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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-09-15 · Heft 38 (15.9.1851) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 38 (15.9.1851)
Date
1851-09-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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xv. Mrgoug. Allgemeine No. 88. Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig Philippson, »r. V. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 15. September 1851. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 7 8 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig; mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 2 2 V2 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. stichst Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Aus dem Gebirge. — Hebet jüdische Erziehung. Von Uri. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Berlin, Frankfurt a.M., aus Thüringen. Oester reicht sch er Kaiserstaat: Wien,Wien,Pesth. Frankreich: Paris Nord^ amerika: Magdeburg. Rußland: Danzig, Druskcnik. Belletristisches: Der unbekannte Rabbi. Eine Novelle. (Fortsetzung.) Leitende Artikel. Aus dem Gebirge, 26. August. Wie ich in Eure Herzen flößen möchte, insonders Euch, Jünglinge und Jungfrauen meines Glaubens und Stammes, was meine Seele füllt, in diesem Augenblicke und in diesem Winkel der Erde! Wie mit der Bewunderung für die Schöpfungen Gottes sich um so mehr die Begeisterung für die Erkenntnisse unsers Glaubens vermahlt und erhöht, die überall mit den Verkündigungen jener Schöpfungen im Einklänge sind! Was diese mir laut zurufen, was sie für Gefühle in meinem Herzen, für Folgerungen in meinem Verstände Hervorrufen, es ist ja Dasselbe, was Israel in Mitten einer widerstrebenden und doch immer mehr überwundenen Welt schon vier Jahrtausende weiß, trägt, festhält, lehrt! Da brauche ich Nichts zu beseitigen, Nichts zu vergessen; da bringe ich Nichts mit, was nicht auch hier geschrieben stehe; da bleibt Nichts übrig, was gesucht, erfunden, darüber hin- , aus sei! Jene Felsen sind die Lapidarschrist, eingezeich- ' net auf die grüne Erde und den blauen Himmel, der verkündet, was Dir, Israel, im lauten Wort offenbaret ist. Ein abgeschiedenes Thal, hineingesenkt in die Reihen der Sandsteinfetsen, in die Züge der Porphyrwände, in j die Gruppen der Vasaltkuppen — vorn strömt der gewaltige Fluß vorüber, im Hintergründe stürzt der Maldi bach in einem rauschenden Wasserfall herunter, sammelt! dann seine Wellen, und führt sie murmelnd über Gerolle! durch grüne, von Felsen begranzte Matten dem Flusse zu; und die Felsen überall von Tannen gekrönt; aus jeder Ritze und Spalten steigen diese heraus, und klammern sich mit ihren Wurzeln um das moosüberzogene Gestein; hoch darüber die schmale Decke des um so tiefblauer gefärbten Himmelsgewölbes; eine weiße Wolke kommt über die eine Bergreihe hervor, sie segelt hinüber zur andern, sie ist verschwunden. Und von den Felsen träufeln hundert Quellchen und rieseln an hängenden Schlingpflanzen hernieder und sättigen den Bach.! So solltest Du sein, Israel, und — in der Thal — so warst Du auch! Nicht wie die Erscheinung im gemeinen Leben schau' ich Dich, sondern wie Du hervor-! trittst aus den Tafeln der Geschichte, nachdem der Schwamm : der Vergessenheit über die Schwächen und Makel gefahren, die jeder Wirklichkeit anhaften. Da solltest Du so sein, und da warst Du so. Wie die Basaltkuppen, starr, unerschütterlich, hervorragend aus dem waldbewachsenen Hügel fruchtbarer Dammerde, umgeben von reichen Feldern, standest und stehst Du im großen Gefilde der

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