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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-09-29 · Heft 40 (29.9.1851) · p. Seite 479

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 40 (29.9.1851)
Date
1851-09-29
Page
Seite 479 (sequence 11)
Language
German
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479 ohne Unterschieb des Standes, des Vermögens und was sonst noch Menschen trennt von Menschen? Liebe üben „fest wie der Tod" gen den Gatten, die Gattin, Liebe gen Eltern, Kinder, Liebe gen Bruder, Schwester? Denn hier wird gelehrt, daß die Grundlage alles Lebens das Recht ist, „Gerechtigkeit, Gerechtigkeit folge, auf daß du lebest", wie der alte tatmudische Lehrer Rabbon Schimeon sprach: „auf dreien Dingen besteht die Welt, auf Recht, Wahrheit und Frieden". Nun, wollet ihr es von hier mit von dannen nehmen, und Recht üben gen Alle, Recht in Handel und Wandel, Recht gegen Obere, Recht gegen Niedere? Denn hier wird gelehrt, daß alles Verdienst des Menschen in der Demu th besteht, nicht in der Vernichtung seiner selbst, nicht in der Zermalmung und Erniedrigung seiner selbst, die so oft Heuchelei ist, sondern in der willigen Anerkenntniß seiner Schwachen und Mängel, in der willigen Anerkenntniß alles Höhern und Edeln wo wir es finden; so wie der alte talmudische Lehrer Joschua sprach: „wer demüthig ist, hat das Verdienst, als brächt' er alle Opfer auf einmal" (Sanhedr. 43. 2.). Nun, wollet ihr sie von hier mit von dannen nehmen, und Demuth üben gen Alle, wahrhafte, lautere Demuth vor Gott und Menschen? Ja, in Eurem Namen sprech' ich es hier an neu geweihter Stätte aus, Ihr wollet es, denn das bezeugtet Ihr durch dieses Hauses Bau. Denn was wolltet Ihr sonst hiermit, wenn nicht dieses? Was hattet Ihr hier sonst zu suchen, als Liebe, Recht und Demuth? -- Wohl, m. Fr., dessen ist das Zeugniß dieses Hauses; daß lebendig Ln Euch ist das Bekenntniß unserer Lehre, daß wach und rege in Euch ist das religiöse Bedürfen, daß kräftig in Euch ist das höchste und edelste Wollen. Und so wie Ihr dieses Haus zu Eurem Zeugen hingestellt vor den Menschen, also mache dieses Haus wieder Euch zu seinen Zeugen, zu seinen steten und lebenden Zeugen, „daß Ihr Euer Vertrauen setzet allein auf Gott, und der Thaten Gottes nicht vergesset, und sein Gebot wahret, und daß ihr nimmer werdet ein Geschlecht, deß Herz nicht fest, deß Geist nicht treu an Pott!" — Amen. Anzeiger. Zn demselben werden Annoncen aller Art gegen l1/* Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum so wie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. C3T Eine sehr anständige, religiöse Gemeinde, die zu Ende Februar künftigen Jahres einen Vorbeter und Lehrer (für circa 25 Kinder) wünscht, und einen Gehalt von 180 Thlr. außer freier Wohnung und Beheizung gewahrt, ersucht frankirte Meldungen an die töbl. Redaktion zu richten. M Zu Michaeli d. I. werde ich hier eine Gr- Q ziehungs-Penftons-Anstalt für ifraq Q elififche Knaben eröffnen. Mit derselben O steht meine seit längerer Zeit hier bestehende israe- O litische Knaben-Bürgerschule in Verbindung, <jj> w in welcher Knaben vom frühesten schulfähigen Al- O w ter an bis zum Eintritt in eine höhere Gymnasial- <*) oder Realklaffe in den hierzu nöthigen Wissen- <5 w schäften ausgebildet werden. Der Unterricht wird <2> w in 2 Klassen von 4 geprüften Lehrern ertheilt und Q w umfaßt die Elementar- und Realgegenstände, die T polnische und lateinische Sprache und alle zum w yg Hebräischen gehörigen Unterrichlszweige, als: Rew y& ligion, biblische und jüdische Geschichte, hebräische § y^ Sprache ‘fan, Ueberfttzen der Gebete, hebräisch y^ Lesen und Schreiben. Es werden jedoch auch § y^ solche Knaben ausgenommen, die ein hiesiges Gymw y£ nasium besuchen, oder für dasselbe vorbereitet werw y^ den sollen, und erhalten dieselben zweckmäßige Nachy^ hilft in den nöthigen Unterrichtszweigen, nebst y^ y£ Privatunterricht im Hebräischen. y£ N Es wird mein Bestreben sein, den mir an- )S( vertrauten Zöglingen bei gewissenhafter Beaufsich- )J( )8( tigung und liebevoller Behandlung eine sittlich- )(( religiöse Erziehung zu Theil werden zu lassen und )j( )S( für ihr körperliches und geistiges Gedeihen nach )}( )S( Kräften zu sorgen. Das Honorar werde ich aufs )S( U Allerbilligste stellen, und bitte ich, desfallsige An- )$( )$( Meldungen zeitig bei mir anbringen zu wollen. U Posen, den 25. August 1851. A D Markus Budtvig» D geprüfter Lehrer für die höhere Bürgerschule. Ein Knabe von gefälligem Aeußern und mit gehörigen Schulkenntnissen versehen kann sofort in eine Manufaktur- und Modewaarenhandlung als Lehrling eintreten. Wo? wird auf frankirte Anfragen die löbl. Redaktion d. Bl. mittheilen.

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