Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 17 (19.4.1852)
- Date
- 1852-04-19
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XVI. Zahrgaug. A l l g e m eine No. IV; ClN ... unparteiisches Drgan stlr alles jüdische Interesse. Red akt i o n: Vr. Ludwig Philippsou, Vr B. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 19. April 1852. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s, w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Lhlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22V» Ngr. (18 gGr^) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspeditiors für beide Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhal t. Leitender Artikelr Rede des Abgeordneten Veit in der Juden-'und Disfidentenftage, nach den stenographischen Berichten. Zeitungsnachrichten r Deutschland: Schwerin, aus Baiern. Preußen: Berlin, Berlin, Bonn. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien. Frankreich: Paris. Donaufürstenthümer: Brody. Literarische-Nachrichten: aus der Attmark, Prag (Fortsetzung). Leitender Artikel. Magdeburg, 12. April. Rede des Abgeordneten Veit in der Inden-und Disfidentenfrage, nach den stenographischm Berichten. Wir theilen aus den näheren Verhandlungen nur die Rede des Abgeordneten Veit mit, der allein auch in dieser Sitzung so gesprochen hat, daß seine Rede zu dauernder Erhaltung verbleibe. Vor ihm hatten der Berichterstatter und der Antragsteller, so wie der bekannte Gerichtspräsident v. Gerlach gesprochen, welcher Letzterer selbst in den sich widersprechendsten^ Tiraden dahinfuhr, wohin werden wir gerathen, wir evangelischen Christen, wenn wir den Staat entchristianistren? wir würden zugleich die Kirche in Atome auflösen u. s. w. - Meine Herrin! Der Bruch-mit der Revolution, dessen Geschichte wir innerhalb und Außerhalb dieses HaüseS seit mehr als Jahresfrist erlebt haben, und der sich bisher darauf beschränkt' hatte, die politische Freiheit zu verengen, beginnt nun, wie jeder Wetterkundige voraussehen konnte, auch die religiöse Freiheit anzutasten. Von Einem zum Andern ist' nur Ein Schritt, ja, man darf wol sagen, eS bedarf nicht einmal eines Schrittes: denn beide Arten'der Freiheit stammen aus einer und derselben Wurzel und bei jedem Angriff auf die eine oder die andere sind in. gewissem Sinne beide betheiligt. Nur den einen Unterschied finde ich zwischen beiden, daß die Religionsfreiheit, eben weil sie die innere Ueberzeugung der Menschen wahren soll/verletzlicher und darum zarter und empfindlicher ist, als die politische, die schon eher einen Angriff auShalten kann. Die Religionsfreiheit aber kann an keinem Punkte angetastet werden, ohne daß ihr ganzer Organismus davon durchzittert und durchbebt wird. (Bravo! links.) ' ::v;; Meine Herren! Ich sage dies namentlich für diejenigen, welche, wenn der vorliegende Antrag sie vielleicht nicht persönlich, wenigstens nicht im Augenblick, berührt, meinen könnten, daß sie deshalb gleichgiltig solchem Treiben zusehen dürften. Der Anfang wird hier so ziemlich daS Ende sein, die erste Beschränkung der ReligkonSfrelheit der Vorbote ihrer gänzlichen Vernichtung. (Links Ruf: Sehr gut!) * Meine Herren! Der vorliegende Antrag wirst Juden und Diffidenten in einen Topf zusammen. ES ist aber wol nicht zweifelhaft, daß' der Angriff' hauptsächlich den Juden gilt; denn von den Diffidenten soll es ja immer