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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1852-01-12 · Heft 3 (12.1.1852) · p. Seite 32

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
16 (1852)
Issue
Heft 3 (12.1.1852)
Date
1852-01-12
Page
Seite 32 (sequence 8)
Language
German
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Minnt, desto mehr muß sie zugeben, daß solche Veränderungen des ErdkörperS wieder geschehen können, -ja werden^ desto bestimmter aber weiß sie auch,' daß -jede Veranierung mit einer neuen-Schöpfung neuer Wesen vep kündest H/ die unter ' andeten Bedingungen - aber nach MWien^ elvkgen, unveränderlichen Gesetzen ent- und be- - - ■ '^^Hab^ich so, m?H., versucht, Ihnen in gedrängten Zügen- -ein' Bild'-derGefetzÜchkrit, - wie sie in der Mtür wNet, vorzuführen/so muß ich mir Ihre Aufmerksamkeit noch eine kürze'Zeit'erbitten, indem ich sie auf die nächsten Folgerung en lenke, die daraus hervorgehen. So lückenhaft'unser Wissen noch ist, und so mangelhaft meine LaÜsttllüng m so gedrängter Kürze auch nur auSfällen könnte, vaS geht zunächst hervor: in der ganzen Natur isi'siirg endS ein Zufall und nirgends eine WkNH\r vorhanden, fondern Alles, Größtes wie Klein ft e'S, gesch i eh t nach best im m den, nn- EWderlichen Gesetzen. Ob es die Bahn eines diesigen Weitkörpers oder den leichtesten Lustzug um unsM Wangen gilt, beide gehen'aus bestimmten -Gesetzen Mvor und "nach solchen vor sich, die unter denselben Bedingungen stets dieselbe Wirkung/ unter veränderten Bedingungen eine im genauen Verhält»iß zu der Veränderung stehende' verschiedene Wirkung Hervorbringen werden. 3m'- unendlichen Weltraum geschieht'Alles nach solchen Gesetzen. —Hierbei ist nun die nächste Frage: was ulld wie ist denn nun ein Naturgesetz? Diese schwierige Frage zu beantworten, fragen wir zuerst: ist daS GHtz/etwa der Stvff selbst? Wenn wir dies bei anorgÄbischkN Stoffen allenfalls noch begreifen könnten, wenn wir' iftrs die Anziehung als eine kntegrirende Eigenschaft deS Stoffes denken könnten, von der wir dann freilich noch immer nicht begriffen, wie gerade diese Eigenschaft diesem Stoffe in verschiedener Beziehung zugekommen, daß z. B. der Kohlenstoff mit dem Sauerstoff sich vorzugsweise anzieht und zu einer besonder» Säure, der Kohlensäure, sich verbindet — so ist diese Erklärung bei den ochämschen Dingen ganz widersinnig. Ich mache Sie auf EmeS aufmerksam: der Organismus wird, indem Zelle an Zelle sich legt, bis die Form, die Einrichtung und Gliederung erreicht ist, die in der Absicht liegt: kann dä deM'Stoffe selbst Meschrieben werdendaß er als Stoff sich zü solchem Organismus gestaltet? Gewiß nicht, denn es liegt darin ein Vorauswiffen, w ie Zelle an Zelle sich zu legen,um diesen Organismus zu bilden. Oder, wenn ein Stück des Organismus verwundet und entfernt ist, so wird er wiederhergestrstL, indem sich daS Verletzte wieder so gestaltet, wie es Eher» war; bei manchen Thirrrn findet dies Reproduziren in ungeheurem Maße statt; dies kann abermals der Stoff an fich nicht, denn' es liegt darin eine Erinnerung, wie das Gebilde gewesen war und wie es daher wieder hergeftellt werden müsse. Die einfache Mtwort ist demnächst: das Naturgesetz ist der Gedankt, nach welchem jedes Ding in der Natur in seiner Eigenthümlichkeit wird, beste-ht und vergeht, Nach welchem alle Dinge in rder Natur aus einander wirken, und nach welchem alle Dinge in der Natur ein Ganzes, eine Einheit b i l den. Dieser Gedanke wohnt als einzelner Gedanke jedem einzelnen Dinge, wohnt dann wieder als Gesammtgedanke der Gesammtheit inne. AW Beweis diene noch Folgendes. Wodurch begreifen wir daS Gesetz der Natur? Durch unsre Vernunft. - Durch diese ziehen wir uns das Gesetz nicht bloS als Erfahrung auS den Beobachtungen, sondern auf ein beobachtetes und durch unsre Venmnft begriffnes Gesetz gestützt, berechnen wir und sagen voraus zahllose Ereignisse in der Natur. Jchtzhabe Ihnen mehre solcher glänzendsten Belege, B. an der Leverrier's Bestimmung eines-nie gesehenen Planeten, zitirl, aber solcher Vorhersagungen sind zahllose, alle Kalenderberechnungen sind dergleichen, jede richtige Vorschrift *eineS Arztes ist eine Solche. /Aber noch mehr, aus schon erkannten Gesetzen haben höchst oft Naturforscher andere Gesetze, die man nicht beobachtet hatte, durch Vernunftschlüffe gezogen, und siehe da! sie haben sich dann wirklich vorgefundm. So sind der Blitzableiter/ daS Luftschiff, die Voltaische Säule, der metallische Grundbestandtheil in den Erdarten nur auf dem Wege der Vernunftschlüffe gefunden worden, nicht durch Zufall, unh nicht durch bloße Beobachtung. WaS also durch'die Vernunft begriffen, durch die Vernunft aus dem Wege deS Schließens gefunden wird, daS kann an sich nichts anderes als Gedanke sein. Und nun zum Schluffe noch ein Beispiel. Wenn wir ein Gedicht lesen, so ist damit Dreifaches vorausgesetzt: der Gedanke, der in dem Gedicht ausgesprochen ist, wir, die Leser, die diesen Gedanken fassen, Nachdenken, vor Allem aber ein Dichter/ der den Gedanken zuerst gedacht und im Gedichte ausgesprochen. So auch die Gesetze der Natur, die wir als die Gedanken der Dinge in der Natur und der ganzen Natur erkannt haben. Sind diese Gedanken in den Dingen verwirklicht, und denken w ir diese Gedanken durch unsre Vernunft nach, so muß auch

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