Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 48 (24.11.1851)
- Date
- 1851-11-24
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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xv.z-hrg°°g. Allgemeine No. 48. Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig Philipps»n, Dr. V. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 24. November 1851. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22'/2 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Ieitungs-Erpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Heine's Romanzero. (Schluß.) Zeitungsnachrichten: Deutschland: Frankfurt a. M., Berlin, Krefeld. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Lemberg. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Notizen aus dem vorigen Jahrhundert. Gesammelt von L. Weyl in Witkowo. (Schluß.) Belletristisches: Der unbekannte Rabbi. Eine Novelle. (Fortsetzung.) Leitender Artikel. Magdeburg, 16. November. Heine's Romanzero. (Schluß., Wie bemerkt, den Schluß der „Hebräischen Melodieen" wie der ganzen Gedichtsammlung bildet die „Disputation", die in Toledo unter dem Könige Pedro zwischen Mönchen und Rabbinen statkgefunden. Die Schilderung ist bisweilen ergötzlich, im Ganzen charakteristisch, wenn sie nicht auch zu gedehnt und nüchtern wäre. „Nicht galante Paladins Fechten hier, nicht Damendiener — Dieses Kampfes Ritter sind Kapuziner und Rabbiner. Statt des Helmes tragen sie Schabbesdecken und Kapuzen, Skapulier und Arbekanfeß Sind der Harnisch, drob sie trutzen." Frater Jose ist der Kampe Christi, Rabbi Juda der Navarrer sein Gegner. Jeder hat eilf Genossen, die die Religion des Siegers anzunehmen haben, die Christen halten schon Weihwasserkübel, die Juden Beschneidungsmesser bereit. Der König und die Königin Blanka sitzen unter dem Baldachin. „Aber plötzlich Paukenschlage, Und cs melden die Trompeten, Daß begonnen hat der Maulkampf, Der Disput der zwei Athleten." Der Franziskaner beginnt, indem er den Rabbi eporzirt, „Denn bei solchen Kontroversen Sind oft Teufelchen verborgen In dem Juden, die mit Scharfsinn, Witz und Gründen ihn versorgen." Jetzt entwickelt er nun die christlichen Dogmen, und bricht dann in eine gräuliche Verwünschung der Juden aus, die desto eigenthümlichcr absticht, als der Mönch immer wieder beginnt: „Unser Gott, der ist die Liebe —" „Deshalb sind wir auch so sanft, So leutselig, ruhig, milde, Hadern niemals u. s. f. —" Er schließt mit einer Beschreibung der himmlischen Freuden, die freilich sehr türkisch klingt.