Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 33 (9.8.1852)
- Date
- 1852-08-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XVI. Jahrgang. Allg e m eine No. 33. unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. R e d a k 4 i o n: Dr. Ludwig Philippson, Br. B. Meyer. Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 9. August 1852. v : - « - Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis' äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. l5 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate ii1/* Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Me Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition .für beide Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. : . I n h a l t. Leiterrde Artikel r Posttivetat und Gemeinfinn! — Zur Sache der israelitischen Schul-Lese-Bibliotheken. " Zeitungsnachrichterrr Deutschland: Stuttgart, Baiern^ Preußen: Berlin, Ostrowo, aus der Provinz Posen, aus der Provinz Posen, aus dem Großherzogthüm Posen, aus dem Großherzogthüm Posen. Oesterreichischer Kaiserstäat: Wien. Donau>fürstenthümer: Foltischenh. Frankreich: Paris, Paris. Niederlande: Mastricht. Die Schweiz: Ober-Cndingen. Korrespondenz: Mastricht. Die jüdische Kirchenverfassung in den' Niederlanden. Belletristisches: Der unbekannte Rabbi. Eine Novelle. (Fortsetzung.) Leitende Artikel. Magdeburg, 2. August. Pofitivetät und Gemeinfinn! Was vor Allem Noth thut, da.S ist, daßwieder gebaut»n d g esch aff 1 werde in Israel. * 'Es ist an der Zeit, daß positive Schöpfungen wieder aufgeführt werden. Wir meinen dies nach b e id e n Seiten, innerlich und äußerlich. -Die Zeit der Kritik ist vorbei. Es kann mit ihr Nichts mehr genützt werden. Der Kampf um die Autorität. deS Talmuds ist zu Ende, dieser Kampf interessirt nicht.mehr^ Wir wissen, - daß ein zahlreicher Theis der Judenheil! an dieser Autorität hängt/ und den Grund dazu in fich,. in^ ihrem Standpunkt, in ihren Ueberzeugungen findet; wir wissen/daß eben so ein zahlreicher Theil diese Autorität deS Talmuds entweder ganz und gär verwirft, oder nur bedingungsweise als' einer der geschichtlich e»'Grundlagen des JudenthumS zuläßt^ so-daß sie der Entwickelung unterworfen sek, und daß. auch dieser Theil seinen Grund hierfür in der^ Beschaffenheit und- M Geschichte des Talmuds hat. Damit ist die Sache im großen Ganzen abgethan) die weitere Forschung hat ihren bedeutenden literarischen und theologischen Werth, aber kein entscheidendes Moment mehr für die Allgemeinheit. Dem bisher geführten Streite Und all den auflös eu den Elementen der Zeit gegenüber'muß nunmehr daran gearbeitet werden, daß der schöpferische Genius wieder in Israel walte und in positiven Gestaltungen hervortrete.' Ihr, die Ihr berufen seid,' für und im Judenthume zu wirken — aber ich meine hiermit durchaüS'nicht allein die Berufsgen offen e—- vor Allem strebet auf P ofitiöetat ' deS, Glaubens und Erkennens kn der Gemeinde chin, lehret und erforschet, was das Konkrete im Judenthum ist, bringet eS in klare'und unumwundene Fassung, bestreitet das Negative, bekämpfet in Euch und in Allen alles Schwankende und Ungewisse, damit Alle, die Euch hören und.lesen, auf sichern und festen Boden gestellt werden. Man braucht nur sich immer wieder.mit Personen aller Art in Gespräch einzulassen, um zu erfahren, wie sehr, selbst bei denen, die ihrer Lebenö- und Handlungsweise nach am positiven Judenthume hangen, die Begriffe verworren find. Die Phrase, diese größte Feindin - alles Gründlichen und Wesevhaften, diese besondere Mgenthümkichkeit ünster 'Zeit, hat fich ber Geister