Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 51 (15.12.1851)
- Date
- 1851-12-15
- Page
- Seite 612 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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612 wenn man glaubte, er hätte sich einen Harem gehalten und im Uebermuthe seiner einträglichen Aemter und Würden aus dem Hause einen salomonischen Serail gemacht. Ach, wer wußte besser, als er, der Todtengraber, daß Alles eitel sei unter der Sonne, und eher wäre er auf Salomv's Weisheit als auf dessen Thorheiten hingeführt worden. Nein! die fünfzehn Jungfrauen waren ehrsame, keusche, ordentliche Mädchen, große und kleine, schöne und häßliche, ältere und jüngere, meistens frisch und roth, Alle gesund und fromm. Es war eine Karavane, keine beduinische aus der Wüste Arabiens mit von Schätzen beladenen Kameelen, sondern eine fränkische Karavane aus dem Lande der Franken, Katten und Alemannen. Jährlich durchzogen solche jungfräuliche Karavanen das nördliche Deutschland unter Anführung eines Guardians, der sie, eine nach der andern, als Haus- und Küchenmägde vermiethete. Das Reich lieferte ein solches Kontingent an die Juden in Sachsen, Preußen, Hannover u. s. w., womit sie nicht allein jene Posten in ihren Häusern und Wirthschaften besetzten, sondern aus dem sie nicht selten eine brave und bewährte in's Brautgemach führten. Viele — ja die Meisten — unter ihnen pflegten ihr Glück im Norden zu machen und wurden manchmal reiche Kaufmanns- und Bankierfcauen und erzogen dem Staate treffliche Söhne und anmuthige Zionstöchter, denn die Kreuzung der südlichen und nördlichen Racen hatte auch ihren physischen Nutzen. Der Guardian aber machte gute Geschäfte um's Miethsgeld. Sie genossen eines gesunden Schlafes und störten den Schuster gar nicht. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen l1/* Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum so wie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Berlagshandlung. Für die hiesige Gemeinde wird zu Ostern k. I. ein approbirter Religionslehrer, Vorbeter und Schächter gesucht. Auch muß derselbe deutsche Vorträge halten können und den Chorgesang zu leiten verstehen. Hierauf Reflektirende wollen sich in frankirten Briefen bei Unterzeichnetem melden. Malchow im November 1851. Marcus M. Löwenthal, Vorstand. Durch das Avancement des Oberlehrers an der israelitischen Schule zu Moisling ist dessen Stelle erledigt und soll mit dem 1. Januar 1852 wieder besetzt werden. Die Anforderungen an den Oberlehrer sind: ein religiöser Lebenswandel, gründliche Bildung in hebräischen und deutschen Schulwissenschaften und die Fähigkeit zur Leitung einer Schule. Sein jährliches Gehalt beträgt 200 Thlr. pr. Krt. nebst freier, mit Bett und den übrigen erforderlichen Möbeln versehener Wohnung. An derselben Unterrichtsanstalt kann auch ein zweiter Lehrer, bei welchem neben allgemeinen Kenntnissen im Hebräischen und Deutschen vorzüglich auf eine schöne Handschrift, so wie auf Gewandtheit im Kopf- und Tafelrechnen gesehen wird, sogleich ausgenommen werden. Dessen Gehalt beträgt 180 Thlr. pr. Krl. Bewerber wollen ihre Anmeldungen und Zeugnisse unverzüglich porlofrei einsenden an den israelitischen Schulvorstand zu Lübeck. Literarische Anzeigen. In Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig ist soeben erschienen und an alle Buchhandlungen versendet worden: Petite Bibliotheqiie frangaise, ou choix des meilleurs ouvrages de la litteralure moderne, ä l'usage de la jeunesse, suivi d’un queslionnaire, par Mme. A. Bree, Maitresse de convcrsation ä l'Institut francais de Leipzig. XV. Volume: STouvelles Ilfstofres: Le mousse d’Ingouville. — Une Lonne action. — Paul Gauthier. — L’enfant qui Jemande l’aumone pour sa mere. XVI. Volume. Contesi de xna taute €rertrtide: La part de l’orphelin. — Les trois sorties par jour. — Le petit savoyard. — Le comte de Cardignan. — Le chien du garde. — L’enfant perdu. — Les trois Amalies. 16. drosch. Preis ä 5 Ngr. Aesop der Jüngere. Fünfzig neue und lehrreiche Fabeln für die Jugend von Julius Eduard Hartmann. Mit 16 schönen, um den Tert gedruckten kolor. Bildern, kl. 4. geb. 22V* Ngr. Das Merkchen ist auf die jetzt beliebte Weise mit fein kolorirten Randverzierungen versehen, welche die sämmtlichen im Buche mitgetheilten neuen, ebenso unterhaltenden als geistreich erfundenen Fabeln auf eine den Kindern gewiß sehr gefallende Weise veranschaulichen. Der Pudel auf Reisen. Ein unterhaltendes Lesebuch für die Jugend. Frei nach dem Englischen bearbeitet von Rosalie Koch. Zweite Auflage. Mit 6 illuminirten Bildern. 8. geb. 18 Ngr. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung in Leipzig. - Druck von Z. B. Hirschfeld.