Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 29 (14.7.1851)
- Date
- 1851-07-14
- Page
- Seite 347 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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347 n2bh2 erblickt haben dürste. Zch theile diese Vermuthung nicht ganz, da dieselbe jedenfalls die unwahrscheinliche Voraussetzung in sich schließt, mein Werk sei auf jener Seite nicht nur gelesen, sondern sogar mit Aufmerksamkeit und Prüfung gelesen worden, abgesehen davon, daß ich mir schmeichle, eine gewissenhafte Prüfung könnte meinem Werke nach keiner Seite hin schaden. Zch glaube vielmehr — wenn nun schon einmal mein Buch die Schuld der in jenem Artikel erwähnten Animosität gegen mich tragen soll — daß nicht das, was ich über den Sohar geschrieben, sondern daß ich überhaupt über den Sohar und namenlich deutsch geschrieben, gewissen Leuten ein Stein des Anstoßes ist. Zu dieser Annahme berechtigt mich die Erfahrung, indem ich mich zu erinnern weiß, daß mir von talmudisch sehr gelehrten Männern beim Erscheinen meines Werkes gerathen worden, demselben, nach dem Vorgänge des R. Isaak de Lattes und Anderer, welche Kabbalistisches herausgegeben, eine hebräisch geschriebene Apologie, ungefähr des nachstehenden Inhalts, voranzuschicken: hm 182 a*np» fcPUD-m '2 •»mal w 0*17282 ,nb2pn ruasn b$ p 8b hno« trw 18OW1 nön fnöD nnn na rr-nron p b* pi rs nai?2ai nib tnufin» nim N2 iaar?22 p-* pb ,^272122 m *ji72rtb mbA 12N2 ab nwa baisn N12L72 N72Nb72 VnbNb •'M331 TWStt ">2a ^H72p mvyv ina ^npn2i ,nba2 miT m»i im snaim ,na>Ä72 ■»r« öip» m nmttjöaa Nban tnaünn 12 12N2 Iwa i72aty puA ima2 *piDba ^*122 .ia*nMn» Als ich hiergegen den Einwand machte, daß ja alles dieses am Besten aus dem Bucke selbst hervorgehe, erhielt ich die mir damals ziemlich naiv vorgekommene Antwort: „Za, für Solche, die Ihr Werk lesen, mögen Sie Recht haben; was sollen aber die thun, die es nicht lesen können oder wollen, diesen ist's doch nicht zu verdenken, wenn sie schon der bloße Titel gegen den Verfasser einnimmt/' Ich hielt trotzdem diese Vorsichtsmaßregel für überflüssig, und zwar um so mehr, als ich mich auf meine Antezedentien, in denen ich Nichts fand, was zu einer Voreingenommenheit gegen mich berechtigt, stützen zu können glaubte, gestehe aber, daß es mich seitdem bisweilen bedünken wollte, der qu. Rath habe auf gründlicher Menschenkenntniß beruht. Da nun die Sache, geehrter Herr Redakteur, in Ihrem vielgelesenen Blatte zufällig zur Sprache gekommen, so wollen Sie mir wol hier einige Bemerkungen gestatten. Wie gesagt, es ist weniger der Inhalt meines Werkes, als Form und Anlage desselben, was die Ausstellung einiger Befangenen erfahren dürste. Die Mysterien der Kabbala in ein neueres, wissenschaftliches Gewand kleiden, könnte diesen bedenklich scheinen. Daß ein solcher Vorwurf vom rein wissenschaftlichen Standpunkte aus keiner Widerlegung bedarf, ist augenfällig. Aber es soll hier dargethan werden, daß meine Bemühungen auch von der strengsten Orthodoxie eher Dank als Tadel verdienen. Es ist schon berührt worden, daß es mit zu den Hauptaufgaben meines Buches gehört, die sich bei neueren Darstellern und Bearbeitern des kabbalistischen Systems festgestellte Ansicht zu berichtigen, als habe die Kabbala nur deswegen ihre Dogmen unter dem Sieget der Verschwiegenheit vorgetragen, um antijüdische Anschauungen und Glaubensmeinungen besser verbergen zu können. So — meinen sie — habe die Kabbala sich nicht nur über die historischen Thatsachen und die positiven Gesetze, welche die Schrift ausmachen, vermittelst eines hermeneutischen Kunstgriffes ohne Weiteres hinwegzusetzen gewußt, sondern man müsse bei ihr auch oft das gerade Gegentheil von dem verstehen, was sie zu lehren scheine, wie sie sich beispielsweise der Lehre von der Schöpfung bedient habe, um Entgegengesetztes zu behaupten. Indem ich mich nun bemühte, diese Beschuldigungen zu widerlegen, mußte ich häufig auch von älteren Kommentaren abweichen, welche im frommen Eifer bald der Kabbala einen Gefallen zu thun vermeinten, wenn sie ihr die Konsequenzen fremder Systeme aufpfropften, bald auch — da sie mit mehr Phantasie als Wissenschaftlichkeit zu Werke gingen — die ursprünglich kabbalistischen Lehren auf eine materielle, buchstäblichsi'nnliche Weise auffaßten, und dadurch eben die obschon unabsichtliche Veranlassung zu den irrigen Vorstellungen der neueren Bearbeiter und zum Mißkredite des ganzen Systems geworden find. An ein Erreichen des mir Vorgesetzten Zweckes konnte folglich nur dann gedacht werden, wenn meine Arbeit überall auf der Höhe der Zeitwissenschast sich erhielt, und den Gegnern, so zu sagen, als ebenbürtiger Kampe mit gleichen Waffen entgegentrat. . Diese wenigen Zeilen, glaube ich, reichen für den hin, der durch Vernunftgründe überzeugt sein will, und ich habe somit der Vorschrift genügt: 'i-p2 tn^pa örpifn bairnui (4. B. Mos. 32, 22.) Schließlich kann ich die Bemerkung nicht unterdrücken, daß ich über das Motiv zu der im gedachten Korrespondenzartikel angeführten Animosität eines greisen Rabbi-