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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-11-01 · Heft 45 (1.11.1852) · p. Seite 537

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 45 (1.11.1852)
Date
1852-11-01
Page
Seite 537 (sequence 5)
Language
German
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m den, namentlich aus der Stadt Sambor Petitionen, Protestationen, Rekurse und Vorstellungen auSzusenden, in der Absichtden Israeliten ferner gekettet und eingebannt zu wissen. Indessen haben die Israeliten dem großen Kaiserworte vertraut , kauften Häuser, und Liegenschaften an, welche auch gerichtlich intabulirt wurden, bezogen die Mahnungen in der Stadt, und weil Se. Mäj. alle Gegenvorstellungen zurückwies, blieben sie im ruhigen Besitze und Verkehr bis in. das gegenwärtige Jahr 1852.:;::-;. Da tauchte plötzlich ein feindlicher Geist auf, die Magistratsbehörde der Stadt Sambor lieh ein williges Ohr den Kleinbürgern,, die in ihrer Versolgungssucht noch einmal eine Vorstellung an diese Behörde versuchten. Und auffallend genug umgeht diese unterste Instanz alle hohen Minifierialanordnungen, ja selbst die allerhöchste Entscheidung und verordnet aus eigener Macht mit diktatorischem Dekrete, vom 14. Juli 1852 Z. 3727, daß den 1. November d. I. die Israeliten aus den Wohnungen der Stadt weichen, und unabänderlich Solche verlassen. Alle diejenigen, die einen Besitz in der Stadt sich angekauft, müssen ihre Realitäten binnen eines peremptorischen Termins von 6 Monaten an Besitzberechtigte veräußern. Der harte Schlag vernichtet alle Hoffnungen Israels auf eine bessere Zukunft, zwar leuchtet uns ein friedlicher Stern in der Gnade unsers wahrhaft hochherzigen, mildgesinnren, Menschenglück befördernden Kaisers und seines weisen Raths und Ministeriums, an welche hohen und höchsten Instanzen wir unsere Berufungen ergriffen haben, der Erfolg sei welch immer, indessen ist unsere Lage verzweiflungsvoll. Die Flamme der Zwietracht ist entzündet, das Proletariat nimmt Partei — der Keim des Bösen wuchert, die Verfolgungssucht ist erwacht und Tausende Menschenleben stehen auf dem Spiele. Gott der Allmächtige schütze uns und erwecke für uns Gerechtigkeit und Gnade in den Herzen der Mächtigen! Denn sonst fürwahr! sind wir jetzt zehnmal schlimmer daran als" vor 1849, und das frühere Schicksal wäre erträglicher gewesen als das zukünftige! Sikolz bei Fünfkirchen (Ungarn)', im Oktober. (Privatmitth.) Durch die ewigen Zerwürfnisse unserer eigenen Glaubensbrüder gehen so manche mit Opfern m's Leben -gerufene Institute zu Grunde. So ist durch-die unausgesetzten Verfolgungen eines einzigen Mannes, der weder lesen, noch schreiben kann, die hiesige rühmlich bekannte Lehranstalt aufgelöst, und der an derselben fungirende, vortreffliche Pädagog Ignaz Rosenberg nach Baja gegangen,, wohin ihm die Glückwünsche aller hiesigen Einwohner folgen. Hat derselbe doch durch sein mehrjähriges Wirken sich die Liebe aller Konfessionen erworben, so daß die reformirten christlichen Eltern ihre Kinder auch die israelitische Schule besuchen ließen. Wie traurig! verdient dies nicht eine öffentliche Rüge? (Mehr noch als der unwissende Mann, der dies bewirkt bat, ver^ dient die Gemeinde die öffentliche Rüge,- welche dies bew-irken ließ! Red. d. Ä. Z. d. Jud.) Großbritanieu. London, im Oktober. (Privatmitth^) Daß auch hier in England noch nicht aller Judenhaß zu Grabe getragen worden ist, mögen Sie aus einem Artikel in der vom 3. September 1852 ersehen, wo ein Berichterstatter dieses Blattes bei Gelegenheit der Wiedereröffnung der Vuk68,xl3e6 8xn38o§6 wie aus heiterm Himmel, ohne alle Gelegenheit oder Veranlassung über die Juden im Allgemeinen herfallt und einen solchen Erguß von Schmähungen und Verleumdungen über sie wirst, baß wir nicht anders glauben der Mann habe das Miserere gehabt. Denn unsere Nase ist in der medizinischen Welt an Manches gewöhnt worden, aber von diesem Artikel wurde sie doch zu sehr verletzt, um den ergossenen Inhalt nicht auf's Mindeste für längst angesammelte Galle, wenn, wie gesagt, nicht für etwas AergereS zu halten. Er ist aber sowol in dem JewishChronicle, besonders aber von Herrn M. Breslaur durch ein eigenes Pamphlet, welches sehr gut ausgenommen worden ist, gehörig gewürdigt worden. AuS diesem Pamphlet erfahren wir noch eine Thatsache, die der weitern Veröffentlichung nicht unwerth ist. .. , In der Kirche zu Folkestone findet sich eine Tafel, woraus geschrieben ist, daß ein Jude, Ellis. Wolf, der in Folkestone gewohnt hat, am 27. November 1816 eine Summe von 596 L. St. auSgesetzt und den Verwaltern deS Kirchengutes überliefert habe, zum Zwecke, daß die Zinsen-jährlich am 5. Februar (dem

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