Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 41 (6.10.1851)
- Date
- 1851-10-06
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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XV. Jahrgang. No. 41. Allgemeine Zeitung dcS Zu-euthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig Philipps»«, Dr. B. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 6. Oktober 1851. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 7 8 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 '/r Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitender Artikel: Der neue Bund des Propheten. Zeitungsnachrichten: Deutschland: von Württemberg, Worms, Berlin, Krefeld, Aachen, Birnbaum. OesterreichischerKaiserstaat: Pesth, Lemberg. Rußland: aus Polen. Großbritanien: London. Literarische Nachrichten: aus der Altmark (Schluß). Korrespondenz: Aus der Reisetasche eines fahrenden Schülers aus Schwaben. Leitender Artikel. Magdeburg, 29. September. Der neue Bund des Propheten. Predigt am zweiten Tage Rosch haschana. Der Prophet spricht, Iirmejahu 31, 31—34: „Siehe, Tage kommen, spricht der Ewige, da schließ' ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund. Nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloß am Tage, da ich ihre Hand ergriff, sie aus dem Lande Mizrajim zu führen, welchen meinen Bund sie gebrochen, daß ich Ueberdruß an ihnen hatte: sondern dies ist der Bund, den ich mit dem Hause Israel schließen werde nach jenen Tagen: ich lege meine Lehre in ihr Inneres, und auf ihr Herz schreib' ich sie. Da belehret nicht mehr Einer den Andern: Erkennet den Ewigen, sondern allesammt werden mich erkennen von Klein bis Groß! -Denn ich werde ihre Schuld vergeben, und ihrer Sünde gedenk' ich nicht mehr." Ein schweres, bedeutungsvolles Wort, m. Fr.! Wie? einen neuen Bund wird Gott mit uns schließen, Nb nN "v&n „nicht wie der Bund, den er mit unseren Vätern schloßt, als sie aus Egypten zogen? Kann, fragen wir uns da, Etwas, was Gottes ist, was von Gott erfloffen, veränderlich, wandelbar, kann es unvollkommen sein, so daß es verändert werden muß? Dennoch sprechen andere Propheten, wie Jecheskel, dasselbe aus. Aber wenn wir unter dem Bunde Gottes mit Israel nichts Anderes verstehen, als daß einerseits die Erkenntniß und Anbetung des einigen, unendlichen Gottgeistes von jeher und unwandelbar in Israel war und stets sein soll, und daß andrerseits Israel in dieser Erkenntniß und Anbetung immerfort bestand und bestehen wird bis daß die ganze Menschheit sich dazu vereinigt hat — wie könnte dieser Bund je aufhören, und ein anderer, neuer dafür eintreten sollen? Und endlich, sprechen nicht zahllose Stellen der Schrift selbst den steten Bestand und die Unveränderlichkeit der Lehre aus, die uns aus Mosis Munde überkommen? Lasset uns daher, m. A., in dieser Stunde suchen nach der rechten Bedeutung des prophetischen Spruches, daß er uns zu klarer Anschauung komme — und Der, dessen das Licht und die Liebe ist, Er verleihe uns dazu Kraft und Einsicht — Amen. I. Bor Allem, m. Fr., müssen wir uns klar machen,