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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-10-06 · Heft 41 (6.10.1851) · p. Seite 491

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 41 (6.10.1851)
Date
1851-10-06
Page
Seite 491 (sequence 11)
Language
German
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491 wäre fast auty als eifriger Demokrat von der königl. israelitischen Oberkirchenbehörde gemaßregelt worden; er hat jedoch bei Zeiten noch eingelenkt. — Zn der Gemeinde Freudenthal herrscht große Bestürzung, weil der Viehhandet, fast der einzige Nahrungszweig der dortigen Juden so arg eingeschränkt ist und die königl. Regierung ihn ganz unmöglich machen will, dennoch wenden sich Wenige ordentlichen Gewerben zu. Manche wandern nach Amerika aus, um dort unbeschränkt dem Handel leben zu können. . In Freudenthal haben sich auch Sagen aus der Geschichte des Juden Süß Oppenheimer erhalten. Vom Jahre 1733—1737 regierte Herzog Karl Alexander über Württemberg, Jud Süß Oppenheimer wurde sein Premierminister. Das Schicksal dieses Fürstengünstlings ist bekannt, er wurde nach Karl Alexanders Tod gegen alles Recht dem Nachrichter übergeben. Ein schwäbischer Geschichtsschreiber, „Zimmermann", sagt: „In deren Händen er war, waren mehr seine leidenschaftlichen Feinde, als gerechte Richter/' Ich will nicht den Apolegeten „Süßens" machen, allein das liegt klar am Tage, daß gegen ihn, weil er ein Jude war, ein Justizmord verübt worden war. Man peinigte den „armen Sünder" mit Bekehrungsversuchen und versprach ihm Gnade, wenn er übertreten würde. Der Jude sagte dem bekehrungswüthigen Priester: „Religion ändern ist eine Sache für einen freien Menschen und steht gar übel an einem Gefangenen." So schlecht kann Süß Oppenheimer nicht gewesen sein, wie ihn der Judenhaß in der Geschichte schildert; Wilhelm Zimmermann macht eine rühmliche Ausnahme. Süß starb gewissermaßen als Märtyrer seines Glaubens, denn der Religionswechset hätte ihm Leben und Freiheit bewirkt. Der unverständige Haß ließ noch dem Juden zum Hohn an den Galgen ein neugefertigtes eisernes Käfig in Form eines orientalischen Pavillons anbringen, in dem er gehängt wurde. Als die Geistlichen ihm noch auf dem armen Sünderkarren das Evangelium predigten, rief er: „Adonai Elohim" und das Volk machte aus dem „Adonai" als hatte er gerufen: „net do 'nein!" ins Käsig nämlich. Juden aus Freudenthal saßen als Bauern verkleidet auf Bäumen und riefen ihm das „Schma" nach. Die frommen Geistlichen aber, statt christlich mit ihm zu beten, riefen ihm, als er die Leiter hinaufgezogen wurde, den Fluch nach: „So fahre denn hin, du verruchte Seele, zur Hölle!" Von diesem Akt sagt Zimmermann: „Sprechender als in langen Abhandlungen malt sich in dieser Szene die Rechtspflege und die Geistlichkeit jener Zeit." (Schluß folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1*/« Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Seile aus Petitschrift oder deren Raum so wie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Mit dem 1. März k. I. wird die hiesige Lehrer¬ und Kantorstelle vakant. Qualisizirte unverheirathete Reflektanten wollen sich portofrei an den Unterzeichneten wenden. Dinstacken am Niederrhein, im September 1851. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde. M. Jacob. M. Sim. Jacobs. C3T Eine sehr anständige, religiöse Gemeinde, die zu Ende Februar künftigen Jahres einen Vorbeter und Lehrer (für circa 25 Kinder) wünscht, und einen Gehalt von 180 Thlr. außer freier Wohnung und Beheizung gewahrt, ersucht frankirte Meldungen an die löbl. Redaktion zu richten. Wir wünschen einen Hofmeister zur Erziehung von 2 Knaben und 2 Mädchen im Alter von 6—10 Jahren zu engagiren, und zwar muß derselbe im Französischen, Hebräischen und im Klavierspielen tüchtig sein, und nach württembergischem Gesetze die desfallsige Prüfung bestehen. Wir geben 100 —130 Thlr. Gehalt nebst ganz freier Station. Wir bitten die Bewerbungen an uns selbst franko zu richten. H. Neuburger s Söhne. Dietenheim, im September 1851. Unterzeichneter beabsichtigt einen Hauslehrer zu engagiren gegen sehr gute Bedingungen. Willebadessen in Westphaten. P. Schönewal-. Ein Lehrer, Preuße, geprüft, der Frankreich und England besucht hat, der aber allein das Amt des Unterrichtens übernimmt, wünscht die Stelle an einer Gemeindeschute zu übernehmen. Adressen unter No. 12. an die Redaktion dieser Zeitung zu richten. Ein Knabe von gefälligem Aeußern und mit gehörigen Schulkenntnissen versehen kann sofort in eine Ma-

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