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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1851-08-25 · Heft 35 (25.8.1851) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
15 (1851)
Issue
Heft 35 (25.8.1851)
Date
1851-08-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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xv.Jahrgang. Allgemeine No. SS. Zeitung -es Zu-enthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig Philippfon, Dr. V. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 25. August 1851. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u.s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22*/2 Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Das weibliche Geschlecht. — Ueber jüdische Erziehung. Von Uri. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten: Deutschland: Magdeburg, aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf, aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf, aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf, aus der Provinz Posen. Oesterreichischer Kaiserstaat: aus Ungarn, aus Oesterreich, Prag. Großbritanien: London. Amerika: San Francisco, Chicago. Leitende Artikel. Franzensbad, 15. August. Das weibliche Geschlecht. An der Abschwächung des religiösen Sinns, an dem Verfall der echten Religiosität trägt das weibliche Geschlecht einen großem Theil der Schuld, als gewöhnlich in Betracht gezogen wird. Wie überall wird auch auf dem religiösen Gebiete viel weniger an das weibliche Geschlecht gedacht, für und auf dasselbe gewirkt, als auf das männliche. Ganz besonders aber hatte im Judenthume fast alle religiöse Einwirkung auf die Frauen seit langer Zeit aufgehört. Diese Vernachlässigung rächt sich außerordentlich. Und noch immer wird von uns das Weib viel weniger berücksichtigt, als es sollte. Bevor wir jedoch näher hierauf cingehen, schicken wir einige allgemeine Betrachtungen voran. Da? Weib fühlt feiner, zarter, aber der Mann tiefer. Das Weib ist leichter zu rühren, zu ergreifen, aber die Bewegung gehl schneller vorüber; während der Mann schwerer zur Empfindung gebracht wird, aber nachhaltiger empfindet. Das Weib beruhigt sich in und mit der Empfindung selbst, der Mann fühlt sich durch dieselbe sofort zum Handeln, zu einer Thätigkeit angeregt. Das Weib hat mehr Sinn für die Sitte, der Mann für die Geschichte, für das Herkommen. Das Weib entfernt daher gern was der Sitte, die sie für die rechte ansteht, widerspricht, wogegen der Mann lieber das Herkommen aufrecht erhält, selbst wenn es der sonst herrschenden Sitte widerspricht. Das Weib lebt mehr im Aeußern und Kleinern, faßt leicht, aber von der Oberfläche, denkt schnell, aber weniger. Es begnügt sich daher mit allgemeinen Sätzen, die ihm zusagen, die mit seiner Gefühlswelt stimmen, ohne sie sorgfältiger zu prüfen und ohne in die Konsequenzen näher einzugehen. Es hängt darum hartnäckiger an diesen, weil es sie einmal angenommen, sich angeeignet hat. Der Mann lebt mehr im Inner« und Großen, faßt und denkt langsamer, aber tiefer, will prüfen und genau erkennen, nimmt Lehrsätze schwerer an, und gicbt Solche leichter auf, wenn er sie nicht zu verthekdkgen vermag. Im Weibe ist der unmittelbare Instinkt weit stärker als im Manne, der oft lange nachher einsieht, was das Weib im ersten Augenblick gefühlt hat. Man hat sehr oft gesagt, das Weib fei die'besondere

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