Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 29 (12.7.1852)
- Date
- 1852-07-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XVI. Jahrgang. All g e m eine / No. SS unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Vr. Ludwig Philippson, Dr. V. Meyer, Rabbiner zu^Magdeburg. . verantwortlicherl'Reb'a kteur. Leipzig, den 12. Juli'1852. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und!wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. -es Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die a-llgemeinste Verbreitung zugeben, ist der 'Preis äußerst'niedrig: mit 3 Thlr.^für den Jahrgang; — 1 ^Lhlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.). füp sechs Monate •+- 22^2 Ngr. (18 gGx.) fürdas Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl: sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. :. Inhal t Leitende Artikel: Ein. Gruß. —' Das Verständniß. Zeitungsnachrichten: Deuts ch land: Frankfurt am Main, Kassel, aus Baiern. Preußen: Kosten, aus .dem Groß- ' herzogthum Posen. Gr 0 ßbritaniew: London. Rußland: Petersburg. . > Korrespondenz: Briefe aus Holland. Erster Brief. (Schluß.) — Aus dem Großherzogthum Posen. Leitende Artikel. FränzenSbad, 1/Juli. Gin Gruß. Mein Leser! Ueber uns wölbt sich ein blauer, reiner Himmelder immer lichter und lichter wird, je mehr die Sonne ihre' Bahn gen -Westen zu lenken beginnt. Die feierliche Ruhe des Abends legt sich bereits auf' die Landschaft, und hebt die Brust alles in 'ihm Lebenden mit langsameren, aber desto tiefer gehaltneren Athemzügen. Ich stehe auf einem sanft sich wölbenden Hügel, Hinter mir die dunkle Wand des FöhrenwaldeS, vor mir^ die weite, bald sich hebende Niederung des großen Bergkessels, Was umfaßt dieser' Alles!- ' Wohlbedäute Fluren, weithin sich 'streckende, tiefschtvarze!M0orflächen, Dörfer auf Hügelrückenin der-Tiefe Franzensbad mit seinen -weißen Pa» lasten um den ldillischen Park- Ziegelbrennereien -- welche ihre dichten Rauchwolken in den blauen Himmel hmaufsendest, weiße - Chausseen, welche' di«' grüne Ebene' gradlinig Durchschneiden, und -von Zeit zu Zeit Staubwolken durch rasch dahineilende. Karossen aüfwirbekn lassen / dahinter aber rings im Kranze die!m Abendduft violet sich färbenden Bergrücken, auf deren einzelnen Höhen-einsame Gotteshäuser ihre Thürme. in die Höhe recken— denn der Mensch will höher als die Höhen der Erde, und muß es, denn sein Weg zum Höchsten ist weit — ha! und dort der dunkelwellige Bach, der sein' braunes, eisen- . haltiges'Wasser den Heilung spendenden Quellen abgiebt ... Neben mir steht mein ältestes, - sechsjähriges Söhnchender feine großen schwärzen Augen bewünderüngsvoll Mer die unendliche- Fülle streifen läßt, -und ausder vollen Kistdesbrust ruft : wie schön ist es hier! Unter dem Hügel auf der Wiese spielen befreundete Menschen, Von den Banden der En'qu'ette befreit;- hoch in die Lust werden die ' bunten Reife geschleudert/'und von- Anderen auf -die Stäbe gefangen, ein glücklicher Fang wird' mit Jubelruf begleitet, — ach! vergessen sind die'Schmerzen des Leibes, die Sorgen -des Lebens draußen- - vielleicht auch manche geheime Wünsche und Begierden^ und Zwecke und Jntr'iguen, welche das Auge deS Tages' scheuen, vergessen' in der Lust des Augenblicks. '... Rechts klappert Me Mühle an der hölzernen, vom Alter sschwärz gefärkten^Hüttedet Bach'stürzt sich aus einM spiegelglatten -Teiche, der von Lindest umschattetist, - täuschend - auf -daS ünterfchlächtigd Rad;'da drüben ziehen die Heerden' cheijn üntek dem Geläute ihrer Führer../. Lieber Leser! Nicht nur Wunsche ich-Dir, recht viele solcher Abende zu genießen, und ihre Ruhe voll'Feier und Erhebung in ' Dein Herz aüfzunehmen (sondern