Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 15 (1851)
- Issue
- Heft 28 (7.7.1851)
- Date
- 1851-07-07
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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xv. zohrgM.g, Allgemeine No. S8. Zeitung des Zu-enthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redaktion: Dr. Ludwig Philippson, Dr. B. Meyer, Rabbiner zu Magdeburg. verantwortlicher Redakteur. Leipzig, den 7. Juli 1851. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Montags, und wird jährlich 78 Bogen in Quart inkl. des Titels, Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang; — l Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 V* Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angefetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die königl. sachs. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die Juden in Preußen und Oesterreich. — Erziehung der Jugend. Don Uri. (Fortsetzung.) Zeitungsnachrichten: Großbritanien: Jamaika, London. Norwegen: Christiania, Ehristiania. Deutschland: aus der Provinz Posen, Soest, Mannheim. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Pesth, Prag, Prag, Prag, aus Galizien. Holland: aus dem Regierungsbezirk Düffeldorf. Rußland. China. Korrespondenzen: Goch. Bericht über die in Krefeld fiattgehabte Versammlung israelitischer Lehrer aus der Rheinprovinz und Westphalen. (Fortsetzung.) Leitende Artikel. Magdeburg, 1. Juli. Die Inden in Preuße« und Oesterreich. Wie die preußischen ministeriellen Blätter selbst unlängst mitgetheilt, beschäftigt sich das Staatsministerium jetzt mit der Frage: was den Juden vom öffentlichen Staatsdienste gestattet werden solle, was nichts Nach der Verfassung scheint Jedermann diese Frage einfach: Alles, mit Ausnahme der christlich-kirchlichen Aemter. Von diesem Gesichtspunkte haben wir über diesen Gegenstand gar Nichts zu sagen. Es ist Alles gesagt. Die Verfassung spricht einfach und bestimmt. Die Verfassung ist beschworen. Wird die Verfassung nicht eingehalten, nun — wir können es nicht andern; wir können protestiren; aber damit wird die Sache wol abgethan sein.... Vielmehr sehen wir hier diese Angelegenheit von einer andern Seite an. Es ist schon von Vielen darauf hingewiesen worden, wie ernst die österreichische Staatsregierung es mit der bürgerlichen Gleichstellung der Juden nimmt. Und sie hatte reelle Opfer zu bringen; sie hatte Millionen an Judensteuern aufzugeben, sie gab sie auf. Sie hat alle Ausnahmegesetze aufgehoben, und das war keine kleine Masse. Sie hatte hier und da den lauten Unwillen deS Volkes zu bekämpfen, aus dessen Mitte Viele namenlose Angst vor den aus den Ghettis in die Städte ziehenden Konkurrenten hatten; sie hatte den Mißwillen der Unterbehörden zu bekämpfen, welche dem geringsten Schritt des Israeliten, die gewordene Freiheit zu benutzen, die größten Hindernisse entgegenstellten; sie verkündete aber energisch überall ihren Willen, sie stellte Juden an, an den Universitäten, an Gymnasien, wo sie sie brauchen konnte, auch in untergeordneten Stellen. ... Die österreichische Staatsregierung ist energisch. Jedermann weiß aber auch, daß dieser Energie bestimmte Grundsätze, Gedanken, Zwecke unterliegen. Ohne Solche ist überhaupt keine Energie möglich. Also können und müssen wir vocaussetzen, daß die österreichische Staatsregierung bei der energischen Durchführung der Emanzipation der Juden einen bestimmten, wohldurchdachten und weisen Gedanken hat. Und welchen? Der Jude ist allerdings seinem Charakter nach oppositionslustig. Das sieht Jeder, der nur einmal einen