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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-08-25 · Heft 35 (25.8.1851) · p. Seite 419

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 35 (25.8.1851)
Date
1851-08-25
Page
Seite 419 (sequence 11)
Language
German
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419 Eher, meint der Redner, gebührt dem Lokalrabbincr mehr Berücksichtigung, weil er mehr Obliegenheiten hat. — Hitler meint, da jeder Rabbiner mit Kontrakt angcstcllt wird, so sei es seine Sache zu bemessen, ob er auskommen könne. Die Sorge, daß der Rabbiner am Ende darben müßte, sei daher ganz ungegründet. Auch versichert der Redner, daß er keine Gemeinde kenne, die ihren Rabbiner darben lasse. — L. Pick fordert die Versammlung auf, ihm eine Gemeinde zu nennen, die ihren Rabbiner darben lasse. Uebrigens bestimme §. 84 ja nur das Minimum. Es frage sich nun, ob 300 fl. K. M. hierzu genügen. Der Redner meint, man solle es dabei bewenden lassen und den Gemeinden nicht zu viel aufbürden, da es in Böhmen so viele arme Gemeinden giebt. — Hamburger theilt mit, daß seine Gemeinde (Böhmisch-Lei pp a) sich für die §§. 84 und 85 ausgesprochen habe. Er legt zugleich eine in diesem Sinne sich aussprechende Petition seiner Gemeinde auf den Tisch. Der Präsident bemerkt, daß er dem Rabbiner Lengsfeld beipflichten müsse, daß bestimmt werde, der Unterschied zwischen Bezirks- und Lokalrabbiner solle nur ein quantitativer, d. h. auf die Ausdehnung des Amtsgebietes, — nicht aber ein qualitativer, d. h. in Bezug auf materielle und moralische Stellung sein. — Es wird zur Abstimmung geschritten. §. 84 wird angenommen. (Schluß folgt.) Großbritanien. London, im August. Auch andere Wünsche als das bloße bürgerliche Recht steigen allmälig in den englischen Juden aus. Sie, die mit so vieler Munisizenz ihre Anstalten erhalten, wollen jetzt auch an den Wohlthaten des Staates für gemeinnützige Institute ihren Theil haben. Der Board of deputies (Deputate der englischen Juden) hat in seiner letzten Vereinigung beschlossen, Alles daran zu setzen, daß die israelitischen Anstalten einen gleichmäßigen Antheil an den Aufmunterungsmaßregeln erhalten, welche das Parlament alle Jahre zu Gunsten der Erziehung und des Unterrichts trifft. Amerika. San Fraireiseo. Bei der großen Feucrsbrunst vom 4. Mai ist eine große Anzahl Israeliten um's Leben gekommen und Viele sind gänzlich verarmt. Chicago. Der Chicago Democrat berichtet: Die Zeremonien zur Einweihung der ersten Synagoge im Staate Illinois boten gestern ein sehr interessantes Schauspiel. Niemand versteht es wie die israelitischen Damen, einen Tempel auszuschmücken. Der Chor aus einer großen Anzahl junger Damen und Männer, exekutirte mehrere Gesangstücke mit einem vollkommenen Einklang. Die Synagoge hat eine sehr schöne Orgel. Der Prediger, Herr Jsaac, hielt eine herrliche Rede. Unsere israelitische Bevölkerung ist nicht zahlreich, aber sie ist reich und genießt eine hohe, vollständig verdiente Achtung. (Arch. isr. de Fr.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1'/* Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum so wie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlung. Durch den Ankauf eines größeren und passenderen Lokals beabsichtige ich meine seit längerer Zeit bestehende Pensionsanstalt für Knaben zu vergrößern. Es können schon zu Michael d. I. noch Zöglinge, welche das hiesige Gymnasium, oder die Franzschule (neuorganisirte Handelsschule) besuchen wollen, unter den annehmbarsten Bedingungen ausgenommen werden. Mein Bestreben wird stets dahin gerichtet sein, dem mir von den Aeltern geschenkten Vertrauen in jeder Beziehung zu entsprechen. Deßau, 25. Juli 1851. Dr. Gustav Philkppson, Lehrer der herzogl. Franzschule (Handelsschule) und Prediger des deutsch-israelitischen Gottesdienstes zu Leipzig. (Während der Messen, Thomaspförtchen No. 1 im Lokale des Tempels.) (Uif Zn einer Gemeinde wird unter sehr annehmbaren Bedingungen ein Lehrer gesucht, der auch im Französischen Unterricht ertheilen kann. Frankirte Offerten mit JF. li. bezeichnet besorgt die Redaktion d. Bl. <wf" Ein geprüfter israelitischer Lehrer, der außer dem Hebräischen und Deutschen auch im Englischen und Französischen Unterricht ertheilt, sucht bis zum 1. November oder Dezember d. I. eine Haus- oder Gemeindelehrerstelle. Auch ist derselbe befähigt den Gesangunterricht zu ertheilen und den Chor im Gottesdienste zu leiten. Hierauf Reflektirende wollen sich geneigtest unter Chiffre A. Ol. franko an die Expedition d. Bl. wenden.

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