Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 45 (3.11.1851)
- Date
- 1851-11-03
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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xv.Jahrgang, Allgemeine No. 45. Zeitung -es Zu-enthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig Philipps»n, Dr. V. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 3. November 1851. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 7 8 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 2 2 */2 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Glauben und Erkennen. Erstes Gespräch. — Die Gleichstellung der Juden in Preußen. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, aus der Provinz Posen, Hannover, Frankfurt a. M., Hamburg. Oesterreichischer Kaiserstaat: Prag, Prag, aus Galizien, Pesth. Belletristisches: Der unbekannte Rabbi. Eine Novelle. (Fortsetzung.) Leitende Artikel. Magdeburg, 25. Oktober. Glauben und Erkennen. Zweites Gespräch. (S.No. 36.) I. Kommen wir, mein Lieber, auf den wichtigen Gegenstand unserer gestrigen Unterhaltung, über „Glauben und Erkennen" im Judenthume zurück. A. Sehr gern. Allein ich halte es für das Angemessenste, bevor wir weiter gehen, erst die Basis in der heil. Schrift aufzusuchcn, und alle die Stellen näher zu prüfen, in welchen yos (Hiph.) und s>*p über das geistige Berhältnkß des Menschen zu Gott gebraucht worden sind. K. Ich bin ganz einverstanden. >A. Wollen wir zuerst 1»» ins Auge fassen. K. Wie es Ihnen gefällt. F. Um aber alles willkürliche Kombiniren zu vermeiden, folgen wir dabei den einzelnen Schriftwerken abgesondert. §J. Dies scheint mir auch das Gerathenste. Beginnen wir also mit der Tora. A. Wir treffen hier zunächst auf die wichtige Stelle 1 Mos. 15, 6. Zweimal hatte Abram bereits die Zusicherung der Nachkommenschaft und des Besitzes des heil. Landes erhalten, Jahre waren darüber hinweggegangen, ohne daß das geringste Anzeichen ihrer Verwirklichung sich eingestellt, und Abram und Sarai rückten in ein Alter, wo jede Aussicht schwand. Darüber klagt Abram 15, 2. 3. Da sichert ihm Gott eine Nachkommenschaft zahllos wie die Sterne des Himmels zu, und die Schrift fährt fort: 'nn ‘paKfti „ und er glaubete an den Ewigen." „Das rechnete ihm Dieser zur Gerechtigkeit (Frömmigkeit) an." — Genau genommen ist hiermit doch Nichts als der Glaube an eine einzelne Zusicherung Gottes, der die Wirklichkeit wenig zu entsprechen schien, ausgesprochen. Aber dieser Glaube setzt allerdings eine höhere Quelle voraus, aus der er floß. Diese Quelle bezeichnen die Worte der Schrift nicht, obgleich sie uns bei unserer Frage gerade am Meisten interessi'ren würde — wir können sie allerdings als den Glauben an Gott überhaupt bezeichnen, welcher den Glauben an Dessen Wahrhaftigkeit einschlicßen muß. — Es ist dies aber in der Tora die einzige Stelle ihrer Art. Abseitens derselben finden wir nur Stellen, wo vom „Glauben an Gott" nach voraufgegangenen sichtbaren Erweisen gehandelt ist. Wenn es 2 Mos.