Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 28 (5.7.1852)
- Date
- 1852-07-05
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XVI. Jahrgang. Allgemeine des No. 28. * Eiu unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig Philippfon, I>r. B. Meyers Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 5. Juli 1852. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22'/r Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere Hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Reden wider den Unglauben (Fortsetzung). Zeitungsnachrichten: Deutschland: Lübeck, Hannover, Frankfurt am Main, Hamburg. Preußen: Berlin, Berlin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien,Preßburg. Die Niederlande: Maastricht, Haag, Haag. Kleine Berichte aus den Gemeinden: Magdeburg. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Die mathematischen Wissenschaften unter den Juden. Eine historische Skizze von Daniel Chrmann, Rabbiner in Hohenems. (Fortsetzuug.) Literarische Nachrichten: aus Mahren. Korrespondenz: Briefe aus Holland. Erster Brief. Leitender Artikel. Franzen'Sbad, 27.» Juni. Reden wider den Unglauben. Fünftes, polemisches Wort. Ueber die Seele, a) Materialien zu demselben. Es ist lächerlich, wenn in den neuesten Zeiten so viel wider den Autoritätsglauben gesprochen worden, als wenn irgend ein Mensch, irgend eine Wissenschaft, irgend eine Kunst ohne allen Autoritätsglauben bestehen könnte, als ob Jeder Alles immer wieder von vorne anfangeN könnte, Alles wieder durchprüfen sollte! Und nun sehe man auf den großen Haufen: sind.die Zweifler, die Leugner in ihm weniger Gläubige als die onhodorest Gläubigen? Auch sie leben vom Autoritätsglauben, jte nehmen von ihren Führern den Zweifel und die Leugnung als baare Münze an, und mächen* Chorus, um den Resrän ihrer Leiter zu wiederholen. Es ist dann so bequem, sich für „erleuchtet" zu halten und auszugeben, Opposition zu machen und Andere zu verhöhnen/als „beschränkt, Finflerling" u. s. w. Um solcher Schwachen willen ist Autorität mit Autorität zu begegnen. Wenn aber von der menschlichen Seele, von ihrem Wesen und Bestände die Rede ist, wer ist für die Wankenden eine rechte Autorität, muß es sein? Die Theologen sind jenen verdächtig. Der Theologe muß von Gott ausgehen, er kann nicht anders, in Gott ist ihm die Cristen; der Seele und die Fortrristenz der persönlichen Seele begründet, sicher, nothwendig. Darum wird sich der „Wankende" nicht an ihn halten. Die Philosophen sind unS verdächtig. Denn alle Philosophie besteht einfach aus Prämisse und dialektischer Ausführung; eS kommt also auf diese beiden Momente an, um zu den entgegengesetztesten Resultaten zu kommen. Wer also denn?... Die Naturforscher! Die höhere Naturwissenschaft ist 'eS, welche auf diesem Gebiete ein entscheidendes Wort spricht, um eine vorsichtige und glaubwürdige. Autorität einer leichtsinnigen und verblendenden Autorität entgegenzustellen. Und in der That kann eS sich für die Jetztzeit nicht glücklicher treffen. ES sind erst wenige Jahre her, daß wir in diesen Blättern die Klage auSsprachen, daß die