Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 20 (10.5.1852)
- Date
- 1852-05-10
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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xvi. Jahrgang. A l l g e m eine No. 20. Zeitung des Audcnthums. Ein ’ unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. R e.d a k t i o n: Dr. gufeftHg jP&ilityifott,;' ■ Dr. B. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. ' verantwvrtlicher Redakteur. ' Leipzig, den 10. Mai 1852. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes de-rselben die all-gemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — l Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 2ilk Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. I n h a l t. Leitende Artikel r Reden wider den Unglauben. (Fortsetzung.) — Der Rundschauer der Kreuzzeitung im April 1852. — Ein wenig rilbä! Von ve. Uri. (Schluß.) Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Kassel, Frankfurt am Main. Preußen: Berlin, Warmbrunn, von der Die-, mel. Oesterreichischer Kaiserstaat: Desth. Die' Schweiz: Baselland. Italien: Florenz. Großbritanien: London. Frankreich: Strasburg. Rußland: Brody.. Literarische Nachrichtenr Bad-Gms, Prag (Fortsetzung). Leitende Artikel. Magdeburg, 2. Mai. Reden wider den Unglauben. Viertes, polemisches Wort. I. Die menschliche Industrie (Fortsetzung).*) Die Natur hat sich damit begnügt, jedem Wesen das einfachste, zur Erhaltung unentbehrlichste Bedürfniß zu geben , und so weit der enge Kreis der Kräfte des Individuums reicht, dasselbe zu befriedigen; sie hat sich deshalb begnügen müssen, .Bedürfniß und Befriedigung zu ewigem Stillstand zu verurthei- *) Eine schwere, eben überstandene Krankheit entschuldige mich, wenn ich jetzt erst die Fortsetzung dieser Rede gebend kann, deren Anfang in No. 13 ich daher dringend bitte nachzulesen. vr. L. P h i l i p p s o n. len, und von diesem Gesichtspunkte' ist der feinste Kunsttrieb eines Biberseiner Biene, eines Vogels nicht das Geringste mehr werth als die völlige Kunstlosigkeit eines Schafes oder dergleichen. Die menschliche Gesellschaft aber hat aus der Gesammtheit der Bedürfnisse und ihrer Befriedigung e i n e n großen Organismus herausgebildet; unb innerhalb dieses Organismus ist sie der unbegrenzten Ausbildung der Bedürfnisse und ihrer Befriedigung , deren Erleichterung und Verbesserung' fähig. Wodurch hat sie dies vollbracht? ' ■ Erstens: durch die Theilung der^ Arbeit und den Tausch, indem Jeder nur für die Befriedigung irgend eines, sei es großen, sei es noch so kleinen allgemeinen Bedürfnisses arbeitet, dies aber 'weit über das Maaß -feines persönlichen Bedürfnisses hinaus, diesen Ueberfluß seiner Produktion nun an Andere, viele Andere zur Befriedigung ihres Bedürfnisses in'diesem einen Artikel abgiebt, und von diesen dafür die Befriedigung seiner Bedürfnisse in allen anderen Artikeln erhält. Der Bäcker backt Brod nicht allein für sich, sondern für viele Andere, und erhält dafür von diesen, was er außerBrod für sich noch Alles bedarf. ES ist - klar, daß Nichts die Ausbildung der menschlichen Produktion so außerordentlich gefördert hatals diese'Theilung der Arbeit. Der Tausch würde aber höchst mangelhaft bleiben, wenn er auf der Stufe stehen bliebe, daß Jeder was er gearbeitet und nicht bedarf, unmittelbar dem zu übergeben hätte, der dieses bedarf, und^dafür hat, was der Erstere bedarf.