Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 38 (13.9.1852)
- Date
- 1852-09-13
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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xvi. Jahrgang. Allg e IN eine No. 38. VEin unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig Philippson, Vr B. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 13. September 1852. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s.w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1, Thlr. .15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22'/r Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; dsr Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. I n h a l t. Leitender Artikel: Zum Neujahrsmorgen. Zeitungsnachrichten:Deutschland:ausBaiern. Preußen: Berlin, Posen, Breslau. Oesterreichisch er Kaiserstaat: Prag. Holland: aus Nordbrabant. Palästina: Jerusalem. Belletristisches: Jüdische Mährlein. (Fortsetzung.) Leitender Artikel. ' Magdeburg, 6. September. Auw Neujahrsmorgen. iüni Siebeytes Wort wider den Unglauben. Jahr nach Jahr verrinnt. Das Nochnichtgewesene wird geboren, daS Junge wird alt, das Alte scheidet. Aber nicht wie Lag an Tag, Stunde an Stunde sich reihet, werden wir dies gewahr, nur wenn wir am Schluß und Beginn eines größern Zeitabschnittes stehen, fällt es uns in die Brust, und läßt es uns bang und ängstlich empfinden....' Doch nicht dies soll uns beschäftigen. Ein Anderes. Groß und voll tiefen Sinnes ist dies NdiüN ^"i-Fest — es ist das Fest der Selbsterkenntnis!; Du sollst in Deine Seele schauen, Israelit, und mit'Dir ernste, wahrhaftige Zwiesprache halten, wie es um Dich stehet, ob Du fortgeschritten im Guten und Sittlichen, oder im Gegensätze, ob Du Fehler abgelegt oder angenommen, vb Du Fehltritte begangen oder vermieden — das sollst Du Dich fragen, und Dir aufrichtige Rede stehen, zur Vorbereitung auf jenen Tag der Versöhnung, da Du der Sünde Vergebung erhoffest. . .. Doch auch Dies ist es nicht. Ein Anderes. Wenn jetzt die Klage über den theils irreligiösen, theils religionslosen Geist in Israel immer häufiger und lauter ertönt, wenn ebensowol die Beachtung der religiösen Bräuche, wie das Hangen an Lehre und Inhalt immer schwächer und schwankender wird, wenn immer Zahlloseren der Bekenner des Judenthums die Religion in die Ferne tritt und entschwindet was haben wir darauf zu erwidern? ... Heute nur eine allgemeine Betrachtung. „Es ist Alles schon da gewesen!" sprach jener alte Weise. .Schlaget nur die Bücher der Propheten auf, und Ihr werdet Schilderungen lesen,-die in ihrer Furchtbarkeit noch lange nicht auf unsere Zeit und Zustände zutreffen. Leset die „Wehe!" Jeschaja's (K. 5), leset die Klagen Jirmeja's, wie Israel seinen Gott verlassen mit Hohne, Und wie all die Propheten die Verödung schildern auf dem Berge deS Herrn, die Verwüstung in der Pflanzung Gottes --- die Religion Israels hat all Dies immer wieder überwunden, und all solche Zeiten hinter sich gelassen; nicht blos die Kämpfe hat sie siegreich'bestanden, die ihr bereitet wurden, sondern in jeder Wüste hat sie die Quellen des Heils immer wieder geöffnet, wenn sie versiegt schon schienen, in jeder Steppe aus dem Ginsterstrauche Zedern, auS dem Diftelbusch Dattelpalme und Oelbaum und Myrthe geschaffen.. .. Denn die Mahnungen zur Religion sind ewig, die