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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-04-19 · Heft 17 (19.4.1852) · p. Seite 203

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 17 (19.4.1852)
Date
1852-04-19
Page
Seite 203 (sequence 11)
Language
German
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203 die Hebräer, gleich in der ersten Periode nach dem Verluste ihrer Unabhängigkeit, ihre Sprache, die dem Aramäischen zu weichen anfing, im Umgänge und zum Theil in der Literatur einbüßten. Siebentes' Kapitel. Syrische Schriftsteller. In einer Einleitung berührt der Vers, dievorzüglich theologische Richtung der syrischen Literatur, ihre Ursache und Verzweigungen. Die Schriftsteller werden daher in nestorianische (S. 91), deren 12 angeführt find, jakobitische (14), maronitische (25) getheilt. Achtes Kapitel. Nutzen der syrischen Sprache. Höchst lichtvoll erklärt uns der Vers, den Nutzen des. syrischen Sprachstudiums für Bibeleregese, Linguistik, Geschichte und Theologie und das Verhältniß dieses Studiums zum Judenthum.- . _ Indem wir däS Werk recht dringend allen denen empfehlen, die fich für hebräische Sprachkunde und jüdische Theologie interessiren, erwarten wir mit. Ungeduld den zweiten Theil und freuen uns, daß fich hier wiederum ein junger jüdischer Gelehrter aufeinen Zweig der Philologie gelegt hat, der bisher von den Juden allzusehr vernachlässigt würde, wenige oben berührte Männer ausgenommen. U. Prag, im März. Rapoport's Erech millin. Artikel A s m o da i. Fortsetzung. Kap. 4. Noch finniger aber ist in der Asmodai-Sage die Angabe unserer Weisen, wie ein solcher böser Geist zu fangen und zu bändigen sei. In der genannten Sage heißt es: „Da sandte Salomo hin den Benaja ben Jojada, nachdem er ihm gegeben eine Kette und einen Ring, in welche der Name Gottes eingegraben war." - Es ist klar, daß ein dergleichen böser Geist durch seinen lasterhaften Wandel zunächst sich selbst schadet, dann aber als Verführer auch Anderen moralisch wie physisch gefährlich ist. Damit nun Asmodai dem Benaja nicht schaden könnte, gab Salomo diesem einen Ring,-in welchen der Name Gottes eingegraben war —im Sinne i) des Bibelverses: „Und die Völker der Erde werden schauen, daß du den Namen Gottes trägst, und dir Ehrfurcht bezeugen." (Deut.)^) Diese Schriftstelle wird nämlich im Midrasch (siehe Jalku.t ibid.)'* * 3), dahin verklärt: „Wenn Israel ° den Willen *) 3n diesem Sinne nämlich, ist die Erzählung von der Uebergabe des Ringes aufzufaffen.;‘*) 28, i0. ' 3) Daselbst wirdder erwähnte VerS auch auf. die.TedeS Allgegenwärtigen thut, dann bezeugen die Nationen ihm Ehrfurcht." Der Salomon'scheRing sollte demnach gleichsam ein Siegel auf der Rechten Benaja's sein, -—ein Zeichen, daß er Antheil habe an der göttlichen Religion, daß er mithin dem Herrn angehöre, nicht dem Asassl4). Dadurch sollten alle bösen Geister der Welt nicht vermögen, ihn seinem Standpunkte zu entrücken. —Damit aber auch A S m o d a i selbst seinen Wandel bessere und nicht mehr, sklavisch, seiner, bösen Neigung hingegeben sei, gab Salomo dem Benaja auch eine Kette, in welche der Name Gottes eingegraben war, damit, wenn es ihm gelinge, den Asmodai damit zu fesseln — nämlich mit den Fesseln des Geistes, der aus heiliger Sphäre stammenden göttlichen Religion — dieser in sich gehe, seinen chisherigen Wandel bereue,' seine Leidenschaften unterdrücke/ sich bekehre und genese. — Darauf begab sich Benajazu ihm und brachte ihn in einen tiefen Schlaf*)., während dessen. er ihm die erwähnten Fesseln anlegte. ÄSmodai erwachte und fühlte sich ganz umgewandelt. Da sprach V e n a j a zu ihm: „Du trägst nun den Namen deines Herrn" — daS heißt: „Du trägst nun die Fesseln der Religion, die dich abhalten werden, ferner Böses zu thun. In solchem Zustande blieb A s m o d a i längere Zeit und vermochte nichts UebleS auSzuüben. - Als jedoch Salomo einst ihn fragte: „Wodurch seid Ihr uns denn überlegen?" erwiderte er : „Nimm mir nur hie Kette ab. undgieb mir deinen Ring?^ — Er gab ihm zuwerstehen, daß. mit seiner Entfesselung seine frühere Wildheit und Unbändigkeit zurückkehren werden; — ja, daß Salomo selbst, .sobald er den Ring,- daS heißt^das Siegeln der Religion und des GottesglaubenS, von. sich., ablege, seine 7-7deS A s mo da i „— Macht kennen lernen werde.! Und nachdem der sonst weise König es / darauf ankommen ließ, da wurde er; vom bösen Geist ergriffen und weit weg geschleudert, so > daß er seinen Platz und Standpunkt'nicht mehr erkannte/ Erst als man dem fillin auf der Stirn bezogen,- was'die^Auffassung,unsers Vfs., namentlich in Hinsicht des Siegels und Zeichen s> nur noch znehr begründet. ' - 4) Siehe Lev. 16, 8.' " ) - ‘ ,?) Auch diesen Passus chatte der. Vf. nicht ungedeutet zu lassen brauchen.; denn mach dem. bisher Gesagten wäre es ganz konsequent,., anzunehmen/, daß gemeint sei, Benaja habe den Asmodai' durch Beredsamkeit und B ew es S f ü h r un g Anfangs ganz,a u ße r iFä ssü.n g g %* bracht, verwirrt und in tiefe'Betäubung ge- .sturzt. . 7., .

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