweise wieder geregelt; allein in Marburg erkennt die Gemeinde dessen ungeachtet ihren Rabbinen noch immer nicht an und dieser ist nun schon während der ganzen Zeit deS traurigen Konflikts verhindert die OrtSsynagoge besuchen zu können. — Herr Gosen, der Nestor unserer hessischen Rabbinen, ein sehr gemüthlicher Mann, wird den meisten Lesern dieser Zeitung sowol auS Aufsätzen, die er in dieselbe geschrieben, wie auch von der frankfurter Rabbinerversammlung her noch im Gedächtnisse sein. —. Zn den darmstadtischen Orten Homberg und Alsfeld machte ich die erfreuliche Wahrnehmung, daß in diesem Lande mitunter jüdische Lehrer an christlichen Schulanstalten Unterricht — wenn auch nur privatim — ertheilen. -—. Der Postwagen führte mich durch Fulda, die Bischofstadt — wie sie Heinrich König in seinem neuesten Buche nennt. Daß die hiesige Jsraelitengemeinde mit zu den ältesten gehört; daß sie im Mittelalter große Verfolgungen auSzußehen hatte — es wurden damals 600 auf einmal erschlagen — die auch in späterer Zeit sich noch wiederholten*); daß sie mitunter sehr berühmte Rabbinen besaß, ist männiglich bekannt. Der gegenwärtige Provinzialrabbine Herr vr. Rosenberg, ein in der jüdischen Literatur sehr bewanderter Mann,, von streng religiösem und rechtlichem Charakter, hat, wie schon in diesen Blättern gemeldet, die hiesige Stelle aufgegeben, um eine weit bessere in der niederländischen Provinzialhauptstadt Gröningen anzutreten. Unter drei zur Abhaltung von Probepredigten Aufgeforderten soll er am Meisten gefallen haben.— Möge der hiesige Rabbinatssitz nicht lange verwaist bleiben! Möge die Gemeinde in ihrem künftigen Seelsorger einen klugen und energischen Mann finden, der *) Man vergl. die schöne Novelle: „Prag vor hundert Jahren" von Dr. S. Mayer im 13ten Jahrgang dieser Zeitung. Anmerk. d. Eins. mit umsichtigen Händen den mitunter sehr steinigen Weinberg des Herrn zu bestellen versteht. L—n. Liturgisches. Einiges aus der Synagoge' zu Magdeburg. (Fortsetzung.) . Anmerk. Leider! bemerkten wir, daß in No. 44, S. 529, Sp. 1 im zweiten Verse des Liedes am Laubhüttenfeste vor der Predigt eine ganze Zeile ausgelassen worden. Der Vers muß heißen: Freude hast du unS bereitet, Reiche Gaben uns verlieh'»: Wie der Lenz vorüberschreitet, Wie deS Sommers reifend Glüh'n, Wie der Herbst mit voller Hand . Seine Füll' unS zugewandt. 3. Die Todtenfeier am Jom Kippur. Wenn wir diese hier ganz mitlheilen, so geschieht. es, um diese schöne Feier auch da eingänglich zu machen, wo sie noch fehlt. Die Lieder sind sämmtlich eigen gewählt, mit dazu abgefaßten Texten; die Betrachtung ist natürlich jedes Mal eine andere, wir theilen hier die am jüngsten I. K. von unS gehaltene mit. ifl^ der Mensch nur Pilger hier. Aus Staub ist sei - neS^ Lei - beS Zier ge-