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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-10-04 · Heft 41 (4.10.1852) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 41 (4.10.1852)
Date
1852-10-04
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XVI. Zahrgaug. Allgemeine No. 4L / ' /- Ei» unparteiisches Organ für alles jüdische Jutereffe. Redaktion: »r. Ludwig Philippfon, Dr. B Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 4. Oktober 1852. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen.- In Gemäßheit "des Zweckes d erstelben di e allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst ni edrigr mit 3 Thlr. für den Jahrgang; 1 Lhlr.^lS Ngr. st Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate —22^2 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Latere hat sich die <d«igl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier -unterzogen. I n h a 1 t. Leitender Artikel: Wohin sotten wir unsere Bestrebungen richten? Zeitungsnachrichten^Deutschland: Frankfurt a. M. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, von der Donau. Preußen: Lissa, Münster, aus der Provinz Posen, Berlin. Dänemark:Ältona. Frankreich: Paris.- Großbritanien: London. Rußland: Warschau. Belletristisches: Jüdische Mährlein. (Fortsetzung.) Leitende? Artikel. Magdeburg, 26. September. Wohin sollen wir unsere Bestrebungen richten? Von Zeit zu Zeit geben wir uns gern Rechenschaft von dem, was eigentlich zu thun sei? 'Zn dem Gewirrt des Lebens, wo bald Dies, bald Jenes die Aufmerksamkeit auf sich zieht, verlieren wir leicht den allgemeinen Standpunkt unter den Füßen, und die einzelnen Äuge und Striche wollen sich zu keinem anschaulichen Bilde vereinen. Um so unheimlicher wird eö uns dann zu Muthe, als ob wir ohne Kompaß auf dem Meere umherführen, ohne Kenntniß des Weges in einem Walde umherrennten. Dann ist uns die Stunde willkommen, in der wir uns zurückzuziehen vermögen, um zu klarem Bewußtsein von dem zu kommen^ was eigentlich zu thun sei? um uns das Terrän der allgemeinen und besonder» Ähätigkeit für die nächste Zeit abzustecken. Was wir im Judenthume zunächst zu thun haben, worauf unsere Bemühungen, Arbeiten und Anstrengungen zu richten seien? Wir legen es uns folgendermaßen zurecht. I. Vor Allem muß die Lehee des Judenthums durchgearbeitet, gefestigt, belebt werden. — Es ist dies keine allgemeine Phrase, und wir verstehen sie nicht in dem Sinne, als ob dies nur Folge der Aufgabe aller Jahrhunderte sei. Wir halten vielmehr ganz besonders unsre Zeit für berufen, diese Aufgabe einmal wieder im engsten und konsequentesten Sinne zu lösen. Theils vom speziellen Standpunkte: wir sehen seit Mosche durch die Propheten, heil. Skribenten, Talmudisten und Rabbinen hindurch immer in Israel die Zeiten wechseln, wo nach dem innersten Bedürfnisse bald mehr der Lehre, bald mehr dem Gesetze die Arbeit des Geistes zugewendet wurde; sie lösten sich darin ab, als ob es gelte, diese beiden Strömungen der Idee und des Lebens in Israel in ewigem Flusse zu erhalten, und sobald die eine die-andere überwältigt hat, letzterer wieder zu Kraft und Inhalt zu verhelfen. Die letzten Jahrhunderte hatten die Lehre unter der Masse des Formgesetzes zu sehr erdrücken lassen, als daß wir nicht von selbst darauf gewiesen wären, sie wieder zu erheben und als Panier der Zeit aüfzurichten. Theils auch vom allgemein menschlichen Standpunkte: wenn wir in der Menschheit die äußersten Ertreme abziehen, und. hswol von den spitzfindigen Sophistereien der Philosophen ex prokesso als von den Produkten des blinden Glaubens absehen, so stellt eS sich heraus, dasi

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