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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-04-26 · Heft 18 (26.4.1852) · p. Seite 211

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 18 (26.4.1852)
Date
1852-04-26
Page
Seite 211 (sequence 7)
Language
German
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M äußerungeü liegender Gründe, überhaupt in keiner Weise - gestattet feien/7 : (Fr. I.) Aus Sachsen. Folgende Nachrichten aus dem „Correspondenz-Blatt aus Böhmen"^ gehören wo! zu den Zeitungsenten, die jetzt so häufig in Betreff der Juden in den wässerigen Spälten heranschwimmen. Eine bis jetzt noch unverbürgte- Nachricht hat an der heutigen Börse das heiße Blut unserer Orientalen in stürmische Bewegung gesetzt. Man sagte, gestern haben plötzlich alle in Leipzig sich aufhaltenden und nicht ansässigen Juden Ausweisungsordres erhalten, Dessau und Köthen wimmele in Folge dessen schon von ihnen. Die jüngsten betreffenden sächsischen Kammerverhandlungenmachten die Sache nicht unwahrscheinlich, und so lief denn gleich ein Zirkular vom. Stapel, durch das sich hie jüdischen Kaufleute verpflichten wollen, die leipziger Messen nicht mehr zu besuchen, ^sondern die Regierung zu bewegen suchen sollen, Berlin zum Meßplatz zu erklären. — Eine verbürgtere interessante Nachricht ist die, daß- Preußen, den langen Reklamationen Rußlands endlich nachgebend, sich entschlossen hat, keinerlei Ueberläufer aus dem Königreiche Polen mehr, aufzunehmen, sondern dieselben sofort und sämmtlich an das nächste jenseitige Zollamt zurückzutransportiren. Die Maßregel ist motivstt durch -die vielerlei Eigenthumsbeschädigungen, Betteleien u. dgl. mehr, welche allerdings in den preußischen Grenzbezirken Vorkommen; sie wird aber jetzt gerade, nach den neueren strengen Verordnungen Rußlands Betreffs der Militärpflicht der . Juden, hart empfunden werden. Kassel - 14. April ( Privatmitth.) Auch in Hessen, ist die Emanzipation nun völlig aufgehoben und .zwar in größerem Maße als in irgend einem andern deutschen. Lande, — dort, wo sie schon vor 1848 am Ausgedehntesten vorhanden war. Die ertheilte. neue Verfaffungsurkunde sagt in ihrem §. 20: Der Genuß der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte ist von dem christlichen -Glaubensbekenntnisse abhängig, vorbehaltlich derjenigen Ausnahmen, welche durch besondere Gesetze bestimmt sind. - §. 21. Jedem Einwohner sieht vollkommene Freiheit des' Gewissens und der Religionsübung zu, jedoch darf die Religionnieals Vorwand, gebraucht werden, um sich irgendeiner geschlichen Verbindlichkeit zu entziehen. - Poleiu . Aus Pole». E« ist Thatsache, dast di« Bevölkerung von Warschau mit der steigenden Vergrößerung und Bedeutung dieser- Stadt 'in fortwährender rascher Zunahme begriffen ist, aber es ist hierbei zu bemerken, daß in neuester Zeit die dortige zahlreiche jüdische Bevölkerung. in^räpiderMeift abnimmt, wie! dies aus der täglichen.Erfahrung und den offiziellen! statistischen Berichten unwiderleglich hervorgeht? Wäh-! renv z. B. im Jahre 1850 noch 2584 jüdische Kinder in Warschau geboren wurden, haben 1851 schon; 477 jüdische Kinder weniger dort das Licht der Welt! erblickt, nämlich 2'107, indeß dagegen die Zähl der - christlichen Geburten gegen das Jahr 1850 sich .um i 1141'vermehrt hatte?- Diese Verminderung der jü- > dischen Population ist in Folge der neuen, ganz Im! Wünsche des polnischen Volks liegenden beschränken-! den Gesetze-, voll welchen die JüdeN betroffen worden sind, erfolgt. - (Cörresp. Bl. a. B.); 12. April. (Corresp. Bl. ä. B.)' Der! neuestens in Rußland erschienene- UkaS) daß jeder - Israelit sich über einen bestimmten Erwerbszwekg aUSweisen müsse, verbreitet gegenwärtig unter' der russischisraelitischen Bevölkerung einen wahrhaft panischen - Schrecken. Am Schlimmsten wird dabei die zahlreiche! Klaffe der sogenannten Mäkler wegkömmen, die ihr Gewerbe nicht legitimsten können und somit unwider-! rustich genöthiget Md, stch von nün^an derBearbeitüng! unbebaueter Steppest zu widmen. Die von tau- . send Vörurtheilen befangenen, meist der schweren Arbeit entwöhnten russischen Israeliten "dürften kaum' einen so heroischen Entschluß fäffest, und die österreichisch-russische Einwanderung', deren traurige Folgen wir mehrfach auseinandergesetzt, wird' durch diese neue Wendung der Dinge sicherlich bedeutend : vermehrt werden. - Türkei. ' - r Vor weüig Tagen hat die große Straffe von Pera das Schauspiel -einer Volksjustiz dargeßotett. Ein türkischer Soldat quälte wie so häufig einen Jsräe-! Uten, dem er eine Kleinigkeit abgekauft hatte und nicht bezahlen-wollte. AIS der Jude laut zu latsten^ tsten änfing, wollte-ihn der Soldat mit dem gezöge-

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