Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 44 (27.10.1851)
- Date
- 1851-10-27
- Page
- Seite 528 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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528 verboten, von der er mich aber immer fern gehalten hatte. Der Gesang schwieg und der Prediger bestieg die Kanzel. Noch heute weiß ich es, was er sprach. Er verlas das Evangelium vom Mammonsdi-nste, wie die Vögel unter dem Himmel nicht säen und nicht ernten und nicht sammeln in die Scheunen und der himmlische Vater nähret sie, wie die Lilien auf dem Felde wachsen und nicht arbeiten und nicht spinnen, und sie doch in aller Herrlichkeit bekleidet sind, wie zu trachten sei nach dem Reiche Gottes und nach seiner Gerechtigkeit—er predigte dann vom Wandeln im Geiste Gottes, daß „die Frucht des Geistes sei die Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmuth, Keuschheit." — Freilich verstand ich Vieles damals noch nicht, aber dennoch strömten neue Begriffe von Gott und Menschen in mein Inneres. Nur Eins widerstand, es war hier schön und erhaben, in die Höhe wurde der Geist durch Gesang und Worte getragen, aber, der Gott, der hier gelehrt wurde, war doch nicht Herrli's einiger, unmittelbarer Gott. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1'/« Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum so wie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Die hiesige Kantor- und Schächterstelle, welche ein jährliches Einkommen zwischen 4 und 500 Thlr. gewährt, wird zu VWh 1^8 ©in ©Ni vakant. Amtsbewerber, die nächst einer angenehmen Sängerstimme, genügende hebräische, deutsche und wo möglich musikalische Kenntnisse besitzen, belieben sich portofrei an uns zu wenden. Graudenz, den 22. Oktober 1851. Der Gemeindevorstand. Moritz Hertenberg. A Friedländer. Meyer Kadisch. Gesuch. Zu Ostern 1852 (i^n n"i) wird von hiesiger israelitischer Gemeinde ein wissenschaftlich gebildeter Lehrer, der Religionsunterricht ertheilen und das Vorbeter- und Schachtecamt verrichten kann, gesucht. Bedingungen sind: Vorlage von Qualisikations- und Moralitätszeugnisse und Approbation des diesseitigen Landesradbiners. Bei freier Beköstigung und Wohnung wird das Gehalt nach homelitischer Fähigkeit und bei gewünschtem Unterricht in ^eueren Sprachen angemessen gestellt werden. Bewerber dürsten sich ehestens ApersönlichOdeiHn portofreien Briefen melden bei dew Vorstande der Gemeinde in Röbel (Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin). Eltern, welche die Ausbildung ihrer Töchter in einer größern Stadt zu vollenden wünschen, die ergebene Anzeige, daß eine Dame, mosaischen Glaubens, dieselben in Kost und Wohnung zu nehmen gesonnen ist. Das Nähere darüber ertheilt auf portofreie Briefe G. M. Meyer jnn. Buch- und Musikalienhandlung in Braunschweig. Literarische Anzeigen. Durch C. L. Fritzsche in Leipzig ist zu beziehen: Je ll in eck, A., Beitrage zur Geschichte der Kabbala. 1s Heft. 12 Ngr. Goldenthal, Prof. Dr., Grundzüge und Beiträge zu einem sprachvergleich. rabbin.-Philosoph. Wörterbuche. Wien, 1849. In Fol. 1 Thlr. Clavi8 Taimudica, auct. Rabbi Nissim ben Jacob, ed. Goldenthal. Wien, 1847. 2 Thlr. Liepmannssohn, Gebet bei der Einweihung einer Synagoge. Hebräisch und deutsch. 3 Ngr. Kirchheim, die sieben kleinen Masstchtot des Jeruschalmi nach einer Handschrift Carrnoly's und Einleitung zum Traktat über die Samaritaner. 2 Hefte. 1 Thlr. Zunz, Katalog hebr. Handschriften. Berlin, 1850. 10 Ngr. Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums, herausg. vom Senior Sachs. 1s Heft. Berlin, 1851. 16 Ngr. i-c*n -»sas. Sammlung vermischter Aufsätze. Berlin, "1848.' 10 Ngr. ^11 von R. Meier b. Gabbai nebst i©2 ©uid nT-psö’ von R. 'Asriel, dem Lehrer des Ramban. Berlin, 1850. 12 Ngr. Religionslehren für die Mittelklasse der israelitischen Volksschule von H.Kleimenhagen, Lehrer und Prediger der israelitischen Gemeinde zu Tessin, erlaubt die Unterzeichnete sich, auf Grund einer frühern Rezension in der Allgemeinen Zeitung des Judenthums, in welcher dieses Werkchen von einem unserer ersten jetzt lebenden Rabbinen, vom Herrn Dr. Philippson in Magdeburg, als seinem Zwecke j vollkommen entsprechend, als ganz vorzüglich geschildert wird, . allen israelitischen Schulen bestens zu empfehlen.! Die Stiller'sche Hofbuchhandlung in Rostock. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld