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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-06-21 · Heft 26 (21.6.1852) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 26 (21.6.1852)
Date
1852-06-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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XVI. Jahrgang. 5t II fl e m eine No. SV. -V-:. . Ein; ) unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktio n: Dr. Ludwig Philippson, Dr. V. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. ' Leipzig, den 21. Juni 1852. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit §es Zweckes derselben^»!? allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate— 22'/r Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; dev Hauptspedition für beide Letztere -hat stch die königl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. In ha l 1. Leitende Artikel: Eine Mahnung. — Eine ungeheure Aufschneiderei in Betreff des Abfalls vom Judenthume. Zeitungsnachrichten: D e u t s ch l an d: Lübeck, Lübeck, Frankfurt a.M,, Hannover, Stuttgart, aus Baiern. Sch weiz: Bern, Bafel. f Literarische Ikachrichten: Leipzig, Hürben. Belletristisches: Der unbekannte Rabbi. Eine Novelle. (Fortsetzung.) Leitende Artikel» . Magdeburg, 11. Juni. Eine Mahnung.; Jeder Tag ist jetzt eine Mahnung mehr an die Söhne Israels, an die Bekenner des Judenthums! Wohin wir blicken, sehen wir des Beunruhigenden immer mehr; tausend Dinge rufen unS zur Wachsamkeit, zu Anstrengungen, zum Eifer auf. Mit der völligen Gleichberechtigung ist es auf lange Zeit vorbei. Auf Alles, waS öffentlicher Staatsdienst ist, muß der Jude verzichten.. Es liegt dies tief in der Strömung der Zeit, so daß wir. froh 'sein müssen-, nicht auch anderweitigen Ausnahmsgesetzen wieder unterworfen zu werden, Nicht von Seiten des Rechts, der Humanität oder aus was für Momenten eö sei haben wir dies zu betrachten, nicht nach den Ursachen zu fragen, nicht neue Hoffnungen zu hegen: sondern nur alS Thatsache müssen wir eS hinnehmendie unabänderlich über uns gekommen, als Thatsache. nicht bloS in diesem Ländchen, in jenem großen Staate, sondern überall in Europa, so daß daS eine oder das andere Vorkommniß nur als Ausnahme angesehen werden kann.... Aber die kurze Zeit deS Gegentheils, die wir verlebt, hat dadurch, das Aussehen nur einer Versuch u n g bekommen, einer Versuchung, ob noch die alte Glaubenstreue in den Söhnen Israels lebt? Denn für Viele, Eltern und Jünglinge/wird es eine schmerzliche Prüfung sein, gehegten Hoffnungen, angestrengter Vorbereitung, vorgefaßten Ideen entsagen zu sollen. Nicht Wenige, fürchten wir, werden in dieser Prüfung nicht bestehen.... ' Denn waS andererseits nicht zu leugnen ist: der Geist des Unglaubens hat sich in Israel nicht geringen Spielraum geschaffen. Allerdings, aus unsrer Mitte ist dieser Geist nicht hervorgegangen, nicht wir Juden haben ihn beschworen und im Busen gepflegt, nicht wir ihn groß gezogen und ihm die Waffen in die Hand gedrückt — aber eindringen ließen wir ihn zu viel, wir widerstanden ihm nicht genug; unglücklicher Weise siel das Wehen dieses Geistes für uns mit der Zeit zusammen, in welcher wir den Rost des Mittelaltersder Unbildung und Unwissenheit - abzuflreifen hatten, in welcher wir die Höhe des/ menschengeschlechtlichen Lebens aus tiefer Versunkenheit zu ersteigen hatten; was Wunder, daß da der Sinn Vieler zu weit gerathen- und: sich nicht Wenige zu. weit verlocken ließen! . .. Aber was noch weiter gediehen: der Geist des NichtglauvenS, -der Mangel an religiösem Fonds, darum an

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