Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 16 (1852)
- Issue
- Heft 8 (16.2.1852)
- Date
- 1852-02-16
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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xvi, Jahrgang. Allgemeine No, 8. unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Re düktion: Dr. Ludwig PHMppfon, ' Dr, V. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 16. Februar 1852. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes-derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrtg: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sachs Monate— 22l/2 Ngr. (18 gGr.sfür das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl, sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. . . I n l) a l 1. Zeitungsnachrichten: Palästin a: Jerusalem. Deutschlanb: Frankfurt am Main, aus Baiern. Preußen: > Berlin, aus dem Troßherzogthum Posen. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Pefih, Prag, Prag. Die Schweiz: Baselland. Frankreich: Paris. Amerika: Albanien. , Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Jüdische Briefe. 2. Bon E. Wolffberg. ‘ Korrespondenz: New-York. Zeitungsnachrichten. Palästina. Jerusalem, 14. Januar. (Privatmitth.) Seit einiger Zeit von den Gemeinden der Aschkenastm in Jerusalem als Arzt angestellt, habe ich täglich die Gelegenheit zu.sehen, wie groß die Anzahl der fremden Besucher der heiligen Stadt und, seitdem die Dampfschifffahrt auf dem mittelländischen Meere außerordentlich verbreitet, die Kommunikation zwischen den Küsten Syriens und den Häfen Europa's, Asiens und Afrika's regelmäßig unterhält, die Zahl der Fremden hier im Zunehmen begriffen ist. Vergangene Osterfeiertage allein waren circa 20,000 Fremde hier anwesend. Von allen Gegenden her alten und neuen Welt schicken fast alle Nationen von den verschiedenen .Klaffen der Gesellschaft ihre Besucher hierher: Wir sehen Pilger von einem frommen Antriebe angeregt hierher kommen, um auf der ihnen heiligen Stätte ihr Gebet mit Inbrunst zu verrichten, wir sehen ferner Gelehrte, die um ihren Durst nach Wissenschaft zu stillen, hier Forschungen über Alterthumskunde, biblische Geographie rc. anstellen, endlich sehen wir noch ein/dritte Klaffe von Reisenden, nämlich reiche GentelmanS, die Zerstreuung suchen und zugleich die Wißbegierde befriedigen wollen., So erfreulich diese Betrachtung ist, indem wir sehen, daß die heilige Stadt ihren uralten Ruhm noch bis auf unsere Zeit behauptet hat , ebenso betrübend ist der Umstand,' daß wir unter dieser großen Masse von Fremden, außer Sir Moses Montefiore, den man Protektor der orientalischen Juden nennen kann und der öfters hier erscheint, um seine außerordentlichen Wohlthaten auszuüben, und in der letzten Zeit Baron Rothschild aus Paris, fast keine Glaubensgenossen erblicken. Wir wollen damit nicht sagen, daß gar keine Israeliten zu uns kommen, denn aus dem Norden Europa's und von den barbarischen Ländern des Orients, wo der Name Jude noch mit Schmach belastet ist und das sklavische Joch noch seinen harten Druck auf unsere Brüder ausübt, von da kommen ziemlich Viele, die dem schweren Drucke in ihrem Geburtslande weichend, ein Asyl in unserm alten Vaterlande suchen, in den vier heiligen .Städten Jerusalem, Hebron, Liberias und Safet sich niederlassen, um in frommer Ergebenheit mit Noch ünd Krankheit kämpfend, den Rest ihrer Tage frei mit