Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 28 (5.7.1852)
- Date
- 1852-07-05
- Page
- Seite 329 (sequence 5)
- Language
- German
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war die EmPfehliMg des Kömmissidnsberichtes des Bürgeräüsfchuffes auS Gründen der Gerechtigkeit und Humanität,- „welche. zu lange in unserm Freistaate mißachtet worden", ferner zur Beseitigung von Zuständen der 'Entwürdigung > die zu lange in Moisling bestanden, endlich weil es die abnormste Lage wäre, 'wenn die israelitischen GlaubeMgeNöffMÄraft bestehender Gesetze sich im Besitz des völligen StaatsbürgerrechtS befinden, zu allen- Ehrenämtern vollberechtigt , allen bürgerlichen Pflichten- und Lasten unterworfen ftnb; und nun in gewerblicher Beziehung Ausnahmen für sie gelten sollten. ' Hannover, 22. Juni.: (H. Pr.) In öer gestrigen Sitzung des Perfaffungsausschuffes ist die allgemeine .Berathung. nicht über den zweiten Punkt hinausgekommen. Derselbe bezweckt bekanntlich die Aufhebung der politischen. Gleichberechtigung nichtchristlicher Glaubensgenossen mit den christlichen. Die sehr überwiegende Mehrheit erklärte sich,.:ohne.haß ein Beschluß, gefaßt wäre, für bie Beibehaltung der gegenwärtigen Bestimmung der -Verfassung über diesen Punkt. fV .? . Frankfurt am Main, 23. Juni. Die gesetzgebende Versammlung hielt heute eine kurze Sitzung und nahm einstimmig einen von 29 gestellten Antrag an den Senat andaß derselbe weder äußere noch innere Einmischung in die Verfassungsangelegenheit zulassen, und dieselbe fördern möge. Es ist damit insonders gegen den ungehörigen Eingriff des Dürgeräusschusses hinsichtlich der Bürgergleichstellungsfrage verfahren. Hamburg, 24 Juni. Der politische Ausschuß der Bundesversammlunghat an den Hamburger Bevollmächtigten eine vertrauliche Mittheilung in Betreff der Neuner-Verfassung gerichtet. Neben dieser ist noch eine zweite ergangen, welche auf die Bestimmungen der Neuner-Verfassung in Betreff der staatlichen Stellung der Juden eingeht, und namentlich an derMöglichkeit, daß Solche dadurch "in den Senat gelangen könnten, Anstoß nimmt. Der Senat hat beide Aktenstücke sowol dem Kollegium der- Oberalten als der Neuner-Kommission zugehen - lassen, und die Letztere aufgefov^ert, sich darüber auszusprechen, inwieweit sie eine Berücksichtigung der Wünsche der Bundesversammlung für angemessen erachten. (H. R) Preußen. Berlin, 22. Juni, Der Vorstand der hiesigen ifcacritirc^en ©emeinbe' beabsichtigt noch in diesem Jahre einen Ausbau' der in - der Haidereuter-Gasse gelegenen Synagoge vorzünehmen. Dem Vernehmen nach soll die-Synagoge bedeutend erweitert und zugleich mehrere neue Einrichtungen 'im Innern getroffen werden. ' -\ . Berlin, 24. Juni. (Privatmitth.) Richtung, Gesinnung, sind nicht- Produkpcher Verstau desthätigkeit und sind der Herrschaft des Verstandes nicht un-, terthan. Wie viel ist über Toleranz gesprochen, und deklamirt, twelche'Vernunftgründe lassen sich wol gegen sie aufführen! und doch sind wir jetztwieder sehr weit von ihr entfernt! ES sind nicht blos die Faktadie in der jüngsten Zeit sich gehäuft haben, und unter denen den . einzigen Lichtblicke Lübeck bietet/ dasselbe Lübeck, welches vor noch nicht 40 Jahren so über alle Maßen gegen: unsere Glaubensgenossen verfuhr,. eS ist der ganze Ton, der in tonangebenden Regionen herrscht, welcher den Charakter der Intoleranz trägt- und erweist, wie man sich in dieser Beziehung geändert haU^ Ist - es doch jetzt hier wieder zum guten Ton geworden, auf die Juden zu schimpfen- und den Namen Juden nur im giftigsten Sinn und. mit allem Geifer des Hasses zu nennen; und wenn es insbesondere die Blätter der äußersten Reaktion sind, welche dies ungescheut zur Schau tragen, so sieht man doch an der frostigen Weise, mit der anderejetzt für liberal geltende Blätter von uns sprechen-, daß die Intoleranz an der Tagesordnung ist. Voran steht: allerdings die „Kreuzzeitung"- welche die: Gelegenheiten, auf die Juden: loszuschlagen, oder doch loszustechen, selbst bei den Haarenherbeizieht. Die Redaktionen der wiener Zeitungen gefallen ihr nicht, sie behandeln mir mehr oder weniger Glück: handelspolitische. -Fragen— sofort sind die Redakteure Juden, ---bei: denen so etwas nicht zu verwundern!^ Und doch sind, so viel wir wissen,, die Hauptredakteure desi^,Lloyd"> der „Presse" u. s. w. keine Juden — wol aber tüchtige .und gewandte Publizisten, wie -sie. die. berliner Blatter jetzt nicht erweisen. Die „Köln. Ztg." war bekanntlich - niemals „judenfreundlich", und ., in uhrer Redaktion ist kein Jude thätig; demungeachtet, -da die „Kreuzzeitung^ bramarbasirende Ärtikel gegen dieselbe