Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 29 (12.7.1852)
- Date
- 1852-07-12
- Page
- Seite 342 (sequence 6)
- Language
- German
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unsere Staatsregierung, welcher es gewiß, um Pazifikation aller Interessen, um Beruhigung aller beforglichen Gemüther zu thun ist, weder eine plötzliche Störung, noch eine allmälige Untergrabung, Verkümmerung undMeßwußungeinzelner- Tyeileder gesetzlichen Zustände beabsichtigtj man darf vertrauen, daß dieselbe die konservatoxischesZürsorge, welche den Vorbehalt deS §. 20 der Verfassung vom 13. April d. I. eingegeben hat, in..rechtfchäffener Treue bewahren und bewahren wird. .Ein durch/ drei meuliche Nummern des hessischen Volköfreundes laufender Artikel erkennt auch vollkommen die Richtung und den Sinn dieses Verfassungsparagraphen' an; der Verfasser.ergreift aber darum nicht .minder mit der sichtbarsten Beeife^ rung' diese -Gelegenheit , um einen Strom von Galle und - Geifer, über die Juden, zu ergießen, und daran im Ganzen und in vielem Einzelnen die Aufforderuug zu knüpfen, die Rechte, welche er selbst soeben, denselben dtrrch das neue Grundgesetz mittelst deutlichen Vorbehalts, fürgesichert erklärt, ihnen , im Wesentlichen wieder zu entziehen. — Der-Artikel bekämpft nun die Auslassungen deö „Hessischen Volksfreundes" und versichert,- daß derselbe in keiner Verbindung mit derkurfürstlichen Regierung stehe. . > Aus Vaievn, Ende'Jünü (Privatmitth.)-Wie schon gemeldet,- ist die Gutszertrüuimerungsfrage: nunmehr nach dem Prinzips der.Rechtsgleichheit geordnet und in das: desfallsige? Gesetz»-Eank-berü eiserMschen Bemühungen-des Herrnw. Lerchenfeld, -die Modifikation ausgenommenwordm:--»Die: /allgemeiüeir ilnd besonderen Prohibitivgesttze-und' Verordnungen/welche gegen Gutszertrümmerungen und gegew'Einmischimg in dieselben^ .besonders'.'bezüglich-der .JsmeliteNl-beftehen» sind a u fg e h ob en.'/-? Dieweitläufigen Debaltkn: hierüber, welchem ich -nach'den-stenographischcü Berichteuumittheile, sind : nicht ohne Interesse und ^geben Zeugniß , ' Wie bei uns jedes Streifchen neuen 9kechtsbodens mühsam iabgerungen Werden, muß, und wie selbst flw viele/ liberale Männer die BegriMJude uiw Handel ttochNmmer gleichbedeuterld sind:—^Dagegenswöllen^ wir als.' wichtig hervorheben, daß.die neuesten - Gesetze vom 28.7Maiüber die Distr ikts- und Lan dräthe - eine <konfessionelle Ausschließung nicht kennen./ Wer eine: direkte Steuer zahlte ist wählbar, und das. Landrathsgesetz hat in §. 2'1 den Passtls: -,Von Richi-CH risten -ist;der Eibmit Hinweglassung des Beisatzes >,und sein heiliges Evangelium" zu leisten." So wären wir denn trotz? all' dem in : dem- Besitze der h ö ch ste-mp olit ifchen R e ch t e , ini dem, der Volksvertretung - und' dies, -zusammengehalten-mit. dem Gesetze über, die Aufhebung derMusnahmSgesetze -im -Zivil- und: bürgerlichem Rechte hat unsre Lage - leidlich gemacht.: Ausalt -verfassungsmäßigem Wege zu Stande: gekommen, verbürgt: dies diesen Gesetzen ihren - Bestand, und eine , milde Handhabung und Interpretation, wie sie das-- dermalige Staatsministerium -immer geübt,, kann Vielem den Stachel nehmen. . . .? n 7 Das Münchner Witzblatt »Punsch" hat den Landtagsabschied auf eine geistreiche. Weise nach , dem Monolog der Jungfrau von Orleans parodirt > unb darin jede irgend wie hervorragende Persönlichkeit in der Kammermitgenommen. Bezüglich -der zwei Abgeordneten jüdischen Glaubens, Arnheim und Morgenstern, ruft es aus: „Lebewohl, mein' vr. Arnh e i m - Fifchel, ' ' » ' Von RechtS und Links ein sanft Gemischel." *) „Der Mo rgenstern kommt aus dem Osten, . Ein Lichtverbreiter ist ein''schöner Posten." Als. Kuriosum und zu Nutz und Lehr' für die Wortführer in -größeren Gemeinden, welche die; Vereinigung des Elementarmit dem Religionsunterrichte verhindern, sich wol gar? auf das Segensreiche und Nothwendige-der frühzeitigen Vereinigung : derjüdischen:- Kinder mit den. christl ich en /berufen,i geben wir nachstehend, was eine neuere Nummer. des pädagogische Wächters- ,auS /„Hainau^ schreibt: »Ander letzten Schulprüfung -wurde--ein kleines jüdisches: Mädchen vom Lehrer-, der die-Leidensgeschichte-?Jestt 'zur Behandlung .-hatte»- gefragt: „Waswar? die ^Veranlassung , daß - Jesus - gekreuzigt wurde?" -/Sie antwortete: ,/Die -schlechten Pharisäer-, chatten --die sch l e ch t en Juden dazu aüfgehetzt.". sticht sehr gut? . - Das schon -lange erwartete Werk von- Herrn Ioseph S ch w arz, - deutsch.bearbeitet von I)i-. .Z.sr ael Schwarz: »Das heilige Land nach seiner.ehemaligen und -jetzigen geographischen Beschaffenheit rc , ist nunmehr erschienen. 7 Rur Schadedaß der Preise deffel- - - Herr Arnheim heißt- Nämlich mit feinem Vornamen Fifchel-. , -- X ®..j