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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-11-17 · Heft 47 (17.11.1851) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 47 (17.11.1851)
Date
1851-11-17
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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No. 41. XV. Jahrgang. Allgemeine Zeitung -es Zudcnthums. z? - y.} > ' . •Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig Philippson, Dr. V. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 17. November 1851. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 1 5 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 Va Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sächs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Aufmerksam! — Heine'S Romanzero. Zeitungsnackrichten: Deutschland: Frankfurt a. M., Berlin, Berlin,MeurS,Witzenhausen. Oesterreichischer Kaiserstaat: Pesth. Palästina: Wien, Königsbergs. Pr. Großbritanien: London. Italien: aus Piemont. Holland: Haag, London. Rußland: von der russischen Grenze. Abhandlungen verschiedenen Inhalts: Notizen aus dem vorigen Jahrhundert. Gesammelt von L. Weyl. Literarische Nachrichten: aus der Altmark. Leitende Artikel. Magdeburg, 12. November. Aufmerksam! ES kann kommen, daß wir in baldiger Zeit unsere Freunde zu einer energischen Darlegung werden schaaren müssen. So wenig wir noch daran glauben, so sehr müssen wir doch zur Wachsamkeit ausfordern. Die Bekenner eines aufgeklärten Judenlhums, die Bekenner eines Judenthums, das nicht sklavische Unterjochung des Geistes und Körpers bei laxer Gleichgiltigkeit gegen Intelligenz und Moralität will, das nicht Lippendienst bei völliger Gleichgiltigkeit gegen Innigkeit und Andacht will, die Bekenner eines Judenthums, das viel mosaischer und selbst viel talmudischer ist als die sich mit Gepränge dafür ausgeben, waren bisher immer viel zu träge, viel zu nachgiebig, viel zu indifferent für ihre Gesammtheit. Bielleicht daß sie durch die Orthodoxie und deren neueste Schritte aufgeweckt werden. Wie unser berliner Korrespondent in dieser Nummer bemeldek, hat Herr Tiktin aus Breslau Audienzen und soll sich Schlesien als Rabbinat ausbilten. Wir haben mehr gehört. Es steht in Absicht ein Quadrumvirat, eine Viermänncrschaft zu bilden, und für sie — das ganze Königreich zu verlangen. Tiktin soll Schlesien, Eger Posen und Preußen, vr. Sachs die Mark, Pommern und Sachsen erhalten, wem Westphalen und Rheinprovinz unterliegen sollen, ist uns nicht mitgetheilt. Es versteht sich, daß alles dies nur ein blödes Gerücht ist, von dem wir die Wahrheit der Absicht nicht einmal ganz glauben, 'um wie viel weniger einen Erfolg bei der Staatsregierung. Aber daß doch Etwas dran ist, ist auch richtig, und daß es der höchsten Wachsamkeit bedarf, ist kaum auszusprechen. Was will die Orthodoxie? Will sie Bochrkm unterrichten? Nun, das wehrt ihr kein Mensch, aber bekanntlich ist in unsrer Zeit die Orthodoxie zu faul dazu. Will sie Bücher schreiben, rl'vä und dgl.? Niemand wehrt es ihr, aber bekanntlich liest in unsrer Zeit Keiner Solche mehr. Will sie die Andachtslosigkeit und Unordnung in den Synagogen aufrecht erhalten, will sie unter dem Schilde des heiligsten Gesetzes auch allen Aberglauben und alle verlebte Unsitte des Mittelalters auf ewige Zeiten konservicen? Halt.... Das will man ihr allerdings wehren, das will ihr die unermeßliche Mehrheit der deutschen, namentlich der preußischen Juden allerdings wehren — aber sie will es. Doch kurz, was sie will? Eine hierarchische Herrschaft. Sie will alle Syn-

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