Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 42 (11.10.1852)
- Date
- 1852-10-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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xvi. Jahrgang. Allgemeine No. 4L. Zeitung -es Zudcuthums. V ' Ein V, miparteiifthes Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig Philippson, Vr V. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 11« Oktober 1852. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes d erselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 0©r.) für sechs Monate 22 '/r Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die könkgl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. I n h a l t. Leitende Artikel: Die jüdische Schule. II. — Von der Seele . (Schluß). Zeitungsnachrichten: Deutschland: Frankfurt«. M., ausBaiern. Oesterreichischer Kaiserftaat: ausOstgalizien, Preßburg. Preußen: Berlin, Münster. Großbritanien: London. Kleine Berichte aus den Gemeinden: Glückstadt. Korrespondenzen: Dessau. Die Franzschule. — Maastricht. Die jüdische Kirchenverfassung in den Niederlanden (Fortsetzung). Leitende Artikel. Magdeburg, 3. Oktober. Die jüdische Schule. II. An die Lehrer. Wir haben in No. I. (No. 40 d. Ztg.) die Nothwendigkeit der jüdischen Schule im Allgemeinen erwiesen — im Detail kommen wir noch einmal darauf zurück — lasset uns heute, Ihr Lehrer der jüdischen Jugend, ein Worr über den Antheil, den Ihr selbst daran zu übernehmen habet, verhandeln. Um einen tüchtigen jüdischen Lehrstand zu schaffen, dafür sind nicht allein keine begünstigenden Momente vorhanden, vielmehr alle dagegen! DaS Klagelied ist lang und inhaltsreich, aber ich will es hier kurz zusammenfassen, und sei eS nur, damit Ihr sehet, daß Eure Lage wohl bekannt ist. Zuerst: um den jüdischen Lehrer zu bilden, giebt eS keine Anstalten. Mit Ausnahme einiger wenigen (3), mangelhaft dotirten, und demungeachtet in ihren Kreisen segensreich wirkenden Seminarken keine einzige Bildungsanstalt für die jüdischen Lehrer in Deutschland, in Preußen, in Oesterreich! Man wird nicht einwenden, daß die jüdischen Lehrer die allgemeinen Seminarken besuchen können — natürlich, daß sie irgendwo ihre geistige Nahrung herholen müssen — aber nur in wenigen Staaten sind die Seminanen so beschaffen, daß sie von jüdischen Lehramtspräparanden besucht werden können) sie sind meist strengst konfessionell, an Ortschaften, wo wenige oder gar keine Juden wohnen, Sabbat und Festtage legen große Hindernisse —- und selbst dann, wo aber schöpft der jüdische Jüngling die znm Lehrfach genügende Kenntniß seiner Religion, ihrer Literatur und Geschichte? wo die Anleitung zur Methodik in diesen Lehrfächern? wo — und dies ist die Hauptsache — die volle Begeisterung der Iünglmgsbrust, den kräftigen Aufschwung des Geistes, geweckt und gehoben durch das lebendige Wort und daS leuchtende Beispiel deS Lehrenden?... Alsdann: um den jüdischen Lehrer aufzumuntern, ihn fortwährend zur Anstrengung aller Kräfte zu reizen, ihn zur Weiterbildung seiner selbst wie zur unermüdlichsten Beeiferung um seine Zöglinge anzuspornen, welche sind seine Belohnungen? welche feine Aussichten auf Beförderung, auf Karriere, auf Belobung, auf größeres Gehalt, auf sichere Ruhe im Alter?... Ferner: um den jüdischen Lehrer zu befriedigen, w-