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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-10-20 · Heft 43 (20.10.1851) · p. Seite 516

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 43 (20.10.1851)
Date
1851-10-20
Page
Seite 516 (sequence 12)
Language
German
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516 Mann ist es, der für Einführung der Orgel beim jüdischen Gottesdienst mit Eifer kämpft; aber der Jndifferentismus der Gebildeten laßt dieses Streben nicht aufkommen. Stuttgart, das jetzt vielleicht 80 bis 90 israelitische Familien zahlt, hat gar kein jüdisch-kirchliches Leben. Nur bei den Klubs in der Garküche findet man historisches Judenthum. Da fallen mir Heine's Verse bei: In Frankfurt kam ich am Schabbes an Und aß dort Schalet und Klose — Ihr habt doch die beste Religion — Ich aß auch gern Gansegekröse. Regierungsrarh Dr. Weil war in Wien zu Besuch bei seinem Schwiegersöhne Mosenthal; Kirchenrath Meier weilte im Bade zu Kanstadt. Die jüdischen Kapazitäten waren ausgezogen, oder ließen sich vor mir verleugnen. Ich zog darum auch fort und zwar im Eilwagen von Stuttgart nach Tübingen. Im Wagen war mit mir Di*. Wolfgang Menzel und ich fand in ihm nicht den Judenfresser, für den man ihn gewöhnlich ausgiebt. Durch meine kühngeschwungene Nase kamen wir bald auf's Judenthum zu sprechen und er sprach sich durchaus nicht feindselig gegen dasselbe aus. — In Tübingen lehrt Dr. juris Pfeiffer mit Glück; seine Kollegien sind häufig besucht. 13, wieder die unheilvolle Zahl, jüdische Studenten sind in Tübingen, die aber selten mir einander verkehren, da sie verschiedenen Verbindungen angehören. — Von Tübingen reiste ich nach Göppingen. Ein weimarischec Wurstfabrikant, der in gothaer Würsten machte, klagte mir, daß seit Göthe's Tod Weimar sehr gesunken sei; es kämen viel weniger Fremde und er verkaufe viel weniger Würste. — Was sagen Sie zu dieser edeln Wurstbegeisterung für Göthe? A. E. Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen l1/* Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum so wie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Ein Lehrer, Preuße, geprüft, der Frankreich und England besuch: hat, der aber allein das Amt des Unterrichtens übernimmt, wünscht die Stelle an einer Gemeindeschul? zu übernehmen. Adressen unter No. 12. an die Redaktion dieser Zeitung zu richten. Wir wünschen einen Hofmeister zur Erziehung von 2 Knaben und 2 Mädchen im Alter von 6—10 Jahren zu engagiren, und zwar muß derselbe im Französischen, Hebräischen und im Klavierspielen tüchtig sein, und nach württembergischem Gesetze die desfallsige Prüfung bestehen. Wir geben 100 —130 Thlc. Gehalt nebst ganz freier Station. Wir bitten die Bewerbungen an uns selbst franko zu richten. H. Neuburgers Söhne. Dietenheim, im September 1851. Ein Kommis israelitischer Konfession, welcher bis zum November eintreten kann, die deutsche und französische Korrespondenz zu führen versteht, wird für ein Bankgeschäft gesucht. Gegen franco Offerte zu erfragen Srernengasse No. 71 in Köln. Literarische Anzeigen. Ja Baumgärtners Buchhandlung zu Leipzig ist soeben erschienen und an alle Buchhandlungen versendet worden: KiettLeAcheu. Ein Ta sch en b uch für 1 85 2. Neue Folge dritter Jahrgang. Bon Theodor Mügge. Mit 7 Stahlstichen. In höchst elegantem englischen Mosaik-Einband mit Goldschnitt. Preis 2 Thlr. 15 Ngr. Inhalt: Novellen: Eva. — Am Malanger Fjord. — Gedichte szu den Stahlstichen): Die Ueberraschnng. — Die Barmherzigkeit. — An der See. — Erwartung. — Fischers Abendruh. — Gothischer Dom. Wie bei den früheren Jahrgangen dieses Taschenbuchs, haben Schriftsteller und Verleger Alles aufgeboten, um dasselbe dem Zeitgeschmäcke in allen Beziehungen anzupassen und es namentlich dem Zwecke eines eleganten und gewiß überall willkommenen Geschenks entsprechend zu machen. In meinem Verlag erschien soeben: Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums. Unter Mtwirkung mehrerer Gelehrten herausgegeben von Dr. Z. Frankel, Oberrabbiner zu Dresden. No. 1. (Oktober 1851.) Preis des ersten Quartals 15 Ngr. Dresden, den 1. Oktober 1851. Nudolf Kuntze. In der Schweizerbart'schen Verlagshandlung in Stuttgart ist erschienen: Die Juden im Mittelalter. Ihre bürgerlichen, literärischen und Handelsverhältniffe d a r g e st e l l t von G. B. Depping. Aus dem Französischen. 26 Bogen, gr. 8. geh. 1 fl. 12 kr. ----- 221/2 Sgr. Obwol dieses Werk schon vor mehreren Jahren erschienen ist, so wird dasselbe doch für alle Zeiten seine Bedeutung sich erhalten, wie auch schon früher eine demselben zu Grunde gelegte Arbeit von der Akademie der schönen Wissenschaften zu Baris aus-! gezeichnet wurde. Nicht nur für jeden gebildeten Israeliten, sondern auch für Geschichtsforscher kann daher solches mit Recht > empfohlen werden. — Eremplare find durch jede Buchhandlung! auf feste Bestellung zu beziehen. Verlag von Baumgärtners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirschfeld.

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