Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 38 (13.9.1852)
- Date
- 1852-09-13
- Page
- Seite 454 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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454 Oesterreichischer Kaiserstaat. Prag, 3. September. Der „Lloyd" meldet: vr. pdil. Saul Kämpf, Prediger am Prager israelitischen Tempels ist von Sr. Erz. dem Herrn Unterrichtsminister Grasen Thun als Vertreter d^r Dozenten bei dem Prosefforenkollegium der philosophischen Fakultät der prager Universität bestätigt worden. Holland. Aus Nordbrabant, 24. August. (Privatmitth.) Die öffentlichen Blätter enthalten folgendes vom Justizminister an den Polizeidirektor des vierten Polizeidiftrikts gerichtetes amtliches Schreiben: No/ 109. Haag, 7. August 1852. Mein Vorgänger hat aus Ihrem Bericht vom verwichenen 7. Juli, No^ 902, Anlaß genommen, um Se. Maj. ausführlich bekannt zu machen mit demjenigen, was Sie gelegentlich herbeigeführt haben, um den ausdauernden Eifer und die außerordentliche Kapazität des Herrn Polizeikommiffar C. Heilbron Dz. in Amsterdam nach Gebühren hervorzuheben. Jetzt ruht auf mir die angenehme Verpflichtung, genanntem Beamten im Namen Sr. Maj. zu erkennen zu geben, daß Allerhöchstdieselben mit besonderer Zufriedenheit Notiz genommen haben von den löblichen Zeugnissen, durch seine Obrigkeiten über ihn abgegeben, so wie auch von den guten Früchten, welche seine der Polizei und Justiz erwiesenen Dienste hervorgebracht haben. Ich schmeichele mir, daß dieser Beweis königlicher Auszeichnung Herrn Heilbron willkommen sein, und ihn so wie auch seine AmtSgenoffen ermuthigen wird, mit gleichem Eifer und Ausdauer ihren schweren Pflichten nachzukommen, damit sie dadurch mehr und mehr Anspruch erwerben mögen auf die Zufriedenheit aller ihrer Vorgesetzten und auf die Achtung ihrer Mitbürger. Der Justizminister Strens.". Am Ende des vergangenen Jahres hat unser geliebter König ein Ehrenzeichen gegründet zur Belohnung ehrenvoller, langwieriger, wirklicher Dienste bei der Bürgerwehr. Durch königlichen Beschluß vom 12. c. ist diese Auszeichnung nebst Anderen auch folgenden Personen zuerkannt worden, nämlich: vr. jur. A. D. Meyer, ehemaligem Major, C. Heilbron Dz., ehemaligem Kapitän, L. E. Snitzler, zweitem Lieutenant-Quartiermeister, AM. de Metz und I. Coopman, ehemaligen Sergeant-Majoren, D. M. Gaarkeuken, Sergeant, E. Cohen, Trommler, Alle von der qmsterdamer Bürgerwehr. Auch in anderen Orten haben schon und werden der Reihe nach Juden gleiche Auszeichnung erhalten: Im Gefolge eifriger und selbst persönlicher Verwendung des wohlehrwürdigen Oberrabbiners von Gelderland, Herrn I. Lehmans, hat der permanente Verwaltungsausschuß (Gedeputeerde Staten) der Provinzialstände genannter Provinz sich beeilt, die betreffenden Anträge und Vorschläge gedachten Rabbiners . den Provisoren der Krankenanstalten in Zülphen zuzuschicken und dieselben zugleich ersucht, „mit dem israelitischen Vorstande die nöthige Übereinkunft zu treffen, damit die israelitischen Patienten daselbst sowol hinsichtlich ihrer religiösen wie körperlichen Verpflegung das Redliche erlangen und also erhalten, was zu deren Wohlstände nothwendig ist. Dem Resultat dieser Bemühungen wird man mit Belangstellung entgegensetzen." Die jüdischen Patienten werden also -nr^-Essen rc. bekommen. Dieser, auch das nordbrabanter Oberrabbinat ad interim perwaltende und einem gemäßigten Fortschritt im Kultus nicht abgeneigte Oberrabbiner hat sich immer für die israelitisch-religiösen Angelegenheiten seiner Rabbinate bei den Zivilbehörden interessirt; so sind z. B. durch desselben Vermittelung manche frühere jüdische, jedoch, durch verschiedene andere Umstände in Händen anderer Konfessionen übergegangene Begräbnißstätten zu ihrer frühern Bestimmung zurückgekehrt. Der über diesen hochgeehrten Mann in No. 15 XI. Jahrgang, dieser Zeitung vorkommende und „von der holländischen Grenze" eingesandte Bericht ist durchaus falsch und der Widerlegung nicht werth. Auch aus dem Herzogthum Limburg kann ich Ihnen eine erfreuliche Nachricht mittheilen. Durch Verwendung des biedern Herrn S. Bloemendal in Mastricht, korrefpondirendem Mitglied der- Oberkommission für die israelitischen Kultusangelegenheiten, haben kürzlich die israelitischen Gemeinden in Roermond, Sittard und Meerssen zum Behufe ihrer im Bau begriffenen Synagogen von den Provinzialständen er-