Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 42 (13.10.1851)
- Date
- 1851-10-13
- Page
- Seite 504 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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504 und Asche bedeckt, Nacht war überall — aber die Sterne funkelten hell und der Mond schien, da erhob sich Herrli, umgeben von Raphael und Uriet, als Engel Ln die Luft und schauete mit verklärtem Angesichte auf mich, freundlich und ernst, die Finger seiner rechten Hand hatte er erhoben und wies damit gen Himmel. Ich schrie laut auf, ich streckte meine Arme gegen ihn aus, er aber flog immer höher und höher, und als ich nun, da ich endlich gar Nichts mehr mehr von ihm erblickte, in ein lautes Wehgeschrei ausbcach, da — erwachte ich und die Arme umschlangen den geliebten Vater, der mich wach geküßt hatte. So wie an jenem Tage, wo auch bei seiner Heimkehr das Bewußtsein meines Selbst, meines Jchs zuerst in mir erwacht und wie von höherer Macht eingehaucht, mich überkommen hatte, so war jetzt ein neues Gefühl seit diesem Erwachen aus diesem Traume in mich eingekehrt. Ach, wir sprechen nur immer von den Einflüssen der wachenden Welt, aber wir ermessen nicht, wie auch in Stille der Nacht, in den Träumen der in ihren innersten Sitz zurückgedrängten Psyche dem Menschen neue Bilder, neue Ideen, neue Gefühle — oft ein ganz neues Leben — zugeführt werden. Auch da treibt der Geist neue Blüten aus dem dunkeln Schachte hervor, wie das grüne Moos aus den tiefen Klüften der Felsen entsprießet, aber nur mit bewaffneten Augen stehest du des Mooses Blüte, sie ist der Welt verborgen, sie bleibt dem getrübten Bild verhüllt. — In mir war aufgegangen, daß der Mensch auch verlieren kann, was sein Theuerstes ist, verlieren, wenn auch für den Himmel verlieren, doch verlieren! Die Sorge hatte sich gezeigt, sie hatte sich hkngestellt neben meiner Jugend Freuden, neben meiner Jugend Lust. (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. 2n demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 */« Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum so wie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Werlagshandlung. Eine sehr anständige, religiöse Gemeinde, die zu Ende Februar künftigen Jahres einen Vorbeter und Lehrer (für circa 25 Kinder) wünscht, und einen Gehalt von 180 Thlr. außer freier Wohnung und j Beheizung gewahrt, ersucht fcankirte Meldungen j an die löbl. Redaktion zu richten. > Wir wünschen einen Hofmeister zur Erziehung von 2 Knaben und 2 Mädchen im Alter von 6—10 Jahren zu engagiren, und zwar muß derselbe im Französischen, Hebräischen und lm Ktavierspielen tüchtig sein, und nach württembergischem Gesetze die desfallsige Prüfung bestehen. Wir geben 100— 130 Thlr. Gehalt nebst ganz freier Station. Wir bitten die Bewerbungen an uns selbst franko zu richten. H. ILeuburger's Söhne. Dietenheim, im September 1851. Cir' Unterzeichneter beabsichtigt einen Hauslehrer zu engagiren gegen sehr gute Bedingungen. Willebadessen in Westphalen. P. Schönewald. Ein Lehrer, Preuße, geprüft, der Frankreich und England besucht hat, der aber allein das Amt des Unterrichtens übernimmt, wünscht die Stelle an einer Gemeindeschule zu übernehmen. Adressen unter No. 12. an die Redaktion dieser Zeitung zu richten. (Qf* Eltern, welche die Ausbildung ihrer Töchter in einer größer» Stadt zu vollenden wünschen, die ergebene Anzeige, daß eine Dame, mosaischen Glaubens, dieselben in Kost und Wohnung zu nehmen gesonnen ist. Das Nähere darüber ertheitt auf portofreie Briefe G. M. Meyer jnn. Buch- und Musikalienhandlung in Braun schweig. Literarische Anzeige. Inda ha Levk, von Dr. Geiger. Im Verlage von Ioh. Urban Kern in Breslau ist soeben erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: In eleganter Miniatur-Ausgabe: Geiger, Dr. Abrah., Divan des Kastiliers Abu'l-Hassan Juda ha-Fcvr. Nebst dessen Biographie und Anmerkungen. Miniaturformat. 16. 12 Bogen, geh. 25 Sgr. — Dasselbe eleg. mit Goldschnitt geb. 1 Rthlr. 10 Sgr. Der bekannte gelehrte Herausgeber bringt hier einen Dichter, der in eigenthümlicher Mischung die Gluth des Arabers mit der romantischen Innigkeit des christlichen Mittelalters und der wehmüthigen Sehnsucht des Juden verbindet, in einer trefflichen, gediegenen Bearbeitung, die sich den Uebertragungen orientalischer Poesie von Nückert anreihen dürste. Die kritischen Anmerkungen werden für das gelehrte Publikum von Interesse sein. — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von I. B. Hirfchfeld.