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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-02-23 · Heft 9 (23.2.1852) · p. Seite 104

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 9 (23.2.1852)
Date
1852-02-23
Page
Seite 104 (sequence 8)
Language
German
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umfaßt 282 Seiten'! in Quartformat. Bei der Reichhaltigkeit und Berschiedenartkgkeit des Stoffes dürste es. schwer sei», sobald ei»' erschöpfendes Urtheil über die betreffende Arbeit abzugeben; nur so viel läßt sich schon sttzt mit Bestimmtheit sagen, daß das Werk von umfassenden Studien, glücklicher KombinationSgabe und großer Ausdauer des Vers, zeugt. Auch können wir es dem Vers, nur als Verdienst anrechnen, daß er in stilistischer Beziehung sich bestrebt, sein Werk auch dem im Rabbi n i s ch - H,e b rä ische n minder Geübten möglichst zugänglich zu machen. Um den Lesern d. Bl. — so weit die Natur der Sache es gestattet — eine Anschauung von der Napoport'schen Arbeit zu verschaffen, wollen wir hier einen der interessanteren Artikel in — wenigstens dem Inhalte nach — getreuer Uebersetzüng mittheilen. ' 1). ''drNtd'LSdr (Asmodai, König der Daimonen). Die wunderbare und staunenerregende Erzählung von diesem Daimon ist bekannt aus G ilt in fol. 68 a ff. Daselbst wird nämlich mitgecheilt, wie König Salo mo ihn durch Lift gefangen, und wie er dann wieder seinerseits durch List sich befreiet und des Salomo gespottet, ja ihn vom Throne gestoßen und selber diesen in der Gestalt Salomo's eingenommen habe. Erst nach einiger Zelt wurde er von den, Rächen Salomo's als Asmodai erkannt und vom Throne gestoßen. Ob Salomo dann wieder zur Regierung gelangt sei — darüber sind die Talmudisten Rab und Samuel getheilter Meinung. Siehe Gitt. ibicl. — So in den Sagen der babylonischen Juden; in den Sagen der palästinensischen Juden hingegen, nämlich im jerus. Talmud und den älteren Midraschim, kommt der Name ASm o da i nicht vor. Zwar findet sich dieser Name im Targum zu K o h e l e t (1, 13.), allein ich zweifle nicht, daß er nur den Sagen der babylonischen Juden entnommen ist. ^Dasselbe ist auch mit dem der Fall, was Mkdr. Rabba Num. (§. 11 — siehe weiter unten No. 5 —) von Asmodai erwähnt wird. Desgleichen verhält es sich mit dem Midrasch, den Tosafot (Menachot 37 a, subvoc. IN) zitirt: „Asmodai nämlich habe dem König Salomo einen Mann mit zwei Köp fe n vorgestellt. Dieser hätte.geheirathet und zwei:Söhne gezeugt, einen zweiköpfigen, und einen einköpfigen.' Als dann diese — nach dem Tode ihres Vaters die väterliche Erbschaft unter sich theilen sollten, da beanspruchte der.Zw eiköpfige ein doppeltes Theil. Beide wären' darauf vor dem Richterstuhl Salomo's erschienen." — Ohne Zweifel stammt dieser Mi« drasch aus sehr später Zeit. Tosafot zitireu ihn nur, um den Worten Plemo's ^) und den jenes Mannes> welcher meldete, daß' seine Frau einen Knaben mit zwei Köpfen geboren habe: —. eine Stütze zu: geben. Wir aber bedürfen dieser Stütze nicht, da ich bereits - nachgewiesen habe , daß dergleichen Mißgeburten sowol in "alter als auch in neuerer Zeit wirklich vorgekommen sind- (stehe Kerem chemed 6, S. 133). Nur im Aruch (Artikel Nw) wird auS Midr. Rabba, Genes. 37 (soll heißen 36), und aus ib. Lev. §. 85 zitirt: „Da begegnete ihm der Daimon ii^72wdr, der Meister der (bösen) Geister." — In unseren Ausgaben des Midr. aber heißt es Rabb. Genes, ib.: „Da begegnete ihm der Dämon 11N72W" (im Jalkut Hiob 21 steht und Rabb. Lev. ib. findet sich:- „Da begegnete ihm ein Dämon, der Fürst der (bösen) Geister." — Der ganze Unterschied zwischen der Leseart des Aruch und den Lesearten unserer Ausgaben beschränkt sich also nur auf den Namen 'ji-wwdr. Doch darin stimmen Alle überein, daß es einen Dämon giebt, der Beherrscher der übrigen Dämonen ist, wie der Asmodai der Babylonier, den Letztere „König der D ämonen" nennen (Gilt, ib.) und auch dadurch gewissermaßen auszeichnen, indem sie ihn nicht unter die verderblichen Dämonen zählen 1 2). (Pesachim 110 ä.) Allein die ganze Erzählung im Gitt. (ibid.) erscheint als eine Mischung von Wahrheit und Dichtung. Als Dichtung muß betrachtet werden, daß (ib.) dem Asmodai zur Zeit des Königs Salomo Verse aus den Proverbien und aus dem Buche des viel später lebenden Propheten Hose a in den Mund gelegt werden, z. B. der Vers: „Wollust, Wein und Most rauben den Verstand" (Hosea 4, 11.) Freilich bemerken Tosafot (Gitt. ib.), daß jene Personen manche erst später niedcrgeschriebene Stelle im Voraus gewußt hätten, wie z. Bi, Joab den 1) Plemo (iW’bs — ein Talmndift) fragte nämlich den R. Jud. hg-Nosst, „wenn Jemand zwei Köpfe hat, auf welchen er die Tefillin zu legen habe." Rabbi, diese Frage als ehren losen Scherz ansehend, ward empfindlich und sprach zu dem Fragesteller: „Entweder Du gehst in's Eril, oder Du unterwirfst Dich der Strafe des Bannes." Da trat plötzlich ein Mann zu Rabbi und sprach: „mir ist ein Knabe (ein Erstling) mit zwei Köpfen geboren worden, —wie viel habe ich dem Priester (Lösegeld) zu entrichten?^ Dadurch überzeugte sich Rabbi, daß Plemo im Ernste gesprochen und ward besänftigt. ' Änmerk. d. Uebers. 2) Indessen wird Pesachim 110 a auch die entgegengesetzte Meinung ausgesprochen: (drin rrdnnn) N2>b?2 82-N« /ist V22 vm Anmerk. d. ue'bers,

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